Das offensichtlichste Problem beim Anbau von Monokulturen ist das einseitige Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten. Manche Wildbienenarten, wie zum Beispiel die Distel-Wollbiene (Anthidium nanum), sind oligolektisch veranlagt. Das bedeutet, dass sie ihre Nahrung von ausschließlich einer Pflanzenart sammelt. Werden nun vermehrt Monokulturen angebaut, reduziert sich das Nahrungsangebot in einem weitläufigen Bereich auf eine Pflanze. Folglich finden Wildbienen, die eine andere  Nahrungsquelle benötigen, zu wenig oder keine Nahrung. 

Blühende Rapsfelder sind zwar ein wahrer Augenschmaus, die Fülle an gelbleuchtenden, riesigen Blütenmeeren sind oftmals eine große Freude für vorbeifahrende Autofahrer. Auch unsere Nützlinge, speziell die Honigbienenköniginnen, erfreuen sich an ihrem Anblick. Doch der Eindruck trügt, denn die Biene speichert das entdeckte Blütenmeer als riesiges Futterangebot ab, woraufhin fleißig Eier ablegt werden, damit sich das Bienenvolk vergrößert. Ist der Nachwuchs dann erst einmal geschlüpft, benötigen er unterschiedliche Pollen als Nahrung. Doch der anfängliche Eindruck war leider ein Irrglaube.
Zum einen ist das Blütenangebot bei Monokulturen auf eine Blütenart begrenz und zum anderen passiert es immer wieder, dass die Felder zum Zeitpunkt der Nahrungssuche für junge Bienen dann bereits abgeerntet sind. 

Fehlende Pollenvielfalt im Herbst ist ebenfalls ein wichtiger Punkt im landwirtschaftlich geprägten Raum. Ist das Nahrungsangebot nach dem Sommer zu gering, fällt der Wintervorrat spärlicher aus. In Folge dessen nehmen die Nützlinge nicht ausreichend Nährstoffe zu sich und die Abwehrkräfte verringern sich enorm. 

Unser Tipp

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