Wie ist es Ihnen und Ihrem Projekt seit der #beebetter-Auszeichnung ergangen?

Sehr gut, wir haben für unser Engagement viel Zuspruch aus der Öffentlichkeit erhalten. Wir standen unter anderem ganz groß in der lokalen Tageszeitung und sogar das ZDF war vor kurzem bei uns vor Ort, um einen kleinen Bericht für das heute journal zu drehen. Wir sind mit unserem Projekt mittlerweile tatsächlich deutschlandweit bekannt, wenn ich das in aller Bescheidenheit mal so sagen darf. Und das ist doch wirklich schön! Die Hauptsache ist ja schließlich, so viele Menschen wie möglich zu erreichen und auf das Bienensterben aufmerksam zu machen.

Was hat sich seit dem #beebetter-Gewinn bei Ihrem Projekt alles getan?

Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Wir haben neue Flächen angelegt und Bäume gepflanzt. Wir konnten unsere Blühflächen nochmal deutlich erhöhen und liegen jetzt bei über 170.000 bienenfreundlichen Quadratmetern. Diese Blühflächen sind zugleich Rückzugsgebiete für Tiere aller Art. Ich wohne direkt an einigen dieser Areale und das ist wirklich schön mit anzusehen.

Wie und wofür haben Sie das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro letzten Endes verwendet?

Das Preisgeld haben wir bisher gut eingesetzt. Damit konnte ich unter anderem das Saatgut für die Blumenwiesen kaufen und es für die Pflanzung neuer Obstbäume nutzen. Außerdem haben wir uns noch eine Drohne und zwei Zeitrafferkameras zugelegt, um alles besser zu dokumentieren und den Leuten auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen zu können. Wir haben eine Internetseite erstellt, sodass man unter www.bluehwiese-pate.de nun auch Pate werden kann und viele Infos zu unserem Vorhaben finden. In erster Linie werden wir von dem Preisgeld viel Saatgut kaufen und immer wieder etwas Neues ausprobieren. Unser langfristiges Bestreben ist es, die Größe der Blühflächen dauerhaft zu erhöhen.

Unser Tipp

Blühwiesen-Patenschaften

Werden auch Sie Blühwiesen-Pate, verfolgen Sie Ihr Projekt und verpassen Sie nichts. Von der Bodenbearbeitung bis hin zur Honigernte. Besuchen Sie uns auf Facebook, Instagram oder auf unserer Homepage. Wir stellen ständig neue Bilder sowie Filme ein und erklären alles Schritt für Schritt.

Welche neuen Ideen, Vorhaben und Pläne schmieden Sie zurzeit für Ihr Bienenprojekt?

Es wurde schon so einiges umgesetzt oder ist seit #beebetter dazugekommen. Der Kunstkreis Rhauderfehn hat beispielsweise bienenfreundliche Skulpturen (Insektopia) auf einer der Flächen aufgestellt. Das sieht sehr toll aus und viele halten dadurch an dieser Fläche, weil die Skulpturen sie neugierig machen. So haben wir wiederum die Möglichkeit, die Leute über das Insektensterben zu informieren.

Wir planen derzeit noch an einer Rehwiese mit vielen bienenfreundlichen Pflanzen auf rund 25.000 Quadratmetern. Bei uns gibt es sehr viele Rehe und Kitze am Stadtrand und für die möchte ich mich auch noch einsetzen, denn es werden zu viele davon totgefahren. Mit einer Rehwiese könnten wir beides verbinden - Rückzugsort und Lebensraum für Bienen und andere Tiere.

Haben Sie in den vergangenen Monaten weitere Mitstreiter für Ihr Vorhaben gewonnen?

Ja, den Kunstkreis Rhauderfehn zum Beispiel. Außerdem arbeite auch eng mit der Plattform Combayn aus Bayern zusammen, die mich nach dem Gewinn des #beebetter-Awards angeschrieben haben. Die Betreiber haben eine Plattform entwickelt, auf der Landwirte ihre Flächen einstellen und große Blühpartner finden können. Das nimmt uns natürlich viel Arbeit ab und vermarktet unsere Flächen in großem Stil. Ich werde in diesem Rahmen auch ein Pilotprojekt begleiten, oder besser gesagt wir arbeiten an einem Thema rund um Baumsetzlinge, da haben wir auch noch was vor… 

Zudem  konnten wir stetig neue Blumenpaten dazugewinnen. Ansonsten mache ich das Blühwiesen-Projekt auch alleine noch weiter und baue alles noch selber an, es macht mir ja auch viel Spaß. Viele Landwirte legen vermehrt Blühstreifen an und finden das auch super.

Haben Sie die Auszeichnung mit dem #beebetter-Award noch kräftig gefeiert, sofern das aufgrund von Corona möglich war?

Ja klar, im kleinen feinen Rahmen der Familie. Ich habe teilweise auch noch Kontakt zu den anderen #beebetter-Gewinnern und wir wären letztes Jahr alle sehr gerne zur Verleihung gefahren, weil es ja auch was ganz Besonderes ist und nicht alle Tage passiert.

Konnten Sie durch #beebetter neue Kontakte mit anderen Bienenhelfern knüpfen?

Ja, ich stehe immer in Kontakt mit anderen #beebetter-Gewinnern 2020 über Facebook etc. und verfolge auch alles, was sich bei ihnen so tut. Ich bekomme außerdem oft Anfragen von Privatpersonen, die ich beim Anlegen einer Blühfläche immer gerne unterstütze.

Glauben Sie, dass das Bienen- und Insektensterben in diesem Jahr an Aufmerksamkeit gewonnen hat?

Ja, definitiv! Es beginnt ein Umdenken in unserer Gesellschaft. Es wird immer mehr für die Bienen gemacht. Auch große Firmen schreiben sich das natürlich gerne auf die Fahne und so langes es den Bienen nützt ist das doch schön.

Was würden Sie sich im Namen der Bienen wünschen?

Das wir nachhaltiger mit den vorhandenen Flächen umgehen. Es wird viel gebaut oder verbaut in Deutschland, jeden Tag sind das ca. 56 ha und ich glaube nicht, das dafür immer Ausgleichsflächen geschaffen werden. Da ist oft mehr Schein als Sein und das sollte mal geprüft werden. Um Blühflächen anlegen zu können, sollten die Landwirte in größerem Maße unterstützt werden. Ich mache das alles, weil ich Spaß daran habe und davon nicht meinen Lebensunterhalt bestreiten muss. Hier oben im Norden werden Pachtpreise von 1000 bis 1450,00 € pro Hektar bezahlt – bei den Preisen kannst du keine Blühflächen aus eigener Tasche bezahlen. Hier sollte man vielleicht mal ansetzen, vielleicht regelt ja die neue Agrarreform etwas daran.

#beebetter-Award

Gewinner der Kategorie „Landwirtschaft“ 2020

Bernd Pieper aus Papenburg im Emsland hat vor eingien Jahren begonnen, Blühflächen anzulegen. Inzwischen erblüht dank seiner Bemühungen erblüht unter anderem ein Areal von insgesamt über 170.000 Quadratmetern. Für sein Engagement hat er den #beebetter-Award 2020 erhalten. Hier erfahren Sie mehr über das Gewinner-Projekt in der Kategorie Landwirtschaft.

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen