Drohne statt Biene

Das Wildbienensterben ist eine traurige und nicht zu unterschätzende Wahrheit. Fakt ist: die Anzahl an Bienenpopulationen geht an einigen Orten der Welt rapide zurück. Zeit zu handeln und nach alternativen Bestäubungsmethoden zu forschen, um im Falle des Bienenausfalls weiterhin die notwendige Bestäubungsleistung erbringen zu können. Gesagt, getan. Einige Forschungseinrichtungen tüfteln bereits an einem technischen Bienenersatz - der bestäubenden Drohne. Sowohl japanische Forscher, der US-amerikanische Supermarkt-Riese Walmart als auch Studenten der Universität Harvard nehmen sich diesem Thema an. Erste Prototypen der autonom fliegenden Mikroroboter stecken bereits in den Kinderschuhen. Das Ziel: Nutz- und Wildpflanzen erfolgreich zu bestäuben aber auch Umwelt-, Wetter- und Klimadaten zur späteren Weiterverwertung zu erfassen.

Die RoboBee, wie sie von Harvard genannt wird, ist in ihrem Aufbau von der realen Biene inspiriert. Die künstlichen Systeme helfen dabei, Aufgaben in der Landwirtschaft sowie Katastrophenhilfe zu erfüllen. Die RoboBee ist in etwa halb so groß wie eine Büroklammer und bringt weniger als ein zehntel Gramm auf die Waage. Die einzigartige Konzeption der Flügel, erlaubt es der RoboBee unter Wasser zu schwimmen und in der Luft zu fliegen.

Menschliche Bestäubung

Balancierende Menschen in den Baumkronen, die mit Wedeln in der Hand Blüten bestäuben - in China tatsächlich kein seltenes Bild! Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern weist China die höchste Bevölkerungsdichte der Welt auf. Es gibt kaum Importe von Obst und Gemüse, der Großteil stammt daher aus eigenem Anbau. Ausreichend Grünflächen für den Obst- und Gemüseanbau sind vorhanden, doch das Problem liegt wo anders: es gibt keine Bienen! Natürlich leisten auch andere Insekten und oder der Wind einen Beitrag zur Bestäubung, doch der größte Teil wird von Bienen übernommen. Keine Bienen - geringe Ernte! Darum muss der Mensch die Bestäubung nun oftmals selbst in die Hand nehmen. Für die händische Bestäubung braucht ein Bestäuber rund 1 kg Blüten am Tag, welche zunächst von den Bäumen gewonnen werden müssen. In stundenlanger Arbeit werden die Staubbeutel mit Hilfe einer Zahnbürste von der Blüte getrennt, um an den wertvollen Pollen zu gelangen. Anschließend muss der Pollen für 24 Stunden trocknen. Nun folgt der wichtigste Arbeitsschritt: die Handbestäubung. Mit einem Wedel aus Hühnerfedern, Zigarettenfiltern oder auch aus Hasenfell nehmen sich die Bestäuber jeden Baum einzeln vor. Der Wedel wird in die getrockneten Pollen getaucht und anschließend an jeden einzelnen Blütenzweig geschwungen. Eine menschliche Biene bestäubt rund 30 Bäume pro Tag, was Schätzungen zufolge ungefähr 30.000 Blüten pro Tag ausmacht. Im Vergleich hierzu: ein Bienenvolk ist in der Lage, an nur einem Tag bis zu 300 Millionen Blüten zu bestäuben

Doch wie kam es zu diesem drastischen Bienenaussterben in China? Um eine möglichst große Ernte zu erhalten, setzen die Bauer auf Pestizide, zum Beispiel gegen das Aufkommen von Birnenläusen. Diese schädlichen Chemikalien setzen aber auch Bienen und anderen Insekten derartig zu, dass sie letztlich sterben.
Generell ist das Bienensterben aber nicht ausschließlich auf Pestizide in der Landwirtschaft zurückzuführen. So tragen auch Umwelteinflüsse, fehlende Nahrungsquellen und Nistplätze sowie natürliche Fressfeinde ihren Teil dazu bei.

Unser Tipp

Bienen unterstützen

Damit die Notwendigkeit alternativer Bestäubungsleistungen erst gar nicht aufkommt, schon heute auf eine bienenfreundliche Umwelt setzen! Wie man aus dem eigenen Garten ein Bienenparadies schaffen kann, lesen Sie hier.