Warum unterstützen Sie #beebetter?

Es gibt viele Anstrengungen und Aktivitäten, etwas für Bienen zu tun. Das ist wunderbar. Mit BurdaHome nimmt sich jetzt aber jemand des Themas an, der eine riesige Reichweite in der Bevölkerung erzielen kann. Damit kann das Thema Wild-Bienenschutz sehr viele Menschen erreichen und hoffentlich zum „Tun“ bewegen. Das ist für uns ein überzeugender Grund, bei der Initiative dabei zu sein.

Was ist Ihr Fachgebiet?

Der Gartenbau und die ökologische Gartenpflege. Im Gartenbau-Studium habe ich die Liebe zu den Insekten entdeckt und die Insektenkunde, neben Ökologie und Pflanzenschutz, vertieft. Das ist schon Jahrzehnte her, führte mich aber auf direktem Wege zu Neudorff und auch in die #beebetter-Jury.

Warum liegt Ihnen der (Wild-)Bienenschutz so am Herzen?

Ich begeistere mich immer aufs Neue für die Natur, finde es faszinierend, wie die Wildbienen leben, wie spezifisch manche Arten an ihren Lebensraum angepasst sind. Wie sie für ihre Brut sorgen, Hunderte Male fliegen, um Pollen in die Brutzellen zu tragen. Und wie wichtig sie, die fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit aktiv sind, für unser Ökosystem und letztlich für unser Überleben sind.

In welcher der fünf Kategorien erwarten Sie besonders spannende Projekte?

Ich glaube im Bereich „Private Initiativen“ wird es besonders vielfältige Projekte geben.

Kennen Sie bereits Bienenschutz-Projekte oder überzeugende Bienenschützer?

Da gibt es mehrere. Besonders beeindruckt mich mein Kollege, der zusammen mit seiner Frau ein Eldorado für Wildbienen geschaffen hat und es hingebungsvoll und mit viel Wissen pflegt. Ein riesiger Garten ohne Rasen, in dem es das ganze Jahr über blüht. Sehr beeindruckend! Ein weiteres Projekt ist das „Netzwerk blühende Landschaften“, das für mehr Blühflächen in der Landschaft sorgt. Das ist für mich ein sehr guter Ansatz.

Was erhoffen Sie sich von der Initiative #beebetter?

Ich hoffe, dass wir es schaffen, bei den Garten- und Balkonbesitzern neue Impulse zu setzen. Dass viele Leute beginnen, bei der Pflanzenauswahl an die Bienen und überhaupt an Insekten zu denken. Und begreifen, dass jeder, wirklich jeder, der Pflanzen im Freien pflegt, sich seiner Verantwortung gegenüber unseren Mitbewohnern auf dieser Erde bewusster wird.

Wie kann man Ihrer Meinung nach Wildbienen am besten helfen?

Es wäre schon viel getan, wenn man im Garten und auf dem Balkon mehr Pflanzen mit Pollen und Nektar anpflanzt, und wenn die Gärten nicht so ordentlich aufgeräumt wären. Dass würde den Bienen wunderbar helfen.

Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit es Bienen in Zukunft besser ergeht?

Wir müssen lernen, umzudenken. Natürlich kann in der Landwirtschaft viel getan werden. Doch wir sollten uns wieder bewusst werden, dass jeder Einzelne Verantwortung hat für die Art, wie wir mit unserer Erde umgehen. Die oberste Prämisse bei der Gartengestaltung darf eben nicht „pflegeleicht“ heißen, was gleichgesetzt wird mit „Schotterwüste“. Sondern wir brauchen wieder mehr Vielfalt in den Gärten. Vielfalt an Pflanzen, aber auch an Lebensräumen. Ordnung, diese ur-deutsche Tugend, ist im Garten und überhaupt in der Natur eher hinderlich.

Was tun Sie, um (Wild-)Bienen zu helfen?

Natürlich ist unser Garten bunt und blühend und liefert vielen Insekten und anderen Tieren Lebensraum. Wir haben einen großen Bereich zur dauerhaften Wildblumenwiese umgestaltet, wo es bis in den November hinein summt und brummt. Und ich okkupiere zunehmend Areale in unserer Nähe, also Baumscheiben und langweilige Rasenflächen. Dort pflanze ich Krokusse und Traubenhyazinthen und versuche so, meine Umgebung immer attraktiver für Insekten zu gestalten. Und ich versuche Nachbarn, Bekannte und Freunde zu missionieren. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass viele Menschen bereit sind, etwas zu tun – sie wissen nur nicht wie.

Wenn ich eine (Wild-)Biene wäre, wäre ich ...

die Blauschwarze Holzbiene. Sie ist unsere größte heimische Bienenart, lebt in Totholz, kann sich aber selbst ihre Hohlräume bauen, ist also quasi unabhängig. Außerdem lebt sie sehr lange, kann daher als eine der wenigen Bienenarten ihre eigene Brut als erwachsene Bienen erleben und sie ist nicht auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert. Außerdem überwintern, im Gegensatz zu den meisten anderen Bienenarten, Weibchen und auch die Männchen!