Kurz & knapp

Für Insekten wie Bienen und Hummeln ist es in Großstädten schwer, einen passenden Ort zum (Über-)Leben zu finden. Deshalb benötigen sie unsere Hilfe. Einen Anfang, vor allem für die stark bedrohten Wildbienen, machte Burda-Mitarbeiter Marcus Janietz (Burda Digital Systems) am Standort in München, im Hinterhof der Arabellastraße. Auf rund der Hälfte der Fläche findet man nun in Reihen bienenfreundliche Kräuter und Stauden. Ermöglicht wurde dies durch Marcus Janietz und dem #beebetter-Team. Vor allem für Marcus, der selbst einen kleinen Schrebergarten bewirtschaftet, war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit, mit der er sich für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen möchte.  Und da tut sich zum Glück bereits einiges! So werden vermehrt und unabhängig voneinander Blühwiesen angelegt, so auch im Prinz Eugen Park an der Cosimastraße. 

Im Hinterhof des Burda-Standorts in der Arabellastraße in München befindet sich jetzt ein bienenfreundliches Bienenbeet

Die Idee

„Da insbesondere Wildbienen einen relativ kleinen Aktionsradius für ihre Nahrungssuche haben, ist es wichtig, hier viele kleine, blühende Verbindungsinseln für ihre Lebensräume in der Stadt zu schaffen.“, so Janietz. Durch das Anpflanzen der bienenfreundlichen Kräuter und Stauden ist der vorher eher karge Hinterhof nun selbst zu einer solchen Blühinsel geworden. Jasmin Hasel, Projektleiterin der Initiative #beebetter, betont, dass trotz der Zeit in welcher die kleinen Stauden heranwachsen, sich erfahrungsgemäß viele Bienen und Insekten schnell an die neue Umgebung gewöhnen und eifrig ansiedeln werden. Start der Aktion war im August 2020.

Lavendel ist eine der vielen bienenfreundlichen Pflanzen im Bienenbeet

Warum keine Blühwiese?

Viele verschiedene Pflanzen gedeihen nun in München, darunter auch Duftveilchen, Silberblätter und Anemonen. Doch warum legt man nicht einfach eine Blühwiese an, wie im Medienpark Offenburg geschehen? Die Antwort ist einfach:

„Es hätte keinen Sinn gemacht, eine Blühwiese anzulegen, da in den Hinterhof zu wenig Sonne kommt“, erklärt Janietz. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass allein die Vorstellung eines bienenfreundlichen Gartens nicht immer ausreicht. „Ich hatte am Anfang eine  klare Vorstellung wie mein Garten aussehen soll. Doch teilweise wurde das, was ich gepflanzt hatte einfach nix, weil es nicht sonnig genug war.“ Wählt man aber Pflanzen aus, die nur wenig Sonne benötigen, so schafft man innerhalb kürzester Zeit ein Paradies für Bienen. Es wächst alles wie von allein! Jedoch musste bei diesem Projekt etwas Vorarbeit geleistet werden: Der extrem verdichtete Boden musste nach dem Abtragen der Grasnarbe durch einen Landschaftsgärtner erst noch einmal gelockert werden. Nach Auftragen des frischen Mutterbodens stand dem Bau des Bienen-Buffets anschließend nichts mehr im Wege.

Vor allem Marcus Janietz war beim Bepflanzen des Hinterhofs Feuer und Flamme. Gleich nach der Ankunft der Setzlinge habe er sich sofort um sie gekümmert: Abgeholt, Ausgepackt und Gewässert. „(…) Sie wurden quasi am heißesten Tag des Jahres geliefert.  Ein paar Tage später habe ich den Gärtnern beim einpflanzen geholfen. (…) Ein paar Salbeipflanzen habe ich beigesteuert, die ich noch im Schrebergarten übrig hatte“, berichtet er - ein wahres Herzensprojekt eben.

Einen zusätzlichen Vorteil hat die frisch angelegte Blühinsel, nicht nur für ihre summenden Besucher. Auch Küchenkräuter wie Rosmarin, Thymian oder Salbei wurden, ganz zu Freuden des Kantinenchef Claus Hägler, in den Wildbienengarten gepflanzt. Somit landen die Erträge des Gartens nicht nur auf den Tellern der Bienen, sondern auch auf denen der Mitarbeiter. Das All-you-can-eat-Buffet ist eröffnet!  

Duftvielchen, Silberblatt oder Anemonen - viele Pflanzen gedeihen nun in der Arabellastraße und dienen Bienen in Zukunft als Futterquelle