Veröffentlicht am 07.10.2022 um 15:49 Uhr

Projektbeschreibung

Nora und Oliver Dyck-Troltsch aus der Ortenau haben eine wahre Meisterleistung vollbracht und einen 300 Quadratmeter großen, ursprünglich recht öden Garten in eine blühende Bienenoase verwandelt. Bereits im letzten Jahr hat die #beebetter-Jury die bienenfreundliche Umgestaltung mit dem 3. Platz in der Kategorie „Private Initiativen“ honoriert. Was sich seither im Garten und in Sachen Bienenschutz alles getan hat, hat die begeisterte Bienenhelferin in eigenen Worten wieder wunderbar zusammengefasst: 

Bienenfutterautomat & Einweihungsfest

Zur Montage des Bienenfutterautomaten, bestellt bei Sebastian Everding, und zur Einweihung des Gartens samt Wildbienennisthilfen und Sperlingskoloniekästen veranstalteten wir ein kleines Dorffest. Wir besorgten Getränke und jeder, der bei uns vorbeischaute, bekam ein Gläschen in die Hand. Für die Kiddies aus der Nachbarschaft gab es zwei kleine Mitmachstationen. Wir bereiteten Pflanztöpfe vor, sodass die Kinder ihr Saatgut aus dem Automaten gleich aussäen und zu Hause beim Keimen beobachten konnten. Gereinigte Konservendosen durften sie mit Lehmmatsche und Bambusstäben füllen, um kleine Nisthilfen für Garten oder Balkon zu erhalten. Nur zu gerne zeigten wir all unseren Besuchern das bienenfreundlich gestaltete Gelände. Sogar die Hohberger Bürgermeisterkandidaten erschienen an dem Tag für ein gemeinsames Foto und nette Gespräche.

Reaktionen auf die #beebetter-Auszeichnung

In einem persönlichen Schreiben gratulierte uns der Hohberger Bürgermeister, Andreas Heck, zur Auszeichnung und zu unserem Beitrag zum Naturschutz. Auch Arbeitskollegen, Familie, Freunde und Nachbarn gratulierten uns zur erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme. Auf Facebook erhielten wir sehr wohlwollende Rückmeldungen. Die vielen herzlichen Reaktionen motivieren uns natürlich ganz besonders, mit unserem Projekt weiterzumachen. Christiane Storck-Haupt hat nach einem einstündigen Besuch über unser Insektenparadieses in der Badischen Zeitung berichtet. Klaus Krüger berichtet regelmäßig im Offenburger Tageblatt über unser Projekt, so auch über unseren Bienenfutterautomaten. Er besuchte uns nach der #beebetter-Auszeichnung, lies sich alles genau zeigen und machte Fotos. Auf seinen Tipp hin, habe ich mit Arbeitstherapie-Gruppe der Justizvollzugsanstalt Kontakt aufgenommen.

Sonderanfertigung Wildbienennisthilfe

Im Gespräch legte mir Klaus Krüger vom Offenburger Tageblatt das Engagement von Hans-Jürgen Gebhardt (BUND Hohberg und JVA Offenburg) ans Herzen, der zusammen mit Jugendlichen Nisthilfen anfertigt. Daraufhin informierte ich mich über den Ansatz der Arbeitstherapie in den baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten. Selbst die ehemalige Bundeskanzlerin besitzt ein Wildbienenhaus aus der Arbeitstherapie der JVA – so schlecht kann das also nicht sein, dachte ich mir. Mir war und ist es ein Anliegen, das #beebetter-Preisgeld in der Region auszugeben und unser Gartenprojekt so über den Gartenzaun hinaus fortzuführen.

Kaum eine Woche nach meiner Anfrage meldete sich der Betriebsleiter Arbeitstherapie, aus der Justizvollzugsanstalt Rottenburg. Er war sofort bereit, meine Sonderwünsche für eine Wildbienennisthilfe umzusetzen. Grundlage für den Bau unseres Wildbienenhauses bildeten meine Zeichnungen und Maßangaben zur Vorder- und Seitenansicht. Per Spedition wurde uns das riesige, rund 100 kg schwere Bienenhaus im Frühjahr geliefert, sodass wir es rechtzeitig zum Start des neuen Bienenjahres an unserer Hauswand befestigen konnten. Es macht unglaubliche Freude das eifrige Treiben unserer summenden Freunde zu beobachten. 

Berufsschulunterricht & Unterricht in der Berufsvorbereitung

Ich bin Berufsschullehrerin für Maler und Lackierer an einer privaten Offenburger Sonderberufsschule. Neben den Berufsschulklassen unterrichte ich auch in der berufsvorbereitenden Maßnahme BvB. Der Bereich Umweltweltschutz gehört laut Rahmenlehrplan zu meinem Bildungsauftrag in den allgemein- und berufsbildenden Fächern. Beim Brainstorming zu Beginn der Unterrichtseinheit benannten die Schüler das Arten- und Bienensterben als eines der Umweltprobleme der heutigen Zeit. Das war ein guter Anlass, um sich im Unterricht intensiv mit der Thematik zu befassen. Der Deutsche Imkerbund e.V. stellt ein hervorragendes, abwechslungsreiches Stationenlernen für den Unterrichtseinsatz kostenlos zur Verfügung. Die inbegriffenen Module erlauben eine Schwerpunktsetzung auf den Schutz von Wildbienen. 

Bienengarten

Familienporträt mit Biene & neue Postkarten

Ich zeichne selbst sehr gern und unterstütze mit kleineren Aufträgen eine Kinderbuchillustratorin, deren Arbeiten ich sehr schätze. Für unsere neuen Postkarten wünschte ich mir von ihr ein „klassisches“ Familienporträt – natürlich mit Biene. Gezeichnet hat sie mit Buntstiften. Die wunderschöne Zeichnung von unserem Projektmaskottchen von Karpav0li nutze ich für den Druck weiterer Karten und Aufkleber. Diese kann man gegen eine Spende für meine Tierschutzprojekte bei mir beziehen. Ich selbst verziere damit auch alle Briefe und Paketsendungen.

Fassadenbegrünung der Garagen

Im letzten Jahr berichtete ich davon, dass wir den zugepflasterten Hof aufreißen ließen um einen großen Baum als Schattenquelle und blühende Stauden als Nahrungsangebot für Bienen pflanzen zu können. Ein weiterer Traum war die Dachbegrünung unserer Garagen. Dieser Traum ist leider geplatzt, denn der hinzugezogene Statiker meinte, das Dach sei für solch eine Last nicht ausgelegt. Aber wir sind ja kreativ, wenn Grün an einer Stelle nicht möglich ist, lassen wir uns eben etwas anderes einfallen. So recherchierte ich eben zur Begrünung von Fassaden. Schließlich haben wir uns für ein Befestigungssystem und für den sonnigen Standort geeignete Pflanzen entschieden. Die verwendeten Pflanzkübel (eigentlich Holzregale) sind unten offen. Damit die Pflanzen tief wurzeln können, habe ich die Pflastersteine entfernt, den Boden so tief wie möglich ausgebuddelt und mit Pflanzerde aufgefüllt. Das spezielle Seilsystem für die Kletterpflanzen hat mein Mann Oliver an der Fassade montiert. Bepflanzt haben wir das gute Stück mit wilden Wein und Clematis. 

Fassadenbegrünung

Insektentränken & Wildbienennisthilfen

Unsere Insektentränken modelliere ich aus Bastelbeton und Kieseln. Dekorative Figuren wie Vögel oder den Froschkönig aus Beton können in die Tränken gestellt werden. Sie sehen nicht nur schön aus, sondern dienen den Insekten auch zum Landen, Klettern und Festhalten beim Trinken. Aus alten Eichenbalken stelle ich außerdem Wildbienennisthilfen her. Diese verteile ich zusammen mit den Wassertränken auf unserem Grundstück und biete sie zudem gegen eine Spende für den Tierschutz auf Facebook an. Manchmal verschenke ich sie auch an ganz liebe Menschen mit Garten oder Balkon.

Muttertags-Aktion & handgemachte Saatgut-Grußkarten

Ich zeichne, male und werkle sehr gerne. Als besondere Aktion zum Muttertag habe ich unzählige Bienen-, Insekten- und Blumenmotive gezeichnet. Ein Online-Blumenhändler hat mir 200 Saatguttütchen gesponsert. Aus meinen Bildern und den Samentütchen habe ich Saatgutgrußkarten gebastelt. Diese verschicke ich als Werbeaktion fürs Anlegen von Blühflächen und ich biete sie über Facebook allen Interessierten an.

Weitere Saatguttütchen verteile ich immer mal wieder an Freunde, Familie und Nachbarn. Meinen Schülern und Nachbarskindern biete ich zusätzliche Pflanzaktionen an. Statt ihren Müttern zum Muttertag einen Blumenstrauß zu schenken, erhalten sie die Möglichkeit ihre Balkonkästen zu bepflanzen. Diese bringen sie einfach mit und erhalten bei uns Erde und Samen. 

Die ganze Familie packt mit an

Hintergrund

„Die Welt kann ich nicht ändern, aber im privaten Bereich kann ich viel erreichen. Weil in Sachen Tierschutz die Insekten unbedingt dazugehören, haben mein Mann und ich viel Zeit darauf verwendet, unser direktes Umfeld tierfreundlich zu gestalten – und menschenfreundlich. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, so viel Arbeitsstunden in die bienenfreundliche (Um-)Gestaltung unseres Gartens zu stecken. Das ursprüngliche Ödland ist verschwunden, stattdessen herrscht überall summendes, krabbelndes, hüpfendes oder kriechendes Leben! Nach wie vor genießen auch wir Menschen diesen wundervollen Ort, jeden Tag aufs Neue.“ 

Weitere Pläne & Ziele

„Gerne würde ich Schilder für Wildbienen-Lehrpfade von WuselArts kaufen, um sie bei uns am und im Garten aufzustellen. So hoffe ich, in unserem Ort weiteres Interesse für den Bienenschutz wecken zu können. Außerdem möchte ich gerne weitere Nisthilfen bauen. Dafür ersteigere ich alte Eichenbalken, die leider recht teuer sind. Dafür kommt das Preisgeld von #beetter gerade recht.“

Familie Dyck-Troltsch
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