Zusammen mit dem Sonderpreis haben Sie ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro erhalten. Wofür verwenden Sie das Preisgeld?

Einen Teil habe ich bereits für Pflanzen für meine kleine Schwester ausgegeben, damit es direkt in der nächsten Pflanzsaison losgehen kann. Ihr grüner Daumen ist noch etwas blassgrün und sie braucht noch ein wenig Überzeugungsarbeit. Bei ihr werden bald Waldwitwenblumen, Glockenblumen, Kriechender Günsel, Ehrenpreis, Sterndolden, Blutweiderich und Frühlingsplatterbsen gedeihen.

Außerdem möchte ich kleine Pflanzpakete machen, insbesondere für Kollegen machen, um andere Leute von bienen- und balkonfreundliche Pflanzen zu überzeugen und dafür zu begeistern. Dafür habe ich bereits ein paar kleine Töpfe jeweils mit einer Zwiebel (Muscari) bepflanzt. Diese überwintern nun auf meinem Balkon und im März werde ich die dann hoffentlich langsam hochkommenden Pflänzchen als Überraschung verschenken.

Mindestens die Hälfte des Preisgeldes soll für das "öffentliche Grün" genutzt werden. Wie bereits in der Bewerbung erwähnt möchte ich versuchen, ein paar Grünflächen in Berlin Mitte mit regionalem Saatgut zu versehen und/oder den Spreeweg zu bepflanzen. Sollte das Vorhaben nicht klappen, bekommen eben noch mehr Kollegen noch mehr Pflanzen.

Welche neuen Ideen, Vorhaben oder Pläne gibt es derzeit für Ihr Projekt?

Diesbezüglich hätte ich im Rahmen des #beebetter-Awards bei der Preisverleihung wahnsinnig gerne mit Frau Klöckner diskutiert. Es gibt zwar einiges, was ich selbst gerne noch machen bzw. bepflanzen würde (Grünflächen in meiner Umgebung), aber viel effektiver und nachhaltiger wäre es natürlich, mehr Leute von der Idee des naturnahen und einheimischen Gärtnerns zu überzeugen. Zum einen muss man möglichst viele Menschen über die Vorteile, aber auch über die Notwendigkeit, aufklären. Zum anderen müsste es von Seiten der Politik mehr und strengere Vorgaben geben. Zum Beispiel was die Auswahl der Pflanzen im öffentlichen Grün, die Vorgaben für Bauträger bei Neubauten, oder die Dachbegrünung in der Stadt angeht.

Zwar würde ich sehr gerne weitere Flächen bepflanzen, aber da machen mir Arbeit und Zeit einen Strich durch die Rechnung. Daher sehe ich mich künftig eher hinter den Kulissen. Das heißt ich möchte die Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit übernehmen - in einer Bienen-Führungsposition sozusagen. Vielleicht sogar irgendwann sogar in der Politik...  Aber momentan muss das alles noch nebenberuflich laufen.

Balkonaussichten in Berlin Mitte  - so schön und bienenfreundlich kann Balkongärtnern aussehen

Welche Projekte und Ideen wollen Sie im Laufe des nächsten Jahres angehen?In Instagram sehe ich ein Medium, mit dem man ein sehr breites Publikum erreichen kann. Meine Zielgruppe wird zunehmend aus Berufstätigen bestehen, die nur wenig Zeit haben, die aber trotzdem einen schönen Balkon oder Garten haben möchten. Am besten kann ich das Konzept "Balkon für Anfänger" an meinen Kollegen testen - die haben alle keine Zeit für komplizierte Blumen. Ein paar von ihnen habe ich bereits davon überzeugen können, dass eine Bepflanzung aus heimischen Pflanzen die einfachste Variante für den Balkon darstellt. Mal sehen, vielleicht folgen noch ein paar einfache Gebrauchsanweisungen nach dem Motto „Gärtnern für Dummies“.

Neben alledem möchte ich weiterhin die Vielfalt der Insekten in unserem Gemeinschaftsgarten und auf meinem Balkon dokumentieren. Allerdings bin ich keinesfalls Insektenexpertin, sondern lerne selbst noch vieles durch andere Instagramme. Daher wird der Fokus weiterhin auf Balkongärtnern für Anfänger und dadurch automatisch entstehenden Insektenbuffets liegen.

Was hat sich seit der Auszeichnung durch #beebetter alles getan, was hat sich seither vielleicht verändert?

Wirklich verändert hat sich nicht viel, außer, dass ich natürlich in meinem Vorhaben bestärkt wurde – das motiviert natürlich ungemein. Außerdem habe ich durchaus gemerkt, dass mein Instagram-Account @wasbluehtberlin deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten hat, was mich sehr freut.

Wie haben die Menschen aus Ihrem Umfeld auf den #beebetter-Award reagiert?

Manche waren beeindruckt, weil sie gar nicht wussten, dass ich mich ein wenig mit Pflanzen auskenne. Aber durchweg alle haben sich mit mir gefreut. Außerdem habe ich mitbekommen, dass viele sich motiviert fühlten, ihren Balkon nächstes Jahr auch ein wenig umzugestalten.

Konnten Sie bereits weitere Mitstreiter für Ihre Sache und für den Bienenschutz gewinnen?

Ja! Tatsächlich ist meine Erfahrung, dass viele einfach nicht genug über Bienenschutz wissen, sich aber durchaus für das Thema interessieren. Meine Freunde hatten in der Sache nicht wirklich eine Wahl, denn ich habe ihnen regelmäßig Pflanzen für den Balkon angedreht und leicht unter Druck gesetzt, die Pflanzen ordentlich zu pflegen, da ich sie ja schließlich liebevoll aus Saat aufgezogen hatte. Richtige Überzeugungsarbeit leiste ich aber vor allem auf der Arbeit. Auch unter den Kollegen haben nach der Auszeichnung durch #beebetter bereits eingige gesagt, dass sie auch gerne solche Pflanzen hätten...

Haben Sie die #beebetter-Auszeichnung im kleinen Rahmen gefeiert?

Wirklich feiern ging natürlich leider nicht. Aber mit meiner Schwester, mit der ich ja eigentlich nach Baden Baden gefahren wäre, habe ich angestoßen und mit unseren Eltern via Skype gefeiert. Meinen grünen Daumen habe ich schließlich von meiner Mutter und mein Vater ist mein größter Instagram-Fan.

Konnten Sie durch #beebetter bereits neue Kontakte mit anderen Bienenhelfern knüpfen?

Leider hatte ich noch keine Zeit mit den anderen Gewinnern Kontakt aufzunehmen, habe daran aber großes Interesse! 

Was erhoffen Sie sich in Zukunft für den Bienenschutz und für Ihr Projekt?

Ich hoffe, dass man in den kommenden Jahren eine deutliche Zunahme der bienenfreundlichen Gärten und Balkone sehen wird. Ich möchte weiterhin viel über einheimische Pflanzen und Wildbienen dazulernen und das Gelernte weitergeben. Insbesondere würde ich mir wünschen, dass die vielen langweiligen und leeren Stadtbalkone endlich heimisch und bienenfreundlich begrünt werden würden, denn das macht im Stadtbild so viel aus.

Zum Projekt

Sonderpreis für Engagement auf kleinstem Raum 2020

Dass man selbst mit wenig Platz viel bewirken kann, beweist Daniela Berg auf ihrem 8 Quadratmeter großen Balkon in Berlin Mitte. Rund 8 Monate im Jahr erblühen darauf verschiedene heimische Wildpflanzen, die für Wildbienen und andere tierische Stadtbewohner ein üppiges Nahrungsangebot darstellen. Für dieses besondere Engagement mit grünem Daumen vergeben wir erstmals den #beebetter-Sonderpreis.

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen