Projektbeschreibung

Als für Horst Dobler im Sommer 2020 der wohlverdiente Ruhestand begonnen hat, konnte er seine Tage mit Gartenarbeit füllen und sich Zeit für seine Enkel nehmen. „Die Kinder der Nachbarschaft, darunter auch meine fünf Enkel, waren wegen der Pandemie zu dieser Zeit nicht in der Schule oder im Kindergarten. Nach einer Weile sah ich eine gewisse Langeweile aufkommen.“ Da kam ihm die Idee, ein Gemeinschaftsprojekt zu starten und zusammen mit den Kindern ein großes Wildbienenhotel zu errichten. Kurzum las er sich in die Thematik ein und informierte sich über verschiedene Varianten und Baumaterialen für Nisthilfen. „Unterdessen holte ich mir meine fünf Enkelbuben und deren Freunde zu uns in den Garten. Bei einem Glas Saftschorle versuchte ich, sie mitzunehmen und für den Bau einer Bienennisthilfe zu begeistern.“ Allerdings war es bei den Jungs und Mädchen im Alter zwischen vier und zwölf Jahren mit der Konzentration nicht immer weit her. Deshalb beschränkten sich die Treffen meist auf zehn Minuten, in denen der Bienenhelfer sein angelesenes Wissen weitergeben und mit den Knirpsen werkeln konnte. „Ich habe eine große Vielfallt an Gestaltungs- und Baulösungen herausgesucht, damit beim Sammeln und Verarbeiten der Materialien für jeden etwas Spannendes dabei war. Besonders das Kleben und Verarbeiten von Lehm war ein schönes Erlebnis“, erinnert sich der Pensionär. „Immer wieder habe ich beim Werkeln versucht, auch ein wenig Hintergrundwissen weiterzugeben. Mit den Kindern im Schlepptau war der Zeitaufwand ziemlich hoch. Ich schätze, dass ich insgesamt an die 100 bis 150 Stunden mit dem Bau der Nisthilfe verbracht habe.“

Das prächtige Wildbienenhotel steht nun zwischen mehreren Gartengrundstücken in nahezu unberührter Natur. Im „Insektenhotel Hirschgraben“ stehen den Nützlingen unterschiedlichste Baustoffe und Unterkünfte zur Verfügung, darunter Lehm, Schilf, Weizenhalme, Pappröhrchen, Bambus, Holler- und Brombeerschnitt sowie Hartholzklötze mit gebohrten Gängen. Optisch aufgewertet, in Form von geflochtenen Hängekörben mit Blumenschmuck, wurde die Anlage von der Blumengalerie Albert.

„Meine Helfer waren meine Enkel Paul, Anton, Emil, Hannes und Michel, die Buben Gabriel und Benedikt von gegenüber sowie die Nachbarkinder Leopold und Franziska samt deren Opa und Oma. Große Unterstützung erhielt ich auch von meiner Frau Gisela.“

Damit die summenden Bewohner neben Kinderstuben auch pollen- und nektarreiche Nahrung finden, hat Horst Dobler Saatgut an die Nachbarschaft verteilt. Außerdem fasste er den Entschluss, seine Erfahrungen und sein Bienenwissen auch an andere Kindergruppen weiterzugeben. „Nachdem ich alle Kindergärten in der näheren Umgebung angeschrieben hatte, meldete sich die Gruppe „Sonnenschein“ aus dem Kindergarten Sausewind bei mir an.“ Mithilfe von Frau und Tochter macht der Bienenlehrer den Ausflugstag zu einem besonderen Erlebnis für die Kleiner.  „Die Auszeichnung als Bienenretter in Verbindung mit einem Samentütchen zum Umhängen war dabei nur ein Höhepunkt. Es hat mich mächtig stolz und glücklich gemacht, als ich dann auch noch ein Lied von den Kindern zu hören bekam.“ Sein mit Bildern und Witzen geschmückter Vortrag über das Wildbienenhotel und dessen Bewohner, fesselt und begeistert die junge Zuhörerschaft – so sehr, dass sowohl die Erzieherinnen als auch die Eltern positiv überrascht waren und sich noch am selben Tag freudig bedankten.

Hintergrund

„Corona bescherte den Kindern viel Zeit zuhause und meine Idee war es, mit ihnen Schritt für Schritt etwas Sinnvolles zu machen“, erläutert Horst Dobler. „Mein Vorhaben, mit den Jungen und Mädchen zusammen werkelnd, bastelnd und mit Lehm modellierend ein Naturschutzprojekt zu entwickeln und zu gestalten, musste ich im Nachhinein etwas korrigieren. Aber ich bin froh, wenn ich mehr als ein Jahr nach Baubeginn eine positive Rückmeldung, oder ein „wollen wir zum Wildbienenhotel gehen“ vernehme. Ich bin überzeugt, dass die Kinder eines Tages an das Projekt zurückdenken und ab und an zum Wildbienenhotel zurückkehren werden.“

Weitere Pläne & Ziele

„Wir haben vor, uns als nächstes um die Hummeln zu kümmern und ein Hummelhaus zu bauen. Außerdem möchte ich mit Totholz die Holzbiene anlocken, die ich schon öfters in meinem Garten gesehen habe.“ Bei seinen Vorhaben kommt das #beebetter-Preisgeld in Höhe von 1000 Euro gerade recht.

 

 

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