Als Gewinner der Kategorie "Landwirtschaft" erhalten Sie ein zweckgebundenes Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Wofür werden Sie das Preisgeld verwenden? 

Das Preisgeld soll für folgende Dinge eingesetzt werden:

1.       Wir werden die Anzahl der teilnehmenden Landwirte weiter erhöhen. Dafür wurden von uns WhatsApp-Gruppen eingerichtet. Dazu werden wir Infoveranstaltungen organisieren und unser Projekt auf den Social Media Kanälen bewerben sowie über die lokale Presse informieren.

Dass mehr Landwirte mitmachen bedeutet, dass auch mehr Saatgut benötigt wird. Ein Teil des Preisgeldes werden wir daher für die Anschaffung von Saatgut verwenden. Zudem wollen wir mehrjähriges Saatgut anbieten, das kostet etwa fünf bis 10 mal so viel wie einjähriges Saatgut.

2.       Wir werden unser Projekt auch auf Gemeinden (Kommunen) ausdehnen und vor allem mit den Schulen in Kontakt treten, da es dort zum viel Potential gibt, etwas für die Artenvielfalt zu tun. Zum anderen sollte besonders in Schulen und Kindergärten wieder mehr praktisches Wissen über den Zusammenhang von blühenden Flächen und Artenschutz und deren Verbindung zur Landwirtschaft vermittelt werden. Hierzu wollen wir auf interessierte Gemeinden und Schulen zugehen, ihnen Tipps geben und bei der Umsetzung behilflich sein. Den teilnehmenden Gemeinden stellen wir außerdem das Saatgut kostenlos zur Verfügung. Für die Gemeinden bedeutet das neben dem Einsatz für den Artenschutz auch ein Imagegewinn.

3.       Wir werden im Winter Nistkästen, eventuell Steinriegel für Nistmöglichkeiten und Schilder für die Öffentlichkeitsarbeit anschaffen (teilweise vom Preisgeld finanziert). Die Feldschilder sollen anschauliche Erklärungen und Informationen liefer, erklären was wir machen und zeigen, was jeder Verbraucher selbst für den Artenschutz tun kann. Die Nistmöglichkeiten sollen an geeigneten Stellen neben den Blühstreifen aufgestellt werden. Eine genaue Empfehlung dazu wird von uns noch erarbeitet. Die Kästen wollen wir von einer sozialen regionalen Einrichtung angefertigt lassen - somit hat das Projekt auch eine soziale Komponente.

4.       Wir werden, wie schon länger angekündigt, eine Facebook-Seite und einen Instagram-Account fürs Projekt ins Leben rufen, um dort einen breiteren öffentlichkeitswirksamen Auftritt zu haben. Beide Seiten sind seit der Heimfahrt von der Awardverleihung in Berlin online. Man findet sie auf unserer Homepage unter www.bluehende-alb.de

Was hat sich seit Ihrer Bewerbung bei #beebetter alles getan, was hat sich seither vielleicht verändert?

Die Wahrnehmung und das Interesse an der Blühenden Alb ist aktuell wieder sehr hoch, dank mehrer sehr positiver Presseartikel. Landwirte hat es größtenteils auch motiviert, es gab einigen Zulauf. Und auch wir Organisatoren sind wieder motivierter, weiterzumachen.

Wie viele Führungen haben im Sommer stattgefunden?

Im letzten Sommer war es eine, aber im kommenden Sommer sind weitere geplant.

Konnten Sie bereits weitere Landwirte, Behörden, Experten oder sonstige Mitstreiter mit ins Boot holen?

Ja, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb und mit weiteren wichtigen Akteuren wie Julia Klöckner, Landrat, Landwirtschaftsamt, Bürgermeister etc. stehen wir in Kontakt.

Wie haben die Menschen aus Ihrem Umfeld auf die Auszeichnung mit dem #beebetter-Award reagiert?

Positiv, alle haben sich gefreut und es gab große Anerkennung. Aber wir werden sehen, wie viele nächstes Jahr wieder mitmachen.

Haben Sie den #beebetter-Award im privaten Rahmen nochmal ordentlich gefeiert?

Nein, dazu hatten wir keine Zeit. Dafür haben wir in der Nacht der Award-Verleihung ausgiebig in Berlin gefeiert. Ab der Heimfahrt war das Feiern dann vorbei und wir haben an der Weiterentwicklung des Projektes gearbeitet. Wir feiern aber nächstes Jahr, wenn wir den Titel verteidigt haben.

Haben Sie am #beebetter-Abend neue Kontakte mit anderen Bienenhelfern knüpfen können?

Ja, ein tolles Netzwerk! Wir haben uns mit den Mitgliedern der anderen Projekte ausgetauscht. Schon auf der Fahr nach Berlin haben wir überlegt, wie wir unser Projekt auch in Gemeinden und Schulen umsetzen können, jetzt bekommen wir viel Input und Unterstützung geliefert.

Was erhoffen Sie sich für Ihr Projekt und für den Bienenschutz in der Zukunft?

Wir hoffen, dass wir es schaffen, viele Mitstreiter (Landwirte, Kommunen und Verbraucher) für unser Projekt zu motivieren und das für lange Zeit. Denn nur gemeinsam gelingt eine Lebensmittelproduktion im Einklang mit der Natur. 
Außerdem hoffen wir auf die Unterstützung in der Politik, damit die nachhaltige Landwirtschaft auch durch eine Kennzeichnung hinreichend wahrgenommen und erhalten werden kann. Und dass Landwirtschaft samt Artenvielfalt und Naturschut in Schulen und Kindergärten wieder einen Platz findet, damit um die Menschen von morgen wieder einen Blick auf das Wesentliche richten.

Zum Projekt

Gewinner der Kategorie "Landwirtschaft"

Über 100 Landwirte haben sich für das Projekt "Blühende Alb" zusammengeschlossen, um gegen das Wildbienensterben vorzugehen. Sie wandeln Teile ihrer Ackerflächen in Blühwiesen um und haben zusammengenommen bereits einen blühenden Landstrich von insgesamt 14 Fußballfelder geschaffen.