Unterscheidungskriterien

Wer glaubt, beim Honigkauf steht man einzig und alleine vor der Entscheidung, ob im Glas oder aus der Tube, der irrt gewaltig. Geschmack, Farbe, Konsistenz aber auch der Geruch von Honig variiert je nach Sorte. Einfluss hierauf hat zum Beispiel die Herkunft des Honigs sowie die Nahrungsquellen der Bienen. In einem Glas Honig stecken mehr als 200 Inhaltsstoffe wie Enzyme, Frucht- und Traubenzucker, Wasser, Vitamine, Pollen, Aminosäuren und Proteine. Die unterschiedlichen Zusammensetzungen dieser Komponenten verändern das Endprodukt und sorgen so für den individuellen Geschmack und die Farbe des Honigs. So ist zum Beispiel das Verhältnis zwischen Frucht- und Traubenzucker dafür verantwortlich, ob die Konsistenz des Honigs längere Zeit flüssig bleibt oder schneller zur Auskristallisierung neigt.

Im Allgemeinen unterscheidet man Honig in zwei Kategorien: Waldhonig und Blütenhonig.

Hierbei spielt die Art und Weise wie Bienen ihren Nektar sammeln die ausschlaggebende Rolle. Beim Waldhonig sammeln die Honigbienen den sogenannten Honigtau, welcher von Blattläusen oder auch Schildläusen produziert wird. Ähnlich wie Nektar nehmen die Nützlinge den Honigtau auf und verarbeiten ihn dann im Bienenstock zu Honig. Diese Honigsorte bleibt länger flüssig und zeichnet sich durch eine dunklere Farbe aus. Hierunter fällt beispielsweise der Tannen-, Fichten- oder Eichenhonig.

Von Blütenhonig ist die Rede, wenn Honigbienen Nektar aus Blütenpflanzen gewinnen. Sammeln sie den Nektar von nur einer einzigen Blütenpflanzenart, kann dieser Honig als sortenrein ausgewiesen werden. Handelt es sich aber um eine Nektarmischung verschiedenster Blütenpflanzen, wird er meist unter der Bezeichnung Blütenhonig angeboten. Aber auch hier ist Blütenhonig nicht gleich Blütenhonig, denn Aussehen, Geschmack und Konsistenz unterscheiden sich je nach Anteilen der verschiedenen Blütenpflanzen.

Entstehung von sortenreinem Blütenhonig

Was unter einem sortenreinen Blütenhonig zu verstehen ist, wissen wir bereits. Doch wie kann man feststellen, dass der Nektar auch tatsächlich von einer einzelnen Pflanzenart stammt? Jede Biene verfolgen und überprüfen von welchen Blüten sie ihren Nektar gewinnt, ist wohl kaum eine Option. Nicht ganz: Die Honigbiene hat eine besondere Eigenschaft gegenüber anderen Nektarsammlern, die bei der Honigklassifizierung unabdingbar ist - sie ist blütenstet. Das bedeutet, sie bevorzugt den Nektar einer einzelnen Blütenpflanzenart und erst wenn diese Nahrungsquelle aufgebraucht ist beziehungsweise wenn die Blütezeit dieser Pflanzenart vorüber ist, sucht sich die Honigbiene eine neue Blütenart. Genau an dieser Stelle ist das wachsame Auge des Imkers gefragt. Denn er muss exakt diesen Zeitraum erwischen, um auch tatsächlich sortenreinen Honig ernten zu können.

Welche Sorten gibt es?

Bei Kauf sind folgende Honigsorten in der Regel cremig, flüssig oder kristallisiert:

Cremig:

Ahornhonig, Borretschhonig, Efeuhonig, Erdbeerbaumhonig, Eukalyptushonig, Gebirgsblütenhonig, Heidelbeerhonig, Himbeerhonig, Kleehonig, Korianderhonig, Kornblumenhonig, Kürbisblütenhonig, Lavendelhonig, Löwenzahnhonig, Majoranhonig, Mispelhonig, Orangenblütenhonig, Sommerblütenhonig, Sonnenblumenhonig

Flüssig:

Akazienhonig, Alpenrosenhonig, Edelkastanienhonig, Eichenhonig, Fenchelhonig, Fichtenhonig, Lindenblütenhonig, Mandelblütenhonig, Mimosenhonig, Moltebeerhonig, Obstblütenhonig, Rosmarinhonig, Salbeihonig, Seidenpflanzenhonig, Waldhonig, Wildblütenhonig, Weißtannenhonig

Kristallisiert:

Distelhonig, Buchweizenhonig

Honigernte

Das süße Produkt der Bienen

Honig ist wohl das bekannteste und beliebteste Produkt der Honigbiene. Imker kümmern sich um ihre Bienenvölker und erfreuen sich im Sommer an dem süßen Ergebnis.