Wie ist es Dir und Deinem Projekt in den Monaten nach der Auszeichnung ergangen?

Die Auszeichnung hat mir sehr dabei geholfen mein Projekt weiterzuführen und auszubauen. Durch die Aufmerksamkeit, die ich bekommen habe, konnte ich viele neue Kontakte knüpfen und habe so viele Menschen kennengelernt. Das Projekt ist viel größer, bunter und vielseitiger geworden. Meine Idee mit dem umgebauten Kondomautomaten zum SamenSpender konnte ich umsetzen. Der hängt in Bremen an der Gemüsewerft. 

Die Gemüsewerft ist eine urbane Landwirtschaft direkt an der Weser in Bremen. Hier wird neben Obst und Gemüse auch Hopfen angebaut. Im SamenSpender werden drei verschiedene Mischungen angeboten, einjährige und mehrjährige insektenfreundliche Saatgutmischungen und Saatgutkonfetti. Passender kann man es gar nicht verdeutlichen, wie wichtig Insekten unter anderem für die Bestäubung unserer Nahrung sind. Außerdem stehen zudem jetzt alleine in Bremen sechs verschiedene kunterbunte Automaten und sogar schon einer in Berlin. 

Mein Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres ein ganzes Fußballfeld an Lebensraumfläche für Insekten geschaffen zu haben. Und das ist mittlerweile jetzt schon mehr als realistisch!

Was hat sich seit der Auszeichnung durch #beebetter bei Deinem Projekt alles getan, was hat sich seither vielleicht verändert?Es hat sich in diesem Jahr so viel verändert und es ist viel mehr passiert als ich es mir je hätte vorstellen können. Das Projekt wächst und wächst. es ist unheimlich spannend und mittlerweile merke ich, dass meine Grundidee mehr als aufgegangen ist. Ich wollte ja viele Menschen erreichen, also im Kleinen motivieren etwas gegen das Insektensterben zu machen. Das eben auf eine kreative Art und Weise und so, dass eigentlich jeder auch die Möglichkeit hat, was zu tun. Einen Quadratmeter mindestens, auf dem Balkon, im Garten. Das bei uns im Stadtteil, vielleicht in Bremen. Die Aufmerksamkeit durch die Auszeichnung hat mir geholfen bundesweit Menschen anzustecken. So viele Leute bundesweit und über die Grenzen hinweg haben mich kontaktiert, Fragen gestellt und mittlerweile wurden bundesweit so viele Automaten nach meinem Vorbild gebaut und es werden immer mehr! Ich habe eine Bauanleitung gedreht und mehrere Workshops gegeben. 

In Bremen stehen mittlerweile sechs Saatgutautomaten und ein SamenSpender. In Berlin steht ebenfalls einer, der erste Deutschlands, und zwar im Prinzessinnengarten in der Hermannstraße. Den Automaten habe ich GoNature von meinem Preisgeld gespendet, die sich jetzt darum kümmern und über ihre Homepage mit meiner Bauanleitung Menschen motivieren ein ähnliches Projekt wie meins zu realisieren.

 

Außerdem haben viele Magazine wie Geolino oder Spiegel für Kinder über Naturschutz2go berichtet und im September wird es eine Folge der Kindersendung neuneinhalb zum Thema Insektensterben mit mir geben.

Wie hast Du das Preisgeld letzten Endes eingesetzt bzw. wofür soll es noch verwendet werden?

Von dem Preisgeld konnte ich das Projekt ausweiten und weiterdenken. So habe ich zum Beispiel den Kondomautomaten, weitere Kaugummiautomaten sowie das Holz, Farben und andere Baumaterialien, Kapseln, Schachteln und Saatgutkonfetti für meine Automaten gekauft! Auch den Automaten in Berlin konnte ich damit an GoNature spenden. Das Preisgeld hat mir geholfen meine Ideen umzusetzen und am Ende den Erlös der Automaten an Umweltprojekte zu spenden. In den Kapseln ist jetzt mehr Saatgut, sodass dadurch auch mehr Quadratmeter an Blühflächen geschaffen werden können.

Welche neuen Ideen, Vorhaben und Pläne gibt es zurzeit für Dein Bienenprojekt?

Im Juli habe ich im Rahmen der Sendung neuneinhalb einen neuen Automaten gebaut und vor den Unverpacktladen Füllerei in Bremen aufgestellt, den ich mal nicht mit Kapseln, sondern mit Bienenpralinen von Rankwerk befüllt habe. Das ist jetzt mal ein Versuch, ob es klappt, ohne die Plastikkapseln zu arbeiten. Das ist oft ein Kritikpunkt an meinem Projekt. Die Kapselrückgabe funktioniert zwar eigentlich, aber insgesamt fände ich es auch besser und nachhaltiger ohne Plastik. An meinem ersten Automaten vor meiner Haustür habe ich zudem einen Geocache in der Nähe versteckt. So locke ich noch mehr Leute an, die dann motiviert werden, eine Kapsel zu ziehen und Platz für Insekten zu schaffen. Ich habe auch Lose in diesem Automaten für plastikfreie Seifenblasensets von Einhornpippi und eine kleine Seifenblasenstation.

Hast Du in den vergangenen Monaten weitere Mitstreiter und Mithelfer gewonnen?

Auf alle Fälle! Die Idee steckt an. Es gibt so, so viele, die interessiert sind an meinen Automaten und diese bei mir kaufen wollten. Ich möchte aber kein Geld mit dem Projekt verdienen, im Gegenteil. Deshalb habe ich eine Bauanleitung gedreht habe, weil ich ja unbedingt dazu motivieren möchte, aktiv zu werden, ein eigenes Projekt bewusst auf die Beine zu stellen. Einfach kaufen und aufhängen heißt ja nicht, dass man wirklich aktiv ist. Ich möchte, dass das ein echtes Vorhaben ist, dass die Leute sich darauf einlassen und dann auch dabeibleiben, sich kümmern und eigene Ideen einfließen lassen. Außerdem finde ich es toll, wie individuell die Automaten aussehen können, auch wenn einige meinen ersten knallroten Automaten genauso nachgebaut und angemalt haben. Und es sind mittlerweile echt viele Automaten nachgebaut worden, außerdem weiß ich von vielen, die gerade noch im Entstehen sind.

Hast Du die Auszeichnung mit dem #beebetter-Award kräftig gefeiert?

Ich habe mich zusammen mit meiner Familie über den Gewinn des #beebetter-Awards gefreut, mein Großer Bruder Peeke hat sogar einen Kuchen gebacken. War zwar nett, aber eigentlich hatten wir uns auf den kleinen Ausflug nach Baden Baden schon dolle gefreut.

 

Konntest Du durch #beebetter noch neue Kontakte zu Bienenhelfern knüpfen?

Ja, das ist sehr spannend und mittlerweile habe ich viele Kontakte mit großen und kleinen Bienenhelfern knüpfen können. Ich bin zu Veranstaltungen eingeladen worden und durfte über mein Projekt berichten, habe Workshops mit Kindern gemacht oder gebe Leuten Tipps aus der Ferne, wenn sie mich zum Beispiel über Instagram anschreiben. Mir schreiben so viele tolle Leute, bieten mir Unterstützung an durch Saatgutspenden oder neuerdings sogar beim Erstellen eines Logos. Darauf bin ich richtig stolz! Ein Künstler ist gerade dabei, meine zukünftigen Etiketten zu designen. Das ist mega cool!

Haben sich auch neue Bienenprojekte oder Kooperationen ergeben?

Ja! Bundesweit! Große und kleine Menschen, die aktiv Automaten bauen, planen zu bauen oder bereits gebaut haben. Entweder aktiv mit mir, durch Fragen oder mithilfe meiner Bauanleitung. 

Seit dem Gewinn vom #beebetter-Award sind aktive Kooperationen mit dem Rotkäppchen Pop-Up Garten in Bremen, mit der Gemüsewerft in Bremen, dem Bremer Stadttheater, dem Schlachthof in Findorff, dem Unverpacktladen und mit GoNature in Berlin entstanden. Gleichzeitig sind durch die neuen Standorte auch neue Spendenziele hinzugekommen, die ich mit den Erlösen unterstütze, so zum Beispiel der Klimawerkstadt Bremen, Rotkäppchen Garten, Arbeit und Ökologie e.V., Ökologiestation Bremen, Klimazone Findorff und weitere.

Ganz aktuell unterstütze ich ein Projekt vom Jugendbüro Grafschaft im Ahrtal, das mit Kindern aus dem Flutgebiet im Ferienprogramm einen Saatgutautomaten bauen wird, um dort irgendwie ein Stück Zukunft zu schaffen. Also für die Kinder, die Insekten, die Natur. Da ist ja so viel zerstört worden und das hat mich sehr beschäftigt. Ich werde dem Vorhaben das Material für den Automaten aus meinen Preisgeldern spenden. Vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der den Kindern Blumenzwiebeln oder Saatgut für ihr Projekt spenden möchte.

Glaubst Du, dass das Bienen- und Insektensterben in diesem Jahr an Aufmerksamkeit gewonnen hat?

Ja, das kommt mir schon so vor. Die Aufmerksamkeit ist viel größer geworden. Ich hoffe das verpufft nicht so schnell und die Leute bleiben am Ball!

Was würdest Du Dir im Namen der Bienen wünschen?

Oje, wo soll ich da anfangen? Ich würde mir wünschen, dass das Augenmerk auf meine Zukunft, ich bin ja erst 13 Jahre alt, was die Natur, den Klimawandel, den Erhalt der Biologischen Vielfalt, den der Arten, wirklich mehr in den Fokus der Politik gerückt werden würde. Mir macht das alles echt immer mehr Angst, wenn ich sehe, was da um uns herum so passiert und weiter passieren wird. Die Flutkatastrophe ist ja auch wieder ein deutliches Zeichen und ich hoffe sehr, dass die Politiker wirklich mal handeln und nicht immer nur reden. Im Namen der Bienen würde ich mir so sehr wünschen, dass Schottergärten verboten würden, wilde naturnahe Gärten selbstverständlich sind, der Klimawandel wirklich von den Politikern wahrgenommen würde und das Thema Klimaschutz, Nachhaltigkeit und mehr Bio wirklich aktiv von Erwachsenen in Angriff genommen würde. Toll wäre auch, wenn das Thema Umwelt- und Naturschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit mehr in den Unterricht eingebaut werden könnte und in der Schule Zeit dafür wäre mit den Kindern und Jugendlichen aktiv zu sein. So könnten ja beispielsweise an allen Schulen mit Kindern Projekte rund um einen Saatgutautomaten stattfinden. So hat am Ende jede Schule einen Automaten, um den sich dort die Menschen kümmern und einen Blick darauf haben, dass es mehr Blühflächen für Insekten gibt. Oft fehlt an Schulen aber das Geld und die Zeit für solche Projekte, oder so etwas wie Schulgärten. Das ist schade.

#beebetter

Gewinner der Kategorie „Private Initiativen“ 2020

Mit gerade mal 13 Jahren ist Jonte Mai aus Bremen schon ein erfahrener und eifriger Bienenschützer, der fünf eigene Bienenvölker betreut und sich mit einer spannenden Aktion auch für Wildbienen stark macht. Mit der Idee „Naturschutz to go“ und einem recycelten Kaugummiautomaten ermöglicht er es anderen, im Handumdrehen etwas für die Artenvielfalt zu tun.

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen