Warum lohnt es sich überhaupt für Gartenbesitzer, etwas für Nützlinge zu tun?

Nicht nur für Nutzgartenbesitzer, auch für Liebhaber von Rosen und anderen Zierpflanzen können Nützlinge den wertvollen und kostenfreien Service anbieten, unliebsame Schnecken oder Blattläuse zu vertilgen. Darüber hinaus bereichern viele Nützlinge das Naturerlebnis – man denke nur an bunte Schwebfliegen, eine Igelfamilie, die durch den Garten trollt, oder an das Konzert der Singvögel.

     Welches sind die einfachsten, Erfolg versprechenden Maßnahmen, um Nützlinge anzulocken?

Das Einfachste ist es, der Natur etwas Spielraum zu lassen und sie nicht durch übertriebene Gartenpflege in ein enges „Korsett“ zu zwängen. Hier und da wild wachsende Pflanzen einfach kommen lassen, das Laub nicht überall entfernen und vielleicht auch mal den Rasen in einer Ecke nicht düngen und seltener mähen – dadurch können Wildpflanzen zur Blüte gelangen und sich darauf spezialisierte Insekten einfinden. Laubsauger und chemische Pflanzenschutzmittel sollten im Garten tabu sein.

Hängt das Eintreffen nützlicher Insekten nicht auch von einer intakten Natur in der Umgebung ab?

Weitverbreitete, flugfähige Insekten wie Florfliege und Marienkäfer können naturnahe Gärten auch dann schnell besiedeln, wenn diese in einer sterilen Umgebung liegen. Anders sieht es bei vielen Wildbienen-Arten  aus, die speziellere Lebensraum-Ansprüche haben und eine entsprechende Umgebung brauchen. Das gilt ebenso für nicht flugfähige Tiere wie Igel oder Amphibien, die im Siedlungsbereich auf viele Barrieren stoßen. Ihnen sollten wir es zumindest in unserem Wirkungsbereich leicht machen, etwa indem wir ihnen einen ausreichend großen Durchschlupf unter dem Gartenzaun anbieten.