Denken Naturfreunde an Kornblumen (Centaurea cyanus) haben sie wahrscheinlich einen sommerlichen Acker vor Augen, auf dem die blauen Blumen zusammen mit rotem Klatsch-Mohn und weißer Kamille zwischen den Getreideähren hervorleuchten – dabei sind von Wildkräutern durchsetzte Felder in der modernen Landwirtschaft nur noch selten anzutreffen. Doch es gab Zeiten, da war die einjährige Pflanze, die in der Steinzeit mit dem Getreide aus dem Nahen Osten nach Mitteleuropa gelangte, ein gefürchtetes Unkraut, das zu hohen Verlusten bei der Ernte führen konnte. Daher ist die Pflanze in manchen Regionen auch unter den Namen „Kornfresser“ und „Hunger“ bekannt. Und so verwundert es nicht, dass sie zudem einst mit bösen Korndämonen in Verbindung gebracht wurde. Die sogenannte Roggenmuhme, die sich vom Korn ernährt und unreife Ähren ausreißt, lockte angeblich Kinder ins Feld, die Kornblumen pflücken wollten, um sie zu verschleppen.

Wie fast alle heimischen Wildkräuter wurde der Korbblütler früher auch als Heilpflanze genutzt, unter anderem bei Fieber oder zur Stärkung von Leber und Galle. Eine medizinische Wirkung wurde aber bisher nicht nachgewiesen. Daher beschränkt sich die Verwendung inzwischen weitgehend darauf, die getrockneten Blütenblätter als sogenannte Schmuckdroge unter Kräutertees zu mischen. Wer heute Kornblumen im Garten aussät, macht dies, wie bereits die mittelalterlichen Gärtner, vor allem um sich an ihr zu erfreuen. Die blauen Blüten locken von Juni bis September zahlreiche andere Insekten an, denn der Nektar hat einen hohen Zuckergehalt. Daher ist der Korbblütler für jeden bienenfreundlichen Garten eine große Bereicherung.

Unser Tipp

Verwendung in der Küche

Wer zahlreiche Exemplare herangezogen hat, kann auch Blüten ernten, um sie getrocknet in Kräutertee-Mischungen zu geben. Mit frischen Blütenblättern lassen sich Salate dekorieren.