Als Gewinner der Kategorie "Jugend und Bildung" erhält Schloss Hagerhof ein zweckgebundenes Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Steht bereits fest, wofür es verwendet werden soll?

Für einen Teil des Geldes wollen wir entlang unserer Streuobstwiese einheimische Sträucher pflanzen. Dafür suchen wir gezielt Arten aus, die sowohl für die Insekten interessante Blüten bereithalten als auch den Vögeln im Herbst und Winter Nahrung liefern. Dabei haben uns die Bände „Blütenpflanzen und ihre Gäste“ von Helmut und Margrit Hintermeier gute Dienste getan. Interessant für uns sind Schwarzer und Traubenholunder, Hundsrosen, Pfaffenhütchen, Hartriegel und Schneeball, Schlehe und Heckenkirsche (Geißblatt).

Dazwischen werden Altholz- und Lesesteinhaufen errichten, denn auch die seltene Zauneidechse kommt bei uns in der Nähe vor. Schon immer haben wir Naturschutz auf unserem Schulgelände und auch im kommunalen Umfeld ganzheitlich gedacht und die Verquickung von Pflanzen-, Insekten- und Vogelwelt durch unsere Maßnahmen adressiert. 

Einen Teil des Preises werden wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern von 'Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit' für neue Stationen des Bienenwegs ausgeben. Allein die aufwendigen Schautafeln kosten mehrere hundert Euro.

An einer Station des Bienenwegs durch Bad Honnef haben die Schüler von Schloss Hagerhof ein Insektenhotel errichtet

Welche neuen Ideen, Vorhaben oder Pläne gibt es derzeit für Ihre Initiative?

Eine neue Idee ist in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station im Rhein Sieg Kreis erwachsen, anlässlich eines Streuobstwiesentags unserer 7. Klassen im Oktober. Wir wollen versuchen, regionalen und vom Aussterben bedrohten Apfelsorten durch Pfropfen auf geeignete Unterlagen an unserer Schule eine neue Heimat zu geben.

Wie haben die Menschen aus Ihrem Umfeld auf den #beebetter-Award reagiert?

In der Gemeinde, bei Eltern und Freunden ist der Award freudig aufgenommen worden. Viele sind durch die Auszeichnung auf den Bienenweg 'Bad Honnef summt' aufmerksam geworden, sodass die Stadt beschlossen hat, die Stationen des Wegs in ihrer offiziellen Stadtkarte zu vermerken. An der Internetpräsenz mittels QR-Codes von den jeweiligen Stationen aus, die von der Stadt Bad Honnef gehosted werden, arbeiten wir mit Hochdruck. Ein erster Teil soll bis Jahresende freigegeben werden.

Haben Sie die #beebetter-Auszeichnung im kleinen Rahmen ordentlich gefeiert?

Natürlich haben wir zusammen mit den Kids ein wenig gefeiert. Gemeinsam haben wir uns die Homepage von #beebetter und das schöne Award-Video angeschaut und dabei die Schokolade aus dem Preispaket genossen.

Was erhoffen Sie sich für Ihr Projekt und für den Bienenschutz in der Zukunft?

Es ist klar, dass unsere Bemühungen, so sehr wir uns auch anstrengen, immer nur ein Tropfen auf einen heißen Stein sind. Ohne die Mitarbeit einer breiten Öffentlichkeit und deren Willen, sich dem Problem der Biodiversitätskrise zu stellen, beispielsweise durch ihr Verbraucherverhalten, und vor allem ohne ein Umdenken in der industriellen Landwirtschaft wird uns ein Umsteuern in dieser Krise nicht gelingen. Die neue EU-Agrarreform ist ein leider viel zu bescheidener Anfang, und uns läuft die Zeit davon, wenn wir das Steuer noch herumreißen wollen!

Trotzdem sind Anstrengungen wie unser Projekt mehr als sinnvoll, vor allem aus pädagogischer Sicht: Die reichhaltige Ausstattung unserer Schule mit Wiesen, Wald, einem Bach und einem Weiher ermöglicht in idealer Weise die originäre Begegnung der Heranwachsenden mit konkreten Naturelementen und bietet die Chance auf echte Naturschutzarbeit sowie die Heranführung der Jugendlichen an einen nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und einer respektvollen Akzeptanz des Rechts auf Leben und Entwicklung der uns umgebenden Lebewelt.

Die im Rahmen von Unterrichtsprojekten gemachten Naturerfahrungen helfen nicht nur dabei, die Jugendlichen für die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren. Es wächst in ihnen auch die Erkenntnis, dass Umweltschutz vor der Haustür‘ anfangen muss und dass lokales Engagement sich lohnt. Auch die Akzeptanz, dass die globale Entwicklung mit den bekannten Problemen künftige unattraktive Maßnahmen nötig machen könnte, wird dadurch gefördert und erhöht die Chancen auf eine demokratische Durchsetzbarkeit.

Zum Projekt

Gewinner der Kategorie „Jugend & Bildung“ 2020

Auf Schloss Hagerhof wird nicht nur gepaukt, sondern auch angepackt. Zum Anwesen der Schule in im nordrhein-westfälischen Bad Honnef gehören eine Streuobstwiese und ein Schulgarten, wo neben Obst und Gemüse auch die Artenvielfalt gedeiht. Mit dem Projekt „Bad Honnef summt!“ engagieren sich die Schüler und Lehrer gemeinsam für den Bienenschutz. Dafür erhalten sie den #beebetter-Award 2020

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