Gartenboden klassifizieren

Erdboden ist nicht gleich Erdboden. Um das Gemüsebeet richtig bearbeiten, bepflanzen und mit bedarfsgerecht mit den notwendigen Nährstoffen versorgen zu können, ist es wichtig, seinen Gartenboden zu kennen. Eine einfache Methode der Bodenbestimmung ist die sogenannte Fingerprobe. Dabei zerreibt man etwas Erde zwischen den Fingern: Handelt es sich um einen eher sandigen Boden, so rieselt das Material leicht durch die Finger. Lehmige Böden dagegen sind schwerer und lassen sich zu einem Erdklumpen formen. Weist Ihr Boden eine krümelige, lockere Zusammensetzung auf, handelt es sich um einen humusreichen Boden

Nach der ersten, groben Bodeneinschätzung kann man noch eine weitere einfach Methode heranziehen. Dazu etwa eine Handvoll Gartenerde in ein Wasserglas einrühren, ein paar Minuten ruhen lassen und beobachten. Angenommen das Erde-Wasser-Gemisch färbt sich schnell wieder klar und die Gartenerde setzt sich am Boden ab, hat man einen sandigen Boden im Garten. Lehmige Böden färben das Wasser bräunlich trüb und es setzt sich nur ein kleiner Teil der Erde am Wasserglasboden ab. Sieht das Ergebnis so aus, dass man sowohl einen Bodensatz als auch gefärbtes Wasser im Glas hat, deutet dies auf einen humusreichen Boden hin. In diesem Fall würde zudem eine dunklere Humusschicht an Wasseroberfläche schwimmen.

Natürliche Düngemittel

Ein Komposthaufen gehört zum Biogarten wie Blumen und Bienen. Das zersetzte Material liefert beim Einarbeiten in den Gartenboden reichlich Nährstoffe, lockert den Untergrund auf und sorgt dafür, dass Feuchtigkeit länger im Wurzelbereich gehalten wird. Auch Hornspäne und Hornmehl sind unbedenkliche Düngemittel. Beides wird von nützlichen Kleinstlebewesen im Boden nach und nach zersetzt. Der Düngeeffekt setzt daher nur langsam ein, hält aber auch mehrere Monate an. Weitere organische Düngemittel sind Pferde- oder Rindermist, Trester, Algendünger, Melasse und Vinasse sowie Schafswolle (als Pellets im Handel erhältlich). Auch sie fördern eine lockere Bodenstruktur, verbessern die Wasserspeicherfähigkeit und versorgen die Pflanzen über einen längeren Zeitraum mit wichtigen Nährstoffen.

Kompostieren und Mulchen

Jeder Biogärtner weiß: Mulchen und Kompostieren sind ein Muss! Denn nur so entsteht ein besonders fruchtbarer Erdboden, der die Grundlage für prächtige Pflanzen und eine reiche Ernte ist. Kompost liefert wertvolle Mineralien und Nährstoffe, die sich die Pflanzen nach Bedarf holen. Das Gute daran: Kompost besteht aus biologischem Küchen- und Gartenabfall wie Laub, Grünschnitt oder Erntereste. Als Dünger wird er in den organischen Kreislauf eingebunden, so kann man das Beet ganz leicht mit humoser Erde anreichern. Als natürlicher Düngestoff bietet sich auch Mulch an. Durch das Bedecken des Bodens mit nährstoffreichem Mulch, verdunstet die im Boden enthaltene Flüssigkeit nicht so schnell und auch das Wachstum von Unkräuter wird unterdrückt. Je nach verwendetem Mulchmaterial (z.B. Rasenschnitt, Heu, Grünschnitt, Laub) werden bei der Zersetzung zudem verschieden Nährstoffe freigesetzt.

Mischkultur im Gemüsebeet

Mischkultur bedeutet, dass man verschiedenes Gemüse, Kräuter und Blumen nebeneinander ins Beet pflanzt, um so die Pflanzen- und Bodengesundheit zu fördern und die gegebene Fläche sowie die Nährstoffe im Boden möglichst gut zu nutzen. Auch Kräuter und Blumen wie Borretsch, Kamille, Lavendel, Ringelblumen, Salbei, Thymian und Bohnenkraut gehören in den Ökogarten. Sie halten Schädlinge sowie Krankheiten fern, oder fördern Wachstum und Robustheit. Und nicht zuletzt ziehen ihre Blüten unzählige Insekten an, die auf diese Weise zum einen reichlich Nahrung finden und zum anderen zu einer guten Bestäubung und somit zu einer reicheren Ernte beitragen. Bei der Mischkultur gilt es zu beachten, dass sich nicht jede Pflanze miteinander verträgt. Informationen über gute und schlechte Nachbarn finden Sie jedoch zuhauf in der Gartenliteratur sowie auf fachlichen Gartenseiten. 

Unser Tipp

Gemüseanbau in Mischkultur

Das vielseitige Mit- und Nebeneinander hat viele positive Aspekte: Mit den richtigen Partnern wachsen alle Arten besser, da die Nährstoff-Konkurrenz geringer ist. Auch Schädlinge und Krankheiten können sich weniger leicht ausbreiten. Was Sie beim Anbau in Mischkultur beachten sollten, welche Beetpartner sich gut vertragen und welche eher weniger, erfahren Sie bei den Kollegen von Mein schöner Garten.

Gründünger

Zu den sogenannten Gründüngungspflanzen zählen zum Beispiel Phacelia, Blaue Lupine, Buchweizen, Gelbsenf, Inkarnatklee oder auch Sonnenblumen. Man sät sie aus, um den Boden zu lockern, Unkraut zu unterdrücken und Nährstoffe anzureichern. Die Leguminosen unter ihnen, also Hülsenfrüchtler wie Lupinen, sammeln zum Beispiel durch Symbiose mit Bakterien reichlich Stickstoff im Wurzelbereich an.
Für Nützlinge, die auf der Suche nach Pollen oder Nektar sind, sind aber vor allem die vielen Blüten von Interesse. Nicht von ungefähr nennt man die blühfreudige Phacelia auch "Bienenfreund".