Der Inhalt kurz und knapp

Weil ihr geliebter Hund Todd zu viel bellt, verlieren Molly und John Chester ihr Apartment. Was Andere zum Abschied von ihrem Tier motiviert hätte, nutzten die Chesters zur radikalen Lebensänderung. 2010 lösten sich der Dokumentarfilmer und die Food-Bloggerin aus ihrem bisherigen urbanen Umfeld und verwirklichen einen lang gehegten Traum: Die Gründung einer eigenen Farm. Auf über 80 Hektar in den kalifornischen Hügeln will das Paar mehr Harmonie in sein Leben bringen – und in das Land, das es ernährt. Was folgt, sind acht Jahre Arbeit, die den Idealisten alles an Einsatz abverlangen, aber auch 10.000 Obstbäume sowie alle erdenklichen Haus- und Wildtiere auf einem einst erschöpften, dürren Land hervorbringen. Unter ihnen ein erstaunliches Schwein namens Emma und deren bester Freund, der Hahn „Greasy“ sowie Hunde, Hühner, Rinder und natürlich jede Menge Bienen.

Inmitten eines neuen alten Ökosystems erkennen die Chesters, dass im großen Kreislauf des Lebens alle ihren Beitrag leisten können. Auch wenn es nicht gleich 80 Hektar sein müssen, die man von Grund auf umgestaltet, inspiriert der Film dazu, etwas zu tun, um mehr Raum für Natur und Tiere zu schaffen. 

Der große Traum beginnt

Ihre Vision klingt märchenhaft: Ein traditioneller Bauernhof mit einer überwältigenden Vielfalt an Pflanzen, Obstsorten und glücklichen Tieren. Das Land, auf dem sie ihren Traum realisieren wollen, ist jedoch ausgetrocknet und vernachlässigt – eine von Monokulturen umgebene Wüste voller verlassener Bienenstöcke und stillgelegter Legebatterien. Schnell wird ihnen klar, dass das, was sie vorhaben, nicht „normal“ ist, so Molly Chester. Um die tote Erde wiederzubeleben, verpflichten die frisch gebackenen Landwirte den Berater Alan York - ein Pionier im Bereich der biodynamischen Landwirtschaft. Sein Enthusiasmus ist ansteckend, seine Erfahrung wertvoll, sein Credo: Vielfalt.

Das Auf und Ab des neuen Lebens

Neben ihrem Mentor stehen den Chesters die routinierten Landarbeiter Flavio und Raul zur Seite, dazu eine Gruppe engagierter Praktikanten aus aller Welt. Nach und nach nimmt die Schar der tierischen Mitbewohner der Farm zu: Die ersten Nutztiere beziehen ihre Ställe, von Hühnern über einen Bullen, Kühe, Schafe bis zu zwei Wachhunden. Auf der Mikroebene beleben Würmer und andere Kleinstlebewesen gemeinsam mit dem unverzichtbaren, wertvollen Dung der Nutztiere den ausgelaugten Boden zu neuem Leben. Und dem neuen Schwein Emma kommt eine tragende Rolle auf der Farm zu. Bei ihrer Ankunft ist sie schwanger und von Durchfall geplagt. Die Geburt ihrer siebzehn Ferkel markiert einen ersten Höhepunkt im Verhältnis der Chesters zu der sie umgebenden Tier-welt.

Im zweiten Jahr des Farmbetriebs bewirtschaftet das Team von Molly und John bereits einen acht Hektar großen Obstgarten. Aus Mollys geplanten drei Sorten sind mittlerweile 75 geworden. Die Eier der Apricot Lane Farm sind der Renner auf den Wochenmärkten, mehr Hühner werden angeschafft, und Alan Yorks Prophezeiung vom sich irgendwann selbst regulierenden Ökosystem scheint Gestalt anzunehmen - bis die Kojoten kommen, unzählige Hühner reißen und zeigen, wie schnell das erwachende System erschüttert werden kann. Emma leidet im Zuge ihres großen Wurfes an hohem Fieber, ein paar Tiere müssen notgeschlachtet werden. „Die gute Absicht allein ist keine Absicherung“ müssen sich die Chesters angesichts ihrer ersten großen Rückschläge eingestehen.

Doch als die Obstbäume im dritten Jahr in voller Blüte stehen, kehren die Bienen zurück. Auch die Obsternte kann sich sehen lassen. Leider finden auch die riesigen Schwärme an Staren, die gemeinsam mit Käfern 70 Prozent des Ertrags beschädigen, Gefallen daran. Jeder Schritt, den die Chesters unternehmen, scheint den Weg zu einer nächsten Plage zu ebnen. Der lange Weg der Chesters zur eigenen Farm ist steinig und mit vielen Hindernissen durchzogen, mit Arbeit, Verlust und Risiko, doch auch mit wertvollen Erkenntnissen, unglaublichen Glücksmomenten und Erfolgserlebnissen.

Apricot Lane ist ein Musterbeispiel nachhaltigen Wirtschaftens. Ihre Vorstellung, in vollkommener Harmonie mit der Natur zu leben, haben die Chesters aufgegeben zugunsten eines „komfortablen Levels an Disharmonie“. Das von ihrem Hund Todd inspirierte Wagnis ist zu einem Erfolg geworden - mit der ganzen Bandbreite an Emotionen, Erfahrungen, Risiken und Glücks-momenten, die die Existenz alles Lebenden auf der ganzen Welt bestimmt.

Es müssen nicht gleich 80 Hektar sein, die man umgestaltet, um Natur und Tieren mehr Raum zu schaffen. Jeder von uns kann auch im kleinen Rahmen etwas tun und kleine Paradiese für Bienen und Insekten auf Terrasse und Balkon, oder im eigenen Garten schaffen. 

Auf einen Blick

Unsere große kleine Farm

Ein Film von John Chester

Mit

John & Molly Chester, Alan York sowie

Hund „Todd“, Schwein „Emma“ ,Hahn „Greasy“ und vielen anderen Tieren

Kinostart: 11. Juli 2019

USA 2019, Länge: 91 Min.

Filmhomepage (in Kürze online):

www.unsere-grosse-kleine-farm.de

#unseregrossekleinefarm

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