Projektbeschreibung

Garten des Lebens

Im Herbst 2014 haben Gruppen verschiedener Klassen mit der Planung begonnen, unterstützt von Rainer Häffner, dem Initiator des Schulgarten-Projekts. Schnell war man sich einig, dass der Garten der Pater-Alois-Grimm-Schule (PAGS) voller Leben, voller Pflanzen und Tiere stecken, aber auch Raum fürs gemeinschaftliche Gärtnern, Lernen und Feiern bereithalten sollte. Daher fiel die Wahl auf einen Drei-Zonen-Garten nach den Prinzipien von Markus Gastl anzulegen. Also ging es ans Werk, um das Brachland direkt hinter der Schule in den „Hortus Pagsis“ zu verwandeln, einen lebendigen Rückzugsort. Nach der groben Terrassierung des Geländes folgte die Anlage eines Steingartens, der Nützlingen dank Ziegeln, Schotter, Steinen und Totholz eine Bandbreite an Verstecken bietet. Damit sich auch die menschlichen Gartenbesucher wohlfühlen, ist neben dem Steingarten ein Bereich mit Grillhütte, Feuerstelle, Tischen und Bänken entstanden. Kräuter und Gemüse für die Schulküche liefern abwechslungsreich gestaltete Beete, Kräuterecken und Hochbeete.

Insgesamt umfasst der Schulgarten eine Fläche von etwa 1600 m² und eine etwa 40 m² große Magerwiese. Neben einer Streuobstwiese sowie blühfreudigen Gehölzen wie Schlehe, Weißdorn und Faulbaum gedeihen im Hortus Pagsis auch an die 70 verschiedene Wildrosenarten. Außerdem wartet der Schulgarten mit einer eine Fülle an nektar- und pollenreichen Bienenpflanzen auf. Dazu zählen Flockenblumen, Skabiosen, Muskatella-Salbei, Glockenblumen, Weinraute, blühende Pastinaken und vieles mehr. „An unserem breiten und vielfältigen Pflanzen-Buffet ist für sämtliche Bestäuber etwas dabei. Auch die Honigbienen unserer Schulimkerei bedienen sich an unseren Blühpflanzen“, sagt Judith Kappes. Sie unterrichtet Biologie und Physik an der Gemeinschaftsschule und ist für das Garten-Projekt verantwortlich.

Frösche, Molche und Fische sowie Libellen haben sich im und am Teich angesiedelt. Auch an Unterkünften für vielerlei Wildbienenarten mangelt es nicht. Ergänzend zu Insektenhotels und Nisthilfen haben die fleißigen Bienenhelfer mehrere Sandarien, Trockenmauern, Steinpyramiden, Reisighaufen und Totholzhaufen für die Tierwelt angelegt. Sogar die seltene Blaue Holzbiene fühlt sich im Schulgarten wohl und wird oft begeistert beobachtet.

Garten des Lernens

„Mit der Garten AG gehen wir jede Woche raus, um den Kindern das naturnahe Gärtnern und Gestalten näherzubringen. Magere Böden spielen dabei eine zentrale Rolle, da auf ihnen seltene, für viele Insekten und Bienen überlebenswichtige Pflanzen gedeihen“, erläutert Judith Kappes. Für den Biologie-, Mathe-, Deutsch-, Religions- und Englischunterricht wird das Klassenzimmer im Freien ebenfalls sehr gern genutzt. Natürlich packen die Schüler und Schülerinnen im Naturgarten auch kräftig an und arbeiten selbst bei Kälte lieber draußen, als drinnen zu lernen. Dabei kommen sie zur Ruhe und aus sich heraus. Durch das Gärtnern sind sie aufnahmefähiger im Unterricht und lernen zudem selbstständiger zu denken und verantwortungsbewusst zu handeln.

Aber nicht nur die Schulgemeinschaft kommt in den Genuss des Naturerlebnisgartens. „Direkt neben daneben befindet sich ein Wohnmobilstellplatz, sodass Erholungssuchende immer wieder auf unseren Schulgarten aufmerksam werden“, so die Lehrerin. Daraus ist auch die Idee entstanden, die Zaungäste fürs naturnahe Gärtnern zu begeistern und sie zum Anlegen eines eigenen kleinen Naturgartenelementes zu ermuntern. „Das könnte eine kleine Blumenwiese von wenigen Quadratmetern sein, eine Eidechsenburg, ein Steinhaufen, ein Totholzelement oder ähnliche kleine Elemente sein, die im Hortus zu finden sind.“ Wenn die Wohnmobilisten eine Idee umsetzen, sind sie aufgerufen, der Garten AG ein Foto davon zu schicken. Diese werden an einer großen Wand aufgeklebt und bilden allmählich einen wachsenden „Baum der Vielfalt“ – eine Art Biodiversitätsbaum, ähnlich einem Stammbaum. „So können wir uns nicht nur über die Vielfalt in unserem Garten freuen, sondern haben auch die Gewissheit, dass Wild- und Honigbienen anderswo auf kleine Lebensinseln stoßen können.“

Hintergrund

„Unser Antrieb besteht darin, möglichst vielen Lebewesen möglichst viel Lebensraum zu bieten. Diesen Lebensraum schaffen wir durch mageren Boden, denn darauf können sich seltene Pflanzen niederlassen, die Bienen und andere Insekten gerne ansteuern“, so Judith Kappes. Das Thema Bienenschutz ist im „Hortus pagsis“ allgegenwärtig und wird sowohl theoretisch behandelt als auch praktisch umgesetzt.

„Wir möchten unseren Besuchern bewusst machen, dass die Verantwortung für einen besseren Umgang mit der Natur bei jedem einzelnen liegt. Nur durch Taten, auch wenn sie noch so klein sind, werden wir unserer Umwelt helfen können."

Weitere Pläne & Ziele

Ein Naturgarten ist nie fertig und immer im Wandel begriffen. Die Garten AG setzt sich weiterhin dafür ein, dass immer mehr und neue Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten entstehen.  Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro ist für den Kauf von weiteren Pflanzen, Baumaterialien und hochwertigen Gartengeräten vorgesehen.

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen