Als Gewinner der Kategorie „Öffentliche Einrichtungen und Großgruppen“ erhält das Projekt "Ökologische Nische Friedhof" ein zweckgebundenes Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Steht bereits fest, wofür dieses Geld verwendet werden soll?

Mit den Fördermitteln des #beebetter-Awards wollen wir natürlich dem Wildbienenschutz und der Projektarbeit da unter die Flügel greifen, wo es nötig ist. Da unser frisch ausgezeichnetes Projekt „Ökologische Nische Friedhof“ nächsten Sommer ausläuft, werden wir mit dem Geld hoffentlich ein Folgeprojekt initiieren können. Zum genauen Einsatz und zur Aufteilung können wir jetzt noch nichts sagen. Aber solch zusätzlichen Mittel werden wir in Maßnahmen investieren. Wie unser Friedhofs-Projekt zeigt, gibt es einfach noch viele Landschafts- und Stadträume, die bienenfreundlicher bepflanzt werden können. Auch den Erhalt und die Neuanlage von Nistplätze im Boden wollen wir verstärkt in Angriff nehmen.

Welche neuen Ideen oder Pläne gibt es derzeit noch?

Nächstes Jahr möchte der BUND Niedersachsen gemeinsam mit dem Netzwerk Wildbienenschutz sowie dem Landesmuseum einen Fotowettbewerb mit vielfältigen Veranstaltungen zum Thema Wildbienen umsetzen. Aber auch ein Folgeprojekt mit Schutzmaßnahmen werden wir durchführen.

Welche Projekte sollen als nächstes umgesetzt werden?

Derzeit finden Wildbienenbestimmungskurse statt. An vier Tagen zeigen wir jeweils 20 Interessierten Grundlagen der Wildbienen-Bestimmung. Das Motto heißt „Wildbienen spielerisch entdecken“. So spielen wir mit den Teilnehmenden kleine Aufgaben zum Erkennen und Wiedererkennen von Merkmalen durch. Außerdem haben alle die Gelegenheit, Arten unterm Binokular selbst zu bestimmen. Im nächsten Jahr werden wir verstärkt Maßnahmen umsetzen. Aktuell sind schon 2000 m² neue Wildblumenwiesen geplant, die ab April 2020 ausgesät werden sollen. Auch bienenfreundliche Gehölze und Stauden möchten wir gezielt angepflanzen.

Was hat sich seit Ihrer Bewerbung bei #beebetter alles getan?

Seit Abgabe der Bewerbung waren wir mit unseren Partnerfriedhöfen natürlich weiter fleißig. So haben wir in Hannover zuletzt 1.000 Blumenzwiebeln vom Zweiblättrigen Blaustern und Gewöhnlichen Milchstern gesetzt. In Göttingen fand vor kurzem ein Nisthilfen-Workshop mit Friedhofsmitarbeiter*Innen und Ehrenamtlichen statt, zudem haben wir Blasensträucher gepflanzt. In Lüneburg, auf einen zweitem Friedhof, haben wir eine Streuobstwiese mit alten Kultursorten und ergänzenden Nahrungsangebot durch Wildsträucher angelegt. Das Schöne ist, dass man auch außerhalb der Wildbienen-Flugzeit aktiv etwas für die Bienen tun kann!

Konnten Sie weitere Mitstreiter für Ihre Sache begeistern?

Das Projekt erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Bei unseren Veranstaltungen finden sich viele privat Interessierte ein. An den Schulungen nehmen auch Mitarbeiter*Innen von Nachbargemeinden teil und es vergeht eigentlich kaum eine Woche, ohne dass Vertreter von Friedhöfen oder Kommunen Möglichkeiten der „Ökologischen Nische“ für den eigenen Friedhof kennenlernen möchten.

Gerade erst konnte ich einen Zeitungsartikel über die Samtgemeinde Zeven lesen, die nach Beschluss des Friedhofsausschusses zwölf Nisthilfen auf 10 Friedhöfen anbringen wollen. Die Randbereiche der Friedhöfe werden auch als Blühstandorte ins Auge gefasst. Im Artikel wird auch unser Projekt erwähnt, das komplett unabhängig vom Beschluss in Zeven läuft. Solche Meldungen freuen uns beim BUND natürlich sehr, da sie verdeutlichen, wie unsere Ideen weitergetragen werden. Besonders schön ist auch, dass wir im zugehörigen Landkreis Rotenburg eine aktive Kreisgruppe mit viel Fachwissen rund um die Wildbienen haben, die die Samtgemeinde nun auch ein Stück begleitet.

Wie haben die Menschen aus dem Umfeld der Initiative auf den #beebetter-Award reagiert?

Es gab zahlreiche Glückwünsche. Unser Projekt ist deutschlandweit vernetzt und Gratulationen kamen von den viele aktiven Ehrenamtlichen und von Wildbienenexperten. Für uns eine willkommene Möglichkeit die Danksagung weiterzugeben. Wir danken unseren Projektpartnern mit allen engagierten Mitarbeiter*Innen auf den Friedhöfen, die uns dieses Projekt erst ermöglichen. Auch den zahlreichen Helfer*Innen, die mit uns gebuddelt und gepflanzt haben danken wir, durch diesen Einsatz konnten wir bislang mehr verwirklichen, als zu Anfang gedacht.

Haben Sie den #beebetter-Award nochmal ordentlich mit allen helfenden Händen gefeiert?

Da unser Projekt an vier Standorten stattfindet und zu viele unterschiedlichste Personen von Friedhofsgärtner*Innen, Stadtverwaltung, unseren Kreisgruppen und den Ehrenamtlichen involviert sind, veranstalten wir keine große Feier. Aber jede Schulung und jede Pflanzaktion ist ein Fest für sich!

Haben Sie am #beebetter-Abend neue Kontakte mit anderen Bienenhelfern knüpfen können?

Auf der Veranstaltung haben wir nette Aktive im Wildbienenschutz kennenlernen dürfen. Viele haben sich für unser Projekt sehr aufgeschlossen gezeigt und Fragen zu speziellen Bereichen gehabt, sodass wir vereinbart haben, auch nach der Veranstaltung in Kontakt zu bleiben.

Haben sich dadurch Ideen für mögliche Kooperationen oder neue Bienenprojekte ergeben?

Eventuell ergibt sich aus den geschlossenen Kontakten sogar ein neues Projekt, das ist jedoch noch nicht abzusehen. Die Vernetzung mit anderen Aktiven ist beim BUND immer wichtig und wir freuen uns sehr über das vielfältige Engagement, dass wir am Abend kennenlernen konnten.

Was erhoffen Sie sich für Ihr Projekt und für den Bienenschutz in der Zukunft?

Unser Projekt soll natürlich alle gesteckten Ziele erreichen und Maßnahmen umsetzen. Dass die Projektfriedhöfe weiter als Akteure für den Wildbienenschutz dabei bleiben, können wir auch schon sagen. Besonders hoffe ich, dass sich durch unser und die vielen anderen Projekte auch die Bundes- und Landesregierungen verstärkt in die Pflicht nehmen und wir fachlich fundierte Förderprogramme starten!

Zum Projekt

Gewinner der Kategorie "Öffentliche Einrichtungen & Großgruppen"

Vier Partnerfriedhöfe haben sich mit dem BUND Niedersachsen zusammengetan, um die Biodiversität auf ihren Anlagen zu erhöhen. Insgesamt haben sie im Rahmen des Projekts "Ökologische Nische Friedhof" schon 2.000 Quadratmeter Rasen in wildbienenfreundliche Blühflächen umgewandelt.