Eine neue Idee zur einfachen Bestimmung

Die Idee zur Entwicklung der App „ID-Logics“ ist die Erstellung eines neuartigen, unkomplizierten Bestimmungssystems, das eine einfache Benutzung ermöglicht und eine breite Bevölkerung für die Vielfalt der Natur begeistert.
So funktionierts:
Wird die App das erste Mal geladen, ist sie zunächst einmal frei von Inhalten. Denn die einzelnen Datenbanken können bzw. sollen für jede Pflanzen- oder Tiergruppe separat heruntergeladen werden. Danach kann man die App ohne Internetverbindung auf Smartphone oder Tablet nutzen. Auch wenn die App "ID-Logics" gerade deswegen zunächst Gegenwind bekommen hat, sind sich die Entwickler einig: "Man möchte nicht durch ein vom Nutzer hochgeladenes Foto ein direktes Ergebnis in der App erhalten. Das mag vielleicht technisch faszinierend sein, funktioniert aber häufig nicht und führt zur Entmündigung. Vielmehr möchten wir ein Umdenken fördern, dass die Nutzer zwar nicht zu Artenexperten macht, sie jedoch animiert, sich wieder für die Natur zu faszinieren, aktiv zu werden und vor allem mitzudenken!“ 
Die Datenbanken liegen nicht wie gewöhnlich bei Google oder Apple, sondern werden im eigens für die App entwickelten Content Management System (CMS) verwaltet.

Prof. Dr. Jorge Groß von der Universität Bamberg ist Leiter der bundesweiten Arbeitsgruppe „Digitalität und Biologiedidaktik“ und hat die App „ID-Logics“ entwickelt

Faszination für die Natur wecken

Laut Jorge Groß sei ein Problem des Artensterbens der Mangel an Artenkennern. Dieser dramatische Umstand hänge vor allem mit der Reduzierung von Arbeitsstellen in Universitäten zusammen. Um fachliches Wissen wieder zu verbreiten, wurde für die App "ID-Logics" ein Content Management System (CMS) entwickelt, das derzeit kurz vor der Veröffentlichung steht. Ein CMS ist im Prinzip eine Webseite, mit deren Hilfe von einem Rechner Inhalte auf die App geladen oder verändert werden können. In diesem kann jeder Nutzer der App selbständig Bestimmungsschlüssel für Tiere sowie Pflanzen erstellen und diese hochladen. Dafür werden lediglich die Merkmale der zu bestimmenden Arten benötigt. Mit dem CMS können diese Merkmale nun hinterlegt werden. Mit der App soll ein Anreiz geschaffen werden, sich wieder mehr für die Natur zu interessieren und genauer hinzusehen. 
Dank Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung kooperieren die Entwickler mit dem Niedersächsischen Heimatbund, der sich ehrenamtliches Engagement auf die Fahne geschrieben hat. In diesem Zusammenhang wird das CMS der App zur Zeit mit Schülern und Naturschützern getestet und soll in einem halben Jahr für die breite Masse verfügbar sein.

Doch schon jetzt ist eine vorläufige Version der Bestimmungs-App im Apple-Store und bei Google Play zu finden.

Prof. Dr. Jorge Groß bei der Ausbildung von Ehrenamtlichen zu Bestimmungsprofis

Bienenschutz in der Praxis

Im Zuge der App-Entwicklung gab es die Idee, Hummeln und andere Wildbienen anzusiedeln. Doch da kam eine wesentliche Frage auf: Was sind geeignete Standorte für diese Insekten? Eine Antwort darauf soll die Freischaltung für eine Hummel-Sichtungsseite ermöglichen. Auf dieser Sichtungsseite können verifizierte Nutzer nützliche Informationen über verschiedene Hummelarten mitteilen. So sollen falsche Meldungen von Laien verhindert werden. Jeder App-User hat jedoch Einsicht in den aktuellen Bestand von Hummelpopulationen in bestimmten Gebieten. Ansprechpartner für dieses Projekt ist der Diplom-Biologe und Stechimmen-Experte Rolf Witt. Durch seinen tragenden Einfluss ist eine enge Kooperation zwischen der Universität Bamberg und dem Naturschutzbund (Nabu) entstanden. Zudem ist Rolf Witt durch seine Expertise Mitautor der App "ID-Logics".

"Um zwei unterschiedliche Nutzergruppen der App zufrieden zu stellen, steckt in ID-Logics nicht nur viel Geld, sondern auch sehr viel Kopf", erklärt Prof. Dr. Jorge Groß. Um zu verhindern, dass die App nach zwei Jahren wieder in Vergessenheit gerät, werden Menschen zum Mitmachen und Mitdenken motiviert. So gibt es die Möglichkeit, sich selbst einzubringen, oder aber die App einfach nur zum Spaß zu verwenden. Denn der Grundgedanke ist: Einer möglichst breiten Öffentlichkeit mit viel Fachwissen eine Plattform zu bieten, auf der Wissen vermehrt, geteilt und weitergegeben wird.

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