Warum unterstützen Sie #beebetter?

Mit der Biene als Galionsfigur schafft die #beebetter-Kampagne enorme Aufmerksamkeit für das Thema Insektensterben. Hier werden die Zusammenhänge erklärt, warum ihr Lebensraum bedroht ist, warum es immer weniger in unseren Gärten und Landschaften summt und brummt. Und sie motiviert jeden Einzelnen bis hin zu großen Unternehmen selbst aktiv zu werden für den Bienenschutz.

Was ist Ihr Fachgebiet?

Als Kommunikationsprofi und frühere Journalistin vermittle ich seit vielen Jahren Themen des Natur- und Umweltschutzes an die breite Öffentlichkeit. Seit über drei Jahren als Leiterin der Pressestelle des WWF Deutschland. Unser Team stellt sich jeden Tag aufs Neue der Herausforderung, komplizierte Sachverhalte zu Fragen der Gefährdung von Ökosystemen, zum Artenstreben bis hin zur Erderhitzung für die verschiedensten Formate, Kanäle und Redaktionen gut verständlich und inspirierend aufzubereiten. 

Warum liegt Ihnen der (Wild-)Bienenschutz am Herzen?

Das Verschwinden von Wildbienenarten, das große Insektensterben sind Indikatoren dafür, dass unsere Natur immer stärker unter Druck gerät: durch die Intensivierung der Landwirtschaft, durch Pestizide, durch Klimawandel, durch Bebauung und das Versiegeln von Flächen. Und die Bienen und Insekten fehlen in der Natur: als Nahrung für andere Arten wie AmphibienVögel und Fledermäuse. Geradezu unverzichtbar sind sie bei der Bestäubung vieler Pflanzen.

In welcher Kategorie erwarten Sie besonders überzeugende oder spannende Bienenschutz-Projekte?

Im zweiten Jahr von #beebetter würde ich mich freuen, wenn wir wirklich große Player erreichen. Zum Beispiel Unternehmen oder große Städte, deren Engagement einen immensen Unterschied macht, weil sie zum Beispiel über sehr viele Flächen verfügen, die bienenfreundlich gestaltet werden. Damit bekommt die Zukunft der Bienen einen ordentlichen Schub. Daher die erste Kategorie: Institutionen (Unternehmen, Kommunen, Großgruppen).

Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit es Bienen in Zukunft besser ergeht?

Der Lebensraum von Insekten muss einen grundlegend anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen. Dies gilt für die Landwirtschaft, aber auch weit darüber hinaus: So müssen unsere Gärten nicht klinisch rein gepflegt und gespritzt werden und an vielen Orten sollten wir Lichtquellen reduzieren und insektenfreundlicher gestalten. Aber die größte Herausforderung bleibt im Moment die Landwirtschaft. Pestizide in der Landwirtschaft müssen reduziert und die Vielfalt von Ackerkräutern, Brachflächen, Weg- und Gewässerrandstreifen gefördert werden. Als Gesellschaft müssen wir die Landwirte dabei unterstützen.

Was tun Sie, um (Wild-)Bienen zu helfen?

Ich habe auch privat einen großen Faible für Bienen. In meinem Garten setze ich auf bienenfreundliche Blumen und Pflanzen. Dafür werde ich im Herbst mit einer üppigen Obsternte belohnt…

Wenn ich eine (Wild-)Biene wäre, dann wäre ich…

… eine Blauschwarze Holzbiene, sie liebt trockenwarme Standorte mit hoher Sonneneinstrahlung. Als Nahrungsgeneralistin schlägt sie sich wacker. Und mit ihrem schwarzen Körper samt vier auffällig violett-metallisch glänzenden Flügeln steht sie optisch für die Vielfalt in der Bienenwelt – es gibt hier noch mehr als schwarz-gelb zu entdecken.