Veröffentlicht am 11.02.2022 um 12:39 Uhr

Für Hobbygärtner, die auf die Unterstützung durch Nützlinge setzen, stellt sich zunächst die Frage: Welche tierischen Gäste helfen mir und welche schaden eher? Bei einigen Insekten ist die Rollenverteilung klar: So sind Bienen fleißige Bestäuber und Florfliegen, Marienkäfer sowie Schlupfwespen haben gleich mehrere Pflanzenschädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben auf dem Speiseplan. Ähnliches gilt auch für größere Tiere wie Igel, Kröten oder Frösche, allerdings vertilgen diese neben den lästigen Nacktschnecken auch Regenwürmer, die als Bodenverbesserer durchaus erwünscht sind. 

Unser Tipp

Garten im Winterschlaf

Naturnahe Gärten werden vor dem Winter nicht aufgeräumt und Stauden nicht zurückgeschnitten, um Nützlingen Unterschlupf zu bieten. Denn hohle Stängel dienen als Niströhren für Wildbienen, in verlassenen Vogelnestern, in Zapfen und im liegen gebliebenen Strauchschnitt überwintern Larven und Puppen von Käfern und anderen Streuschichtbewohnern.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Für einen Unterschlupf kann man auf ganz einfache Weise und ohne handwerklichen Aufwand sorgen: etwa mit einem Steinhaufen oder Reisighaufen, in dem sich je nach Umgebung Amphibien, Reptilien oder kleine Säuger einfinden. Eine gute Deckung finden viele Tiere zudem in dichten Hecken sowie geschlossenen, krautigen Pflanzendecken, beispielsweise aus zuverlässigen Bodendeckern wie Storchschnabel, Frauenmantel, Taubnessel oder Walderdbeere. All diese Rückzugsmöglichkeiten ergeben jedoch erst dann einen Sinn, wenn die Tiere eine ausreichende Nahrungsgrundlage finden.

Steinhaufen als Rückzugsort

Pflanzen als Insektenmagneten

Eine gute Nahrungsgrundlage für Nützlinge schaffen wir, indem wir eine große Vielfalt an Blütenpflanzen gedeihen lassen – mit möglichst lückenloser Blütezeit vom zeitigen Frühjahr bis zum Herbst: Das Spektrum an guten Nektar- oder Pollenspendern reicht von frühen Zwiebelblumen (z. B. Schneeglöckchen, Krokussen) über Einjährige (Ringelblume, Kapuzinerkresse) und Wildkräuter (Färberkamille, Echter Ziest, Dost) bis hin zu späten Schmuckstauden wie Herbst-Astern und Hohen Fetthennen. Auch Küchenkräuter wie Borretsch, Schnittlauch oder Gewürzfenchel werden gerne von Bienen und Faltern aufgesucht, wenn man einen Teil von ihnen aufblühen lässt. Unter den Gemüsepflanzen im Beet gelten Zucchini, Kürbis, Acker- und Feuerbohne als Insektenmagneten. Mit ihnen kommen wir unserem Ziel ein gutes Stück näher, aus dem Garten einen vielfältigen Lebensraum zu machen, in dem Nützlinge einen wertvollen Beitrag leisten.

Schmetterling auf Ringelblume

Nisthilfen & Nistkästen

Mit speziellen Behausungen zum Überwintern oder Nisten kann man neben Ohrwürmern und Florfliegen noch einer ganzen Reihe weiterer Nützlinge das Leben erleichtern. Genannt seien nur Igelhäuser und Nistkästen für Singvögel sowie Fledermäuse, die sich ebenfalls als Gegenspieler von Schadinsekten im Garten verdient machen. Ganz besonders wertvoll sind sogenannte „Bienen-Hotels“ mit Niströhren, in denen die wichtigsten Bestäuber unzähliger Nutz- und Zierpflanzen gut geschützt ihren Nachwuchs aufziehen können. Dabei auf eine sorgfältige Ausführung achten, da scharfe Schnittkanten oder Risse in den Pflanzenstängeln die Behausungen wertlos machen!

Nistkasten
Onlinekurs

Tier- und insektenfreundlicher Garten

Im Onlinekurs „Tier- und insektenfreundlicher Garten“ erfahren angehende Naturgärtner, wie man das eigene grüne Wohnzimmer in eine einladende Oase für Nützlinge verwandelt kann und worauf es dabei zu achten gilt. Die Gartenexperten von Europas größtem Gartenmagazin „Mein schöner Garten“ haben in Kooperation mit #beebetter einen Onlinekurs zusammengestellt, bei dem Praxisvideos, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und vieles mehr inklusive sind. 

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