Mit Abstand eine der besten und ganz und gar Corana-konforme Partys des Jahres war die #beebetter-Blühparty mit Hitradio Ohr und dem Schwarzwaldradio. Ganz sicher und sicher bienenfreundlich konnten die Hörer mitmachen und selbst im Namen der Bienen aktiv werden. Auch Matthias Wolf, Geschäftsführer vom Weingut Schloss Ortenberg, wollte sozusagen mit von der "Blüh-Partie" sein und hat zusammen mit #beebetter und den Bienenhelfern vom Radiosender eine rund 100 m² große Blühfläche für Wildbienen angelegt. Er hat uns erzählt, wie es dazu kam und warum die Artenvielfalt für den Weinbau so wichtig ist.

Aussaat-Aktion mit Matthias Wolf, Geschäftsführer vom Weingut Schloss Ortenberg, und Saskia Prestel von #beebetter

Wie kam es zu der Aussaat-Aktion mit #beebetter?

Da wir einen engen Kontakt zum Sender Hitradio Ohr pflegen, bin ich dadurch auf die diesjährige Blühparty mit #beebetter aufmerksam geworden. Dann war es nur noch ein kurzer Weg zu der gemeinsamen Aktion. Ich finde die #beebetter-Initiative von Burda sehr unterstützenswert. Oft wird ja mit Bienenschutz geworben, dabei aber wenig auf die fachlich richtige Anwendungen Rücksicht genommen. Das finde ich bei #beebetter sehr gut gelöst, denn hier geht es in erster Linie um den Schutz der Wildbienen und nicht nur der Honigbienen.

Warum haben Sie beschlossen, ein Areal in den Weinbergen wildbienenfreundlich zu gestalten?

Diese Fläche war für uns schwer zu bewirtschaften und so lag die Idee nahe, dieses Areal als Ökohabitat zu nutzen – übrigens eine im Weinbau gängige Praxis. Wir haben viele solcher Mini-Ökozellen in unseren Weinbergen, eine Blühwiese speziell für Wildbienen hatten wir aber bisher noch keine.

Welche Saatgut-Mischung wurde dafür verwendet?

Es wurde dafür eine spezielle Saatmischung für Trockenstandorte verwendet, die vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord entwickelt und uns von #beebetter zur Verfügung gestellt wurde.

Unser Tipp

Saatgut - die Mischung macht's

Damit Saatgut auch aufgeht und Wildbienen sowie andere Insekten letztlich auch wirklich etwas von dem Blütenangebot haben, gilt es auf die Zusammensetzung von Wiesenmischungen zu achten. So sollten die enthaltenen Pflanzen möglichst heimisch, im Idealfall sogar gebietsheimisch und an den Standort angepasst sowie mehrjährig, die Blüten ungefüllt, pollen- und nektarreich und das Saatgut am besten biologisch sein. 

Inwiefern profitieren die Reben von Blühflächen?

Die Reben benötigen für die Bestäubung wenig bis keine Hilfe von Bienen, da die allermeisten Rebsorten selbstbestäubend sind. Unsere Weinberge profitieren aber von einer großen Artenvielfalt und insbesondere von einem artenreichen Bodenleben und dazu braucht es auch eine artenreiche Begrünung.

Was unternimmt das Weingut ansonsten in Sachen Bienenschutz, Artenvielfalt oder Naturschutz?

Der Weinbau selbst bietet einer Vielzahl von Arten einen Lebensraum, welcher diesen erst ein Überleben in unseren Breiten ermöglicht. Insbesondere die wärmeliebende Flora und Fauna aus dem Mittelmeerraum haben so einen Lebensraum in unseren generell doch etwas kühleren Regionen gefunden. Der Ortenauer Querterrassenbau, der in unserem Weingut auf rund acht Hektar zu finden ist, wurde im Jahr 2020 vom Land Baden-Württemberg mit dem Sonderpreis „BW blüht“ ausgezeichnet. Die Brachflächen auf den Terrassen sind Refugien für eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren. Darüber hinaus finden sich in unseren Weinbergen, wie bereits erwähnt, eine Vielzahl an kleinen Ökozellen. Die Begrünung mit Begrünungseinsaaten in den Rebzeilen setzt sich zudem immer mehr als Standard durch. Alles in allem sind das sehr gute Aussichten für die tierische und pflanzliche Vielfalt.

Unser Tipp

Bienen und Biodiversität

Was steckt hinter Begriffen wie Biodiversität und Artenvielfalt? Warum ist der Wildbienenschutz so wichtig für uns Menschen und für die Vielfalt von Flora und Fauna?

Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass das Thema Bienensterben oder Bienenschutz bei Ihren Kunden in den letzten Jahren an Bedeutung gewinnt?

Leider nicht sehr ausgeprägt. Viele Kunden haben, meiner Erfahrung nach, ein zwiegespaltenes Verhältnis zum Bienenschutz: Es ist schön, wenn andere etwas Gutes tun, im eigenen Garten ist das dann aber meist nicht so wichtig.

Sollte die Anlage von Blühflächen für Bienen und andere Insekten fester Bestandteil der Bewirtschaftung sein?

Ein gesetzlicher Zwang hilft hier wenig, da nicht jede Region und jeder Weinberg für eine entsprechende Begrünung in Frage komm, das muss schon standortgerecht sein.

Sollten Weingüter für ihre Bienenschutz-Maßnahmen Subventionen erhalten? Würde das zu mehr Engagement seitens der Winzer führen?

Subventionen sind nur hilfreich, wenn sie zukünftige Felder öffnen. Daher halte ich nur Subventionen für sinnvoll, die Maschinen und Geräte unterstützen, welche eine noch nachhaltigere Wirtschaftsweise im Weinberg sorgen. Leider hat das Land Baden-Württemberg die hier versprochenen Förderungen bisher noch nicht umgesetzt.

Sollte dem Bienenschutz im Weinbau generell eine größere Bedeutung beigemessen werden?

Dem Bienenschutz wird im Weinbau seit langer Zeit eine enorm hohe Bedeutung zugemessen. Es gibt nur noch sehr wenige bienengefährliche Pflanzenschutzmittel und diese unterliegen bei der Ausbringung sehr strengen Auflagen in Verbindung mit hohen Strafen bei Zuwiderhandlung. Weitere Infos dazu finden Sie auf der Seite der Badischer Wein GmbH.

Unser Tipp

Samen-Mischung für Wildbienen

Wer keinen Weinberg aber dafür einen Balkon oder Garten hat, für den gibt es auch Saatgut-Pakete im Kleinformat. Was die Mischung von #beebetter-Parter Neudorff so bienenfreundlich macht und wie kann man damit im eigenen Garten ein Bienenparadies erschaffen kann, erfahren Sie hier.

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