Um den Wildbienen nach den kühlen Wintertemperaturen möglichst früh Nahrungsmöglichkeiten bieten zu können, ist es wichtig, Frühblüher im Garten zu haben. Welche Pflanzen fallen hierunter?

Bereits im Frühjahr finden unsere kleinen Helfer einige wichtige Nahrungslieferanten. So zeigt sich die prachtvolle Pflaumenblüte, welche einen Durchmesser von zwei bis vier Zentimeter aufweisen und in China für Willensstärke, neues Leben sowie Veränderung steht. Aber auch die Lenzrose, mit ihrer Blütezeit von Februar bis April und ihren unterschiedlichen Farbausprägungen, sind nicht nur für uns ein wahrer Augenschmaus, auch unsere kleinen Helfer erfreuen sich an ihnen. Der Krokus zählt zur Familie der Schwertliliengewächse und kann generell in drei verschiedene Gruppen eingeteilt werden: die Frühjahrsblüher, die großblumigen Hybriden und die der Herbstblüher, welche ihre Blütezeit meist zwischen September und Oktober haben. Die Muscari botryoides oder auch kleine Traubenhyazinthe genannt, bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort mit möglichst lockerer und durchlässiger Erde, damit sich die Nässe nicht zu sehr staut. Gut zu wissen: Traubenhyazinthen sind robust veranlagt, sodass Krankheiten und Schädlinge in der Regel keine große Rolle spielen. Zwischen Oktober und November bietet es sich an Blaustern (Scilla bifolia) zu pflanzen. Einmal in der Erde eingepflanzt, kann er mehrere Jahre am selben Ort bleiben, ohne dabei besonders viel Pflege zu verlangen. Auch der Blaustern möchte nach Möglichkeit in nicht zu nassem Boden sitzen, da die Zwiebel nur bedingt Feuchtigkeit wünscht und bei Überwässerung zur Zwiebelfäule neigt. Das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) weist eine Maximalhöhe von rund 30 Zentimetern auf und zeichnet sich durch auffällig gefleckte Blätter aus. Am liebsten haben Lungenkräuter einen lehmig-humosen, nährstoffreichen sowie sommerwarmen Erdboden.

 

Auf den ersten Blick sehr ähnlich, handelt es sich bei diesen Frühblühern dennoch um unterschiedliche Nahrungsquellen für unsere Wildbienen. Beim frühjährlichen Erblühen des kleinen Schneeglöckchens (Galanthus nivalis) öffnet sich die Blüte und hängt glockenförmig nach unten. Die gut zugänglichen Pollen stehen als Nahrungsspender für Wildbienen zur Verfügung. Aus der Gattung der Kreuzblütler stammt die Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina). Ihre weißen, duftenden Blüten sind unter den Nützlingen ähnlich beliebt wie die der Märzenbecher (Leucojum vernum). Diese können von Februar bis in den April hinein blühen und bevorzugen dabei einen halbschattigen bis schattigen Standort. In Punkto Erdbeschaffenheit sind Märzenbecher schnell zufriedenzustellen - Hauptsache nicht zu trocken. Die Christrose (Helleborus niger), auch als Schneerose beziehungsweise Nieswurz bekannt, erfreut mit ihren eleganten weißen Blüten von November bis März, je nach Art. Beim Einpflanzen sollte man darauf achten, einen Standort unter einer immergrünen Pflanze zu vermeiden, da Christrosen den Halbschatten bevorzugen. Prunus spinosa, besser bekannt als Schlehe oder Schwarzdorn, blüht zwischen März und April und entwickelt bis zum Spätherbst essbare Steinfrüchte. Man pflanzt Schlehen am besten im Herbst.

Auf der Speisekarte unserer Nützlinge stehen noch weitere Leckereien. So zum Beispiel der Winterling (Eranthis hyemalis). Seine gelben Blüten setzen zwischen Februar und März leuchtende Farbakzente und machen Lust auf den Frühling. Auch der Winterling hat eine Vorliebe für halbschattige Plätze, weshalb man ihn hervorragend mit Schneeglöckchen, Krokus und Blaustern kombinieren kann. Die Kornelkirsche (Cornus mas) blüht zwischen März und April und trägt erst im Herbst essbare Früchte. Es handelt sich hierbei um eine sehr robuste Pflanze, welche sowohl im Herbst als auch im Frühjahr eingepflanzt werden kann. Besondere Pflege verlangt die Kornelkirsche nicht, wodurch sie sich auch für Besitzer eines "hellgrünen" Daumens attraktiv gestaltet. Die immergrüne Mahonie (Mahonia aquifolium) entzückt in ihrer Blütezeit mit gelb leuchtenden Farben und verbreitet einen nach Honig duftenden, süßlichen Geruch. Dies zieht Insekten unterschiedlichster Art an - so auch unsere Wildbienen. Man unterscheidet die Blütenkätzchen des Haselnussbaums (Corylus colurna) in männliche grüngelbe Blüten und weibliche rote Blüten. Die Sal-Weide (Salix caprea) mag es sonnig bis halbschattig. Ihre männlichen Blütenstände sind üblicherweise etwas größer und tragen gelbe Staubgefäße welche zwischen März und April eine beliebte Nahrungsquelle für Wildbienen und andere Insekten sind.

Unser Tipp

Weitere Futterpflanzen

Die Zeit vergeht bekanntlich wie im Flug und kaum ist das Frühjahr vorüber beginnt auch schon die Sommerzeit. Damit unsere Wildbienen auch weiterhin genügend Nahrungsquellen zur Auswahl haben, finden Sie hier noch weitere Futterpflanzen.