Warum unterstützen Sie #beebetter?

Ich finde es gut, dass #beebetter Wildbienen nicht isoliert in den Fokus rückt. Der Kampagne geht es um ihre Lebensräume, um Zusammenhänge und Wechselwirkungen in ihren Ökosystemen. Je größer der #beebetter-Schwarm, desto besser. Wir brauchen eine bundesweite Bewegung zum Schutz der Insekten!

Was ist Ihr Fachgebiet?

Ich bin ausgebildeter Journalist und seit acht Jahren beim WWF für die Kommunikation und Kampagnen zum Schutz der Natur zuständig. Mein Job ist es, Natur- und Umweltschutz in die Öffentlichkeit zu tragen und Menschen dafür zu gewinnen. Dies funktioniert am besten, wenn verschiedene Akteure gemeinsam mobilisieren. Die #beebetter-Kampagne ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Warum liegt Ihnen der (Wild-)Bienenschutz so am Herzen?

Wildbienen sind ein wichtiger und schöner Teil unserer Landschaften, mit wahnsinnig vielen spannenden Facetten in ihrer Lebensweise. Auch als Bestäuber sind die Wildbienen essentiell. Sie stehen stellvertretend für viele Insektenarten, die in Deutschland immer mehr unter Druck geraten. Ihr dramatischer Rückgang zeigt uns, wie dringend wir handeln müssen.

In welcher der fünf Kategorien erwarten Sie besonders spannende Projekte?

Ich erwarte, dass gerade von Jugendlichen tolle Projekte eingereicht werden. Immer mehr Jugendliche wollen – nicht erst seit der Fridays for future-Bewegung - die Zukunft selber in die Hand nehmen und vertrauen nicht mehr nur uns „Alten“. Persönlich bin ich auch besonders gespannt auf die Projekte aus der Landwirtschaft. Denn Initiativen, die aus der Landwirtschaft selber kommen, lassen sich sicher gut auf andere Höfe übertragen.

Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit es Bienen in Zukunft besser ergeht?

Unser Umgang mit den Lebensräumen von Insekten muss sich grundlegend ändern. Dies gilt für die Landwirtschaft, aber auch weit darüber hinaus: So müssen unsere Gärten nicht klinisch rein gepflegt und gespritzt werden und an vielen Orten sollten wir Lichtquellen reduzieren und insektenfreundlicher gestalten. Aber die größte Herausforderung bleibt im Moment die Landwirtschaft. Pestizide in der Landwirtschaft müssen reduziert und die Vielfalt von Ackerkräutern, Brachflächen, Weg- und Gewässerrandstreifen gefördert werden. Als Gesellschaft müssen wir die Landwirte dabei unterstützen.

Wenn ich eine (Wild-)Biene wäre, dann wäre ich...

... die Rostrote Mauerbiene. Die osmia bicornis ist nicht nur Insekt des Jahres 2019, sondern auch eine Bienenart, die grundsätzlich nicht sticht. Das Zusammenleben mit Menschen ist also kein Problem. Da sie häufig in der Nähe menschlicher Behausungen nistet, lässt es die Mauerbiene zu, ihren Lebenszyklus ganz aus der Nähe zu beobachten.