Duftende Vielfalt

Das dekorative Kraut trägt so wohlklingende Namen wie Erdbeer-Minze, Orangen-Minze oder Schoko-Minze und ist spätestens seit „Hugo“ nicht mehr aus dem Garten wegzudenken. Während bei dem Holunderblüten-Drink die Marokkanische Minze Furore machte, haben die vielfältigen Frucht-Minzen wie Limonen- oder Feigen-Minze längst die Kräuterküche erobert. Tee-Minzen wie Apfel- oder Spearmint-Minze werden getrocknet als bekömmliche Muntermacher geschätzt, und die echte Pfefferminze ist seit Langem wegen ihres entzündungshemmenden und krampflösenden Öls bekannt. Schon im Mittelalter dienten die Pflanzen als klassisches Heilmittel. Im Hortulus des Walahfrid Strabo (9. Jh.) ist zu lesen: „Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch wissen, wie viele Fische im Roten Meer wohl schwimmen.“ Dabei waren viele unserer heutigen Sorten damals noch gar nicht bekannt!

Unser Tipp

Beliebt bei Wildbienen und anderen Insekten

Die Blüten von Minze stehen nicht nur bei Schmetterlingen hoch im Kurs, sie werden häufig auch von Wildbienen besucht. Die kleineren Verwandten der Honigbiene verdienen unsere Unterstützung, indem wir wertvolle Pollen- und Nektarspender pflanzen: Wildbienen tragen als wichtigste Bestäuber einen großen Teil zu einer erfolgreichen Obstund Gemüseernte bei. Wer Minzen nach der Haupternte im Frühsommer noch einmal im Herbst zur Blüte kommen lässt, bietet in der Zeit, wenn der Flor langsam rar wird, noch einmal einen reich gedeckten Tisch. Wer möchte, kann die Triebe auch erst im Frühjahr zurückschneiden: Sie sind für Insekten in der Winterzeit Unterschlupf und schützen vor Kälte.

Gestaltungstipps für den Garten

Minzen wecken die Sammelleidenschaft – mindestens sechs bis acht Sorten im Bauerngarten oder in Pflanzgefäßen sollten es schon sein, um wenigstens einen Teil ihrer Bandbreite genießen zu können. Dabei kann man ein separates duftendes Minzebeet oder ein Topf-Ensemble gestalten oder aber man kombiniert die Lieblingssorten im halbschattigen Kräuterbeet zusammen mit Zitronen-Melisse, Sauerampfer oder Süßdolde. In der Staudenrabatte sind Minzen wunderschöne Begleiter für Weidenröschen, Silberblatt oder Glockenblume.  

Einzigartige Aromen

  • Pfefferminze ‘Black Spearmint’ (Mentha x piperita, 50 cm hoch) hat hübsche purpurrote Blätter und hilft bei Verdauungsproblemen. 
  • Kümmel-Minze (Mentha species, 40–80 cm hoch) würzt mit ihrem kümmelöligen Aroma Fleischgerichte oder Gemüse-Eintöpfe.
  • Kärntner Nudelminze (Mentha species ‘Kärnten’, 40–80 cm hoch) verleiht „Kärntner Kasnudeln“ ihr besonderes Aroma, würzt aber auch Salate, Kartoffeln oder Pilzgerichte.
  • Schoko-Minze (Mentha x piperita var. piperita ‘Schoko’, 30–60 cm hoch) erinnert an Minze-Schokolade – ideal für Eis und Süßspeisen. 
  • Erdbeer-Minze (Mentha spicata var. crispa ‘Strawberry’, 30–50 cm hoch) duftet nach den Sommerfrüchten und ist in Obstsalaten beliebt. Für Töpfe geeignet, da sie nicht ganz winterhart ist.
  • Silber-Minze (Mentha longifolia ‘Buddleia’, 50–70 cm hoch) hat mit ihrensilbergrünen Blättern und lila Blüten vor allem Zierwert, etwa im weißen Beet.
  • Bowles-Apfel-Minze (Mentha x rotundifolia ‘Bowles’, 40–60 cm hoch) schmeckt dank des Apfeldufts in Bowle, Eis und Sorbet.
  • Süße Limonen-Minze (Mentha speciosa ‘Hillary’s Sweet Lemon’, 20–40 cm hoch) verfeinert mit ihrem Bergamotte-Aroma Desserts

So hält man sie im Zaum

Ihr Ausbreitungsdrang lässt sich gut im Zaum halten: Pflanzen Sie Minze stets mitsamt einem 15–20 Liter großen Kunststofftopf, bei dem Sie zuvor den Boden entfernt haben, ins Beet; der Rand sollte oben zwei Zentimeter herausragen. So wird ein unkontrolliertes Ausbreiten durch Ausläufer und das Überwachsen von schwächeren Nachbarn verhindert. Alle zwei Jahre nimmt man die Pflanze heraus und versorgt sie mit neuer torffreier Erde und organischem Dünger wie Hornspänen. Auch Minze im Topf schätzt diese Frischekur.