Veröffentlicht am 07.10.2022 um 15:44 Uhr

Das Projekt - kurz & knackig

Mit dem Erwerb einer großen Wiese zwischen Großhabersdorf und Vincenzenbronn in Mittelfranken im März 2019 nahm die Entstehung einer grünen Oase ihren Lauf. Mit der Hilfe von Familie, Freunden und Bekannten haben Michael Harich und Angelika May eine ehemals überdüngte Futterwiese in ein rund 5.580 Quadratmeter großes Refugium für Menschen, vor allem aber für Tiere verwandelt. 

Mit viel Idealismus, kreativen Ideen und allerlei Anstrengung haben die Naturgärtner in nur wenigen Jahren den "Hortus Oasis Verde" geschaffen – eine Naturwiese, die noch immer im Wandel begriffen ist. Mit Blühflächen, einer vielfältigen Bepflanzung und naturnahen Gestaltungselementen wie Totholzhaufen oder Magerflächen sind auf der großen Gartenfläche vielfältige Habitate entstanden. Diese stellen Lebensraum, Rückzugsort sowie Nahrungsquell für Wildbienen und andere bedrohte Tiere dar.

 

Wenn er sich in seiner Freizeit nicht gerade tatkräftig der Garten- und Gestaltungsarbeit widmet, bietet Michael Harich private und öffentliche Führungen an. Damit möchte er in den Austausch mit anderen treten und zeigen, welche Alternativen es zu leblosen Rasenflächen oder Schottergärten gibt. 

Beweggründe – das steckt dahinter

„Am Anfang stand nichts weniger als die Vision ein Paradies zu schaffen. Zuvorderst jedoch kein Paradies für Menschen, sondern für Insekten, Vögel und Kleintiere. Es war die Vision der Natur ein Stück Natur zurückzugeben, aus einer überdüngten Futterwiese einen Rückzugsort für bedrohte Lebewesen zu schaffen und Mensch und Natur wenigstens an diesem Ort in ein harmonisches, gleichberechtigtes Verhältnis zueinander zu setzen. Die Idee zu unserem Hortus Oasis Verde war geboren“, erzählt #beebetter-Gewinner Michael Harich.

„Der Austausch mit den Menschen ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept. Denn was hilft es der Natur, wenn nicht viel mehr Menschen bereit sind, ihre Gartenkonzepte – wenn sie denn welche haben – neu zu denken? Wir wollten von Anfang an mehr sein als nur der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“. Denn unserer Natur geht es schlecht und das Unterzeichnen von Volksbegehren allein reicht nicht aus. Den Menschen fehlt es schlicht an Ideen, den eigenen Garten lebenswert zu gestalten, jenseits von Rollrasen und Mähroboter.“ 

Der Hortus Oasis Verde aus 80 Metern Höhe

Projektbeschreibung

Hortus Oasis Verde

Seit 2002 lebt Michael Harich zusammen mit seiner Frau Angelika May und den drei Kindern in Großhabersdorf, im bayerischen Landkreis Fürth. Dort hatte sich die Familie ein Haus mit Garten gekauft und das Grundstück zunächst vor allem als Spielplatz für die Kinder genutzt. Später begannen die Hobbygärtner, den Garten Schritt für Schritt und Jahr für Jahr naturnah umzugestalten. So entstand mit der Zeit ein Idyll für Insekten und Kleintiere. „Doch es waren immer noch so viele Ideen und so viel Idealismus da, die sich ihren Weg bahnen mussten. Und so wuchs alles zu einer größeren Vision. Die Idee zu unserem Hortus Oasis Verde war geboren. Mit dem Erwerb der Wiese zwischen Großhabersdorf und Vincenzenbronn im März 2019 nahm unsere Vorstellung schließlich Gestalt an.“

Gestaltung der Naturwiese

Es ist erstaunlich, was Michael Harich und Angelika May mit der anpackenden Hilfe von Freunden und Bekannten in nur wenigen Jahren erreicht haben. So haben sie unter anderem neun Obstbäume, einen Walnussbaum und eine Wildrosenhecke gepflanzt, zahlreiche heimische Sträucher gesetzt, einen Wassergraben sowie zwei Wasserstellen angelegt und abgemagerte Bereiche mit offenen Bodenstellen geschaffen.

Neben einem Bauerngarten mit Kräutern und Blumen gibt es auch mehrere Steingärten mit vielfältiger Bepflanzung sowie Totholzbereiche in sonnigen und in schattigen Bereichen mit Stämmen, Stammholz, Astschnitt als Totholzpyramiden oder aus Reisighaufen. Auch an unterschiedliche Unterkünfte wie Eidechsenburgen aus Sand und Steinen, oder Nisthilfe für Wildbienen ist natürlich gedacht. 

Steinpyramide

Nisthilfen für Wildbienen

Die Nisthilfen für Wildbienen sind so vielgestaltig wie der Hortus Oasis Verde selbst. Einige setzen sich aus Strangfalzziegeln zusammen, andere aus Schilfrohr, Pappröhrchen oder Bambusröhrchen. Wieder andere Kinderstuben bestehen aus Eichenholz mit gebohrten Niströhren, morschem Totholz, stehendem Totholz, hohlen Pflanzenstängeln sowie Trockenmauern. Da rund zwei Drittel der heimischen Wildbienenarten im Boden nisten, finden sich auf der Naturwiese auch offene Bodenstellen und ein Sandarium. Nicht nur Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten sind geboten, auch eine Fülle an pollen- und nektarreichen Blühpflanzen stehen den Insekten zur Verfügung. Unter anderem eine Wildblumenwiese und eine Streuobstwiese mit Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäumen unterschiedlicher Sorten. Dank der naturnahen Gestaltung im Hinblick auf die heimische Fauna konnte der Hortus Oasis Verde 2021 beim bundesweiten Pflanzwettbewerb "Wir tun was für Bienen" den ersten Platz in der Kategorie „Bestehende Naturgärten“ belegen.

Führungen & Öffentlichkeitsarbeit

„Man kann auf den ersten Blick erkennen, was in nur wenigen Jahren im Rahmen einer „Freizeitbeschäftigung“ möglich ist, wenn man nur seinen kreativen Ideen und seinem Idealismus folgt“, so Michael Harich. „Alles ist möglich! Na gut, ein bisschen Schweiß und Mühe gehören auch dazu. Nicht zu vergessen, die vielen Mücken- und Zeckenstiche.“

Wie man ein grünes Stück Wiese in einen bunten Lebensraum verwandeln kann, zeigt der 55-Jährige bei privaten und öffentlichen Führungen. "Als Konzertveranstalter ist mir Öffentlichkeitsarbeit nicht fremd. So gelang es mir bereits im zweiten Jahr, die Neugier der Menschen verstärkt zu wecken und unsere Ideen weiter zu entfalten.“ So erläutert der Naturgärtner bei Führungen mit je 20 Besuchern beispielsweise Zusammenhänge in der Natur, spricht über die Koevolution von heimischen Tieren und Pflanzen oder referiert über verschiedene Naturmodule im Hortus oder im eigenen Garten. Künftig soll es auch noch Führungen für Kinder (KiTa, Grundschule usw.) geben. 

Michael Harich bei einer Führung durch seine grüne Oase

Auch die Bewohner aus Großhabersdorf und Umgebung geben der Familie viel zurück, sprechen sowohl Lob als auch Kritik aus und offerieren neue Ideen sowie viel Hilfsbereitschaft. Zusätzlich zum Austausch mit Nachbarn und interessierten Besuchern sucht der #beebetter-Gewinner den stetigen Kontakt zum Bund Naturschutz sowie zum Umwelt- und Klimabeirat Großhabersdorf. Außerdem arbeitet Michael Harich mit Experten vom Naturgarten e.V., von Deutschland summt und dem Hortus-Netzwerk (Markus Gast) zusammen. Und seit November 2021 macht er eine Ausbildung zum Naturgarten-Profi bei der Naturgarten Akademie. „So kann die Hortus-Idee künftig weiterwachsen wie eine Saat, die gerade aufgegangen ist.“ 

Buntes Leben im Hortus Oasis Verde

Weitere Pläne & Ziele

Michael Harich hat vor, die Naturwiese weiterhin mit neuen Pflanzungen zu bestücken und zu gestalten. Zudem plant er eine eigene Homepage einzurichten, weitere Führungen anzubieten und Presseberichte zu veröffentlichen. Auch Vorträge, Naturgartenberatungen und Naturgartenplanungen möchte er künftig anbieten.

Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2019
Unser Tipp

Erkunden Sie den Hortus Oasis Verde

Über eine eigene Facebook-Seite und seinen Instagram-Account informiert Michael Harich über kommende Führungen durch seinen Naturgarten und zeigt beeindruckende Impressionen von seiner grünen Oase.

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