Das Projekt - kurz & knackig

Florian Wester aus Troisdorf in Nordrhein-Westfalen hat im Oktober 2020 das Start-Up „flowbee“ gegründet und vertreibt seither mit vollem Einsatz und reichlich Leidenschaft Nisthilfen für Wildbienen. An seine „WiBiNis“ (kurz für Wildbienen-Nisthilfen) stellt er selbst größte Ansprüche. Sie sind so gefertigt, dass hohlraumbesiedelnde Wildbienenarten sie optimal als Kinderstube nutzen können. Mit einem Dach aus Naturschiefer aus dem rheinischen Schiefergebirge, einem Korpus aus Massiveiche, die nach Möglichkeit aus regionaler, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, und einer Imprägnierung aus Leinöl sind die „WiBiNis“ nicht nur dekorativ, sondern auch langlebig und hochwertig. Noch dazu ermöglichen die kleinen Naturkinos faszinierende Beobachtungen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon.

„Die größte Genugtuung erfahre ich, wenn ich mitbekomme, dass ich mit den Nisthilfen Faszination auslösen konnte. Positive Rückmeldungen, Fragen über Bienen oder zu einer insektenfreundlichen Gartengestaltung sind toll und sprechen für den Erfolg meines Vorhabens.“

Bei seinem Ziel, andere für die Welt der Wildbienen zu begeistern und sie mit seiner Begeisterung anzustecken, bezeichnet Florian Wester die handgefertigten Nisthilfen als die erste Stufe einer Treppe hin zum tiefergehenden Interesse für die summenden Nützlinge. Um zu vermitteln, wie wichtig die Biodiversität und die Rolle der Bienen für unsere Umwelt sind, leistet der 24-Jährige vielseitige Aufklärungsarbeit.

Beweggründe

„Auf einem Straßenfest wurde ich von einem älteren Herrn zum Bau meiner ersten Nisthilfe inspiriert. Wegen meines Grundstudiums der Landschaftsökologie fand ich seine „Häuser“ sehr interessant und so führten wir ein ziemlich langes Gespräch“, erzählt Florian Wester. Nach dieser Begegnung informiert er sich genauer über die ökologische Bedeutung von Wildbienen und deren Ansprüche an künstliche Nistmöglichkeiten. Dabei entdeckt der Student eine ganz neue Welt, die ihn veranlasst, unzählige Bienen-Kinderstuben herzustellen. „Im Rahmen meines kreativen Auftriebs setzte ich mir zum Ziel, eine möglichst ökologisch wirksame Nisthilfe aus regionalen und hochwertigen Materialien zu entwickeln.“ Schnell merkt er, dass seine kleinen „Naturkinos“ auch andere sehr faszinieren. Deshalb gründet er schließlich ein eigenes Start-Up und ersinnt verschiedene Wege, um neben seinen „WiBiNis“ auch Wissenswertes und Hilfreiches über Wildbienen unter die Leute zu bringen.

„Ich möchte ein Bewusstsein für unsere vielfältige und faszinierende Umwelt schaffen, die mir am Herzen liegt und mich immer wieder aufs Neue begeistert. Außerdem möchte ich dazu beitragen, dass man diese Schönheit auch in Zukunft noch erleben kann“

Projektbeschreibung

Dass sich "flowbee" zu einem aufstrebenden Start-Up entwickelt, verdankt der Gründer in erster Linie seinem eigenen Engagement. Aber auch die Hilfe seiner eifrigen Mitstreiter ist dafür entscheidend. So unterstützt ihn seine Freundin Lotta mit ihrer Expertise als Tischlerin bei der Planung, während sich Linn, eine Gleichgesinnte aus dem Freundeskreis, im Rahmen ihrer Abschlussarbeit mit der Gestaltung des Social-Media-Auftritts und der Website beschäftigt hat. Auch heute noch ist sie ein aktiver Teil von flowbee und gestaltet die Online-Präsenz. 

Maurice, ein weiterer Freund, hat sich in seiner Bachelorarbeit mit den betriebswirtschaftlichen Belangen und der Optimierung des Produktionsprozesses auseinander gesetzt. Auch Lisa, ein kreativer Kopf, steht mir bei designtechnischen Fragen mit bestem Rat zur Seite steht. Ich bin stolz, eine Unternehmung geschaffen zu haben, an der junge Leute mit Begeisterung teilhaben und eigene Erfahrungen sammeln können", so Florian Wester.

„WiBiNis“ – Kinderstuben für Wildbienen

Für seine Nisthilfen verwendet Florian Wester Eichenholz aus der Region, Schiefer aus dem rheinischen Schiefergebirge und eine umweltfreundliche Leinöl-Imprägnierung. Die Aufhängung ist so konstruiert, dass ein Luftschlitz einer Verpilzung der Nistgänge entgegenwirkt. Da sich das Bohrmuster mit Löchern in verschiedenen Größen an der Holzmaserung orientiert, fällt es immer anders aus und macht jedes Stück zum Unikat. Erhältlich sind die "WiBiNis" zum einen über den Etsy-Shop von flowbee, zum anderen über eine Verteilstation vor dem Garten der Familie, die zugleich als Infostand für Wanderer dient.

Infomaterial & Bienen-Saatgut

Zu jeder Bienen-Kinderstube gibt es immer auch ein Päckchen mit bienenfreundlichen Blumensamen sowie einen Flyer mit Infos, beispielsweise zum Leben der Wildbienen und deren Rolle im Ökosystem. An einer Verteilstation auf dem Grundstück der Familie bietet er neben Nisthilfen ebenfalls kostenloses Infomaterial und Samen der Initiative "Deutschland blüht auf" an.

Bienenfreundlicher Garten

Das Grundstück der Familie erstreckt sich über rund einen Hektar. Ein Teil davon besteht aus Wiesen mit einer Vielzahl an heimischen Wildblumenarten. Zur Beweidung rotieren fünf Pommersche Landschafe darauf und beim gelegentlichen Mähen bleiben Blühinseln oder Blühstreifen stehen, um die natürliche Vegetation samt der Blütenpracht gezielt zu fördern. Auch eine Streuobstwiese mit altem Baumbestand sowie eine Ansammlung von jüngeren Obstbäumen gehören zum Garten. Am Waldrand stehende Schlehen, Quitten und Kirschen liefern zusätzliche Bienennahrung. Als Nistplatz für bodennistende Arten wie Sandbienen und Schenkelbienen dienen mehrere offene Bodenflächen, darunter auch Steilwände mit Lehmboden. Und natürlich fehlt es auch nicht an unzähligen selbstgemachten Nisthilfen für hohlraumbesiedelnde Wildbienen.

Aufklärungsarbeit

Seit April 2021 findet man auf Instagram unter dem Usernamen @flowbee.wibini regelmäßig ansprechende Posts rund um die heimische Bienenvielfalt. Die Inhalte beschränken sich nicht nur auf hohlraumbesiedelnde Wildbienen, die die „WiBiNis“ als Kinderstube nutzen, sondern befassen sich mit Themen darüber hinaus. Denn das Ziel ist es, eine Art Umweltplattform zu schaffen, die informiert und sensibilisiert. Zur Internetpräsenz des jungen Start-Ups gehört auch die Homepage, die unter www.flow-bee.de zu finden ist.

Vorträge & Seminare

„Zu Beginn des Jahres hielt ich einen Vortrag über Wildbienen und Nisthilfen beim Kiwanis-Club Bonn e.V., einem Verein, der sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzt. Daraus hat sich eine weitere Zusammenarbeit entwickelt, die einen grundlegenden Vortrag und einen Workshop samt der Montage von Nisthilfen auf dem Schulgelände der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule Bonn beinhaltet.“ Auch beim Bienen-Talk von „Global Gedacht“ (Podcast vom Masifunde Bildungsförderung e.V.) und bei der #StundederInsekten bei Insect Respect zum Thema "Schöner Wohnen für Insekten"war Florian Wester als Bienenexperte geladen.

Seither hat sich allerdings noch einiges mehr getan, wie der #beebetter-Gewinner mit berechtigtem Stolz erzählt: "Mit Insecticon habe ich einen gemeinsamen Kurzfilm "Naturkino für den Garten" gedreht. Die faszinierenden Nahaufnahmen und Erläuterungen von Insecticon ergänzen meine Moderation über ökologisch wirksame Nisthilfen für Wildbienen. TiereSuchenEinZuhause vom WDR hat mich im Rahmen des Weltbienentages 2021 besucht und wollte wissen, wie es rund um unsere Wildbienen steht und wie wir helfen können. Im Herbst habe ich einen Workshop bei den Stadtwerken Troisdorf durchgeführt - inklusive des gemeinsamen Baus von simplen und zugleich effektiven Nisthilfen."

Weitere Pläne & Ziele

Dem frisch gebackenen #beebetter-Gewinner gehen die Ideen in Sachen Bienenschutz noch lange nicht aus. Auch für das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro, das mit der Auszeichnung mit dem Sonderpreis einhergeht, gib es bereits Pläne: „Ich würde gerne eine an unser Grundstück angrenzende, landwirtschaftliche Fläche pachten, die derzeit zur Heuernte genutzt wird. Daraus möchte ich eine vielfältige Streuobstwiese machen, eventuell mit einem informativen Umweltlehrpfad. Neben Obstbäumen sollen darauf auch regionale Wiesenarten blühen und kleinflächige Strukturen wie Steilwände, Sandarien und Totholzhaufen entstehen. Außerdem plane ich eine eigene kleine Werkstatt einzurichten, da ich derzeit noch an die Werkstatt meines Vaters gebunden bin. Ein wenig mehr Platz und die Möglichkeit, alle Arbeitsschritte in einem Raum durchzuführen, wären klasse.“

„Mein Antrieb ist die Vision, unsere Gesellschaft aufmerksamer zu machen und somit eine Grundlage für den Schutz unserer Umwelt zu schaffen. Dabei stellen die Nisthilfen die erste Stufe der Interessensentwicklung dar.“

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