Vom #beebetter-Award bis heute

Nahezu zeitgleich zur Verleihungsfeier des #beebetter-Awards im November 2019 wurde auf einem weiteren Friedhof eine extensive Streuobstwiese angelegt. Außerdem wurden weitere 3.000 m² auf den Friedhöfen naturnah umgestaltet, Totholzelemente angelegt, Blühwiesen eingesät, heimische Stauden gepflanzt und vieles mehr. Bei all diesen Aktivitäten legen alle Mitstreiter des Projekts großen Wert auf die richtige Auswahl der Pflanzen, die an die Bedürfnisse der besonders gefährdeten Wildbienenarten angepasst sind.

Das Projekt "Ökologische Nische Friedhof" erhielt viele positive Rückmeldungen nach der Auszeichnung mit dem #beebetter-Award. Dadurch konnten neue Kontakte geknüpft und eine breitere Öffentlichkeit angesprochen werden. "Das ist besonders wichtig, denn nur dadurch kann man auf die Gefährdung der Wildbienen hingewiesen und die Menschen motivieren, selbst im Wildbienenschutz aktiv zu werden", sagt Jakob Garbo-Klucken vom BUND Niedersachsen.

Weitere Infos

Gewinner der Kategorie "Öffentliche Einrichtungen & Großgruppen" 2019

Der BUND Niedersachsen führt gemeinsam mit mehreren Partnerfriedhöfen Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität auf urbanen Friedhöfen durch. Auf den Friedhöfen werden die Lebensbedingungen für Insekten verbessert, indem heimische und standortgerechte Pflanzen verwendet werden. Mit Exkursionen, Schulungen, Bestimmungskursen und Infomaterial führt der BUND Interessierte in die spannende Welt der Wildbienen.

Zukunftspläne

Das Projekt "Ökologische Nische Friedhof" läuft noch bis September 2020. Bis dahin stehen weitere Pflanzungen und Schulungen auf dem Programm. Schon jetzt wurden mehr Flächen für Wildbienen aufgewertet als anfangs geplant. Ein Höhepunkt in diesem Jahr wird die Projekt-Broschüre sein, die die Ergebnisse und Erfahrungen aus fast drei Jahren „Ökologische Nische Friedhof“ präsentiert. Außerdem ist eine Pflanzenbörse auf allen beteiligten Friedhöfen geplant. Aufgrund der Einschränkungen durch Corona mussten die geplanten Veranstaltungen leider absagt und einige Maßnahmen verschoben werden. Aktuell fokussiert man sich auf die Erstellung der Broschüre.

Totholz als Lebensraum für Wildbienen

Veränderungen im Wildbienenschutz

"Wildbienenschutz scheint mittlerweile überall ein Thema zu sein. Dabei müssen die immer mehr werdenden Wildbienen-Angebote auf dem Markt auch kritisch beobachtet werden. So werden beispielsweise immer häufiger Pflanzen angeboten, die das Prädikat „bienenfreundlich“ erhalten. Nur werden diese Produkte häufig ausschließlich von Honigbienen genutzt, den Wildbienen helfen sie meist nicht. Beim Kauf solcher Produkte sollte man verstärkt auf die Bedürfnisse der stark gefährdeten Wildbienen achten", so Jakob Garbo-Klucken. Problematisch sei auch, dass bei der Anzucht von Pflanzenstauden meist torfhaltige Blumenerden verwendet würden. "Als Bienenfreund trägt man dann leider dazu bei, dass sensible Moor-Biotope weiter geschädigt werden und damit auch Lebensräume für seltene Wildbienenarten verschwinden." 
Bei allen Bemühungen rund um die Wildbienen seien es oft schon kleine Schritte, die große Effekte haben. In einen lückigen Rasen, in dem Gundermann, Klee und Löwenzahn wachsen und blühen können, wird man zum Beispiel unglaublich viel Leben entdecken.

Streuobstwiesenpflanzung auf Nordwest-Friedhof Lüneburg

Tipps für aktuelle Bewerber des #beebetter Awards

Mit dem Projekt: Ökologische Nische Friedhof möchten wir alle Aktiven weiter in ihren Bemühungen ermutigen. Die vielen kleinen und großen Projekte sowie das Engagement der Mitmenschen macht Hoffnung, auf Erfolge gegen das Insektensterben.

Jakob Garbo-Klucken (BUND Niedersachsen, Ökologische Nische Friedhof)