Generell gilt: In einem naturnahen Garten mit verschiedenen Strukturen und dadurch mit unterschiedlichen kleineren oder größeren Lebensräumen, können sich allerlei Wildbienenarten und andere Insekten ansiedeln. Lassen Sie es also ruhig etwas unordentlich und wild angehen, die Gartenbewohner werden es Ihnen danken!

Zusätzlich können Sie mit einfachen Mitteln auch für im Erdboden nistende Wildbienenarten geeignete Nistmöglichkeiten erschaffen. Wichtig: Wildbienen meiden schattige Standorte für ihre Kinderstuben. Für unterirdisch nistende Arten angelegte Nisthilfen und Nistmöglichkeiten sollten Sie daher einen sonnigen Standort und nach Süden ausgerichtete Stellen wählen!

1. Nisthilfe für Sandbienen anlegen

Ein Sandarium oder ein Sandbeet ist vereinfacht gesagt ein Sandkasten, in dem sich anstelle von Kindern Wildbienen tummeln können. Als Nisthilfe für Sandbienen hebt man an einer sonnigen, trockenen Stelle, zum Beispiel unter dem Vordach des Gartenhäuschens, eine etwa spatentiefe Grube in der gewünschten Größe aus.

Die ausgehobene Grube schüttet man anschließend mit Sand auf, sodass ein kleiner Hügel entsteht. Dafür sollte man keinen frischen, gewaschenen Sand verwenden, da dieser zu locker ist und sich nicht als Baumaterial eignet. Besser geeignet ist natürlicher Sand aus der Region oder alter Sand aus dem Kinder-Sandkasten. Als Begrenzung und Rasenmäher-Kante kann man das Sandarium zusätzlich mit größeren Steinen oder mit alten Backsteinen einfassen.

Neben bodennistendes Bienenarten wie Sandbienen und Grabwespen siedeln sich in solchen Sandflächen auch Ameisenlöwen und Sandlaufkäfer gerne an, während Eidechsen die Randsteine mit Vorliebe für ein Sonnenbad und den warmen Sand zum Ausbrüten ihrer Eier nutzen.

Tipp: Auch der nicht mehr von den Kindern genutzte Sandkasten lässt sich kurzum in ein Zuhause für Wildbienen und andere Gartenbewohner verwandeln.

2. Erdhügel für Bienenkinder

Auf ebenen Flächen in ruhigen und geschützten Bereichen des Gartens kann man ohne viel Aufwand einen Nisthügel für Wildbienen erschaffen. Dafür streckt man den Gartenboden mit Sand und schüttet die Erd-Sand-Mischung zu einem Hügel auf. In dem lockeren Material können Bienenweibchen besser Nistgänge anlegen, während Regenwasser schneller versickert. Außerdem siedeln sich die meisten Pflanzen auf der abgemagerten Erde nur ungern ansiedeln. Sollten sich doch tapfere Pflanzen auf dem Nisthügel breitmachen, sollten Sie diese durch Jäten in Schach halten, damit der Bewuchs möglichst lückig bleibt.

3. Nistplätze auf dem Balkon

Aus Balkonkästen und Löss lässt sich im Handumdrehen eine Lösswand für Steilwandnister. Ideal ist natürlicher Löss, den man an unter großer Rücksicht auf die Umgebung und nur in benötigten, sinnvollen Mengen an Stellen entnimmt, wo er in größerem Maße vorkommt. Denn Löss sticht man am besten mit dem Spaten ab und füllt ihn möglichst in passenden Stücken in mindestens 15 cm tiefe Pflanzkästen aus frostfestem Ton oder Holz. Die Lücken zwischen der Kastenwand und abgestochenem Löss sollten Sie mit angefeuchtetem Löss auffüllen. Die gefüllten Lösskästen stapelt man seitlich lagernd, in beliebiger Höhe übereinander und versieht das Füllmaterial anschließend mit einigen Löchern (5-8 mm Durchmesser, 3-4 cm Tiefe), die mindestens 10 cm voneinander entfernt sein sollten.

Tipp: Auch große mit Sand befüllte Pflanzkästen und Blumentöpfe auf Balkon oder Terrasse eine Nistmöglichkeit für einige Wildbienenarten dar.

Unser Tipp

Futterpflanzen nicht vergessen!

Die schönsten Nistmöglichkeiten und die besten Nistplätze können noch so einladend sein und doch unbewohnt bleiben, wenn das richtige Pflanzenangebot fehlt. Denken Sie daher auch an eine vielfältige, möglichst ganzjährige Auswahl an nektar- und pollenreichen Blühpflanzen in der unmittelbaren Umgebung! Wir haben Ihnen eine Liste an sehr guten Futterpflanzen für Wildbienen zusammengestellt.

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