Wie ist es Ihnen und Ihrem Projekt in den Monaten nach der Auszeichnung ergangen?

Die Corona-Pandemie hat uns auch in der Arche Noah schwer getroffen. Außerschulische Programme durften weder im Zentrum noch auf dem Gelände von Schulen stattfinden. Das hat uns kurzerhand auf die Idee gebracht, eine Möglichkeit zu schaffen, den Wildbienenpfad mit seinen Stationen mittels eines digitalen Rundweges in Form eines Videos zu erkunden. Um diesen Rundgang aktiver zu gestalten, wurde ein Bienenquiz entwickelt, dass es ermöglicht, Fragen rund um die Wildbienen zu beantworten und so die Lebensweise und den Lebensraum der Wildbienen näher kennen zu lernen. Aufgrund positiver Rückmeldungen von verschiedenen Schulen, die dieses Quiz mit in ihren digitalen Unterricht eingebaut haben, lässt sich auf eine gute Idee und Umsetzung dessen schließen.

Neben der Erstellung des Bienenquiz kommt die App Biparcours zum Einsatz. Mithilfe dieses digitalen Lernwerkzeugs kann der Wildbienenpfad erkundet werden, wobei man sich das so vorstellen muss, dass an verschiedenen Stationen Fragen und Aktivitäten oder auch Fotos erstellt werden müssen, um dem Thema Wildbiene näher zu kommen.

Was hat sich seit dem #beebetter-Award in Sachen Bienenschutz noch getan?

Wir haben viele Videos gedreht, in denen verschiedenste Aktivitäten zum Nachbauen und Nachbasteln zu Hause erklärt werden, unter anderem auch zum Bau einer Nisthilfe für Wildbienen mit einfachen Materialien. Außerdem haben wir uns in Veranstaltungen in Form von Webinaren der Natur- und Umweltschutzakademie NRW eingebracht, in denen es um die globalen Nachhaltigkeitsziele geht und insbesondere der Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsziels „Leben an Land“ von großer Bedeutung ist. Es geht um die Biodiversität und was wir dafür tun können diese zu erhalten und zu schützen. Der Bau von Wildbienenhotels, Anfertigen von Seedballs und das Anlegen von Blühwiesen standen hier im Fokus. Doch nicht nur dieses eine Ziel ist wichtig für eine nachhaltige Entwicklung, sondern gleichermaßen alle 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Genau dieser Hintergrund gab Anlass unsere Programme entlang einer nachhaltigen Entwicklung und gemäß einer BNE stetig zu überarbeiten.

Was hat sich seit letztem Jahr bei der Arche Menden verändert?

Im Herbst 2020 sind wir nun als BNE-Einrichtung zertifiziert worden. Im Zusammenhang mit dem Landesprogramm Schule der Zukunft haben wir nicht nur Webinare mitgestaltet, sondern auch eine Akademie für Schülerinnen und Schüler entwickelt, die unter dem Titel „Lebensräume für Wildbienen“ voraussichtlich im September 2021 durchgeführt werden soll. Dieses Programm wurde speziell als pädagogisches Angebot entwickelt, um den Wildbienenpfad unter fachlicher Betreuung und einem durchdachten Programm zu durchlaufen.

Welche neuen Ideen und Vorhaben gibt es zurzeit für Ihr Bienenprojekt?

Um den Bienenschutz weiter voranzutreiben, haben wir uns dazu entschlossen, eine zusätzliche bienenfreundliche Blühwiese von einer Größe von 400 m² in direkter Nähe zu unserer Streuobstwiese anzulegen. Dazu sind wir mit Herrn Brinckmann, ein Vertreter des örtlichen Bauernverbandes, auf die Idee gekommen, in Zusammenarbeit mit dem Hof Brinckmann und deren Projekt „beepart“ gemeinsam Blühstreifen anzulegen. Somit sind die Brinckmanns bei uns als Partnerprojekt eingestiegen.

Was kann man sich unter diesem Projekt vorstellen?

Die Familie Brinckmann hat mit ihrem Projekt „beepart“ unter dem Motto: Blüh statt Bla! gehen wir es jetzt an“, eine großartige Idee zur Unterstützung zum Insekten- und Naturschutz umgesetzt. Es geht darum, dass Reden allein nicht ausreicht und ein aktiver Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und Natur geleistet werden soll. Im Frühjahr 2020 wurden 15.000 m² Ackerfläche aus der konventionellen Bewirtschaftung genommen und als Blühwiese am Ortsrand von Iserlohn-Hennen eingesät. Im April 2021 kamen weitere 8000 m² dazu.

Damit sollen über den Zeitraum von mehreren Jahren Lebensraum, Futterquelle, Rückzugsort und Kinderstube für Honigbienen und Wildbienen sowie für andere Insekten, Schnecken, Nager, Bodenbrüter u.v.m. geschaffen werden. Neben vielen Ehrenamtsstunden wird ein Teil der Kosten durch Blühpatenschaften für einen kleinen oder größeren Anteil auf der Blühfläche gedeckt. So teilen sich Landwirte und Verbraucher die Verantwortung. Gemeinsam schaffen sie Heimat und Zukunft. Das Projekt „beepart geht bereits ins zweite Jahr und schon über 700 Blühpaten gehen mit.

Wie soll es in naher Zukunft weitergehen?

Über das Anlegen von Blühstreifen hinaus möchten wir gemeinsam dafür sorgen, dass die entstandenen Biotope miteinander vernetzt werden. Das Anlegen vereinzelter Blühstreifen ist schön und gut, jedoch bedarf es einer Biotopvernetzung von bewachsenden Strukturen untereinander, um eine nachhaltige Etablierung von Insekten, insbesondere der Bienen, zu erreichen. Genau das ist das Ziel, dass auch gemeinsam mit unserem Partnerprojekt „beepart“ verfolgt wird. So wurden auf den Feldern von Brinckmanns Hof bestehende Heckenbestände mit anderen Landschaftselementen in Form von neu angelegten Blühwiesen, insektenfreundlichen Stauden, Sträuchern und Bäumen miteinander verknüpft.

Im Frühjahr 2020 und 2021 wurden vom Hof Brinckmann Blühstreifen an den eigenen Feldern angelegt und auch für andere Landwirte wurde die Aussaat, wegen vorhandener guter Technik, übernommen. Die Aktion Blühendes Band durch Bauernhand wird über den Hof Brinckmann unterstützt und mit durchgeführt. Die Landwirte verzichten auf einen Teil der Ernte und haben im Jahr 2020 rund 50 km Blühstreifen allein im Märkischen Kreis angelegt. Die Vernetzung mit weiteren Streuobstwiesen befindet sich im Aufbau.

Wie wird dabei der Aspekt der Bildungsarbeit integriert?

Neben dem Anlegen von Blühstreifen möchten wir einen Schwerpunkt auf die pädagogische Begleitung dessen legen. Aufbauend darauf soll Umweltbildung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in direkter Natur an den Blühflächen stattfinden. Fußläufige Nähe zu den Schulen ist gegeben und ein Corona konformer Unterricht somit gut möglich.

So wird ein Lernen in und mit der Natur möglich. Aufbauend dazu wurde die Wildbienenseite zu „Bino, die Wildbiene“ überarbeitet, auf der alles rund um die Wildbiene und ihre Lebensweise nachgelesen werden kann.

#beebetter

Gewinner der Kategorie „Institutionen“ 2020

Für das Projekt „BNE am Wildbienenpfad erleben“ und die Arbeit im Mendener Naturschutzzentrum hat der Förderverein Arche Noah e.V. den #beebetter-Award 2020 in der Kategorie "Institutionen" erhalten. Hier erfahren Sie mehr über die #beebetter-Gewinner.

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