Neonicotinoide - was ist das?

Unter Neonicotinoiden, auch Neonikotinoide geschrieben, versteht man eine Reihe von Insektiziden, also Insektengiften. Die synthetisch erzeugten Wirkstoffe sind selektive Nervengifte. In Pflanzen wirken sie systemisch, das heißt, sie werden über die Wurzeln aufgenommen und verteilen sich in der gesamten Pflanze. Auch im Pollen und Nektar, die für Bienen und andere Insekten so wichtige Nahrung, finden sich diese Giftstoffe wieder. Die Aufnahme muss nicht unmittelbar zum Tod der Tiere führen, sie beeinträchtigt aber die Fruchtbarkeit, das Orientierungsvermögen sowie das Gedächtnis der Insekten. Infolgedessen finden vergiftete Honigbienen meist nicht mehr zu ihrem Stock zurück und werden zudem anfälliger für Krankheiten. Dies kann zu Verlusten und Schäden für das gesamte Bienenvolk führen.

Die meisten Wildbienen leben solitär, das heißt sie leben als Einzelgänger und bilden kein Bienenvolk, zu dem sie zurückkehren und ihre Nahrungsquellen weitergeben. Wieso sind diese Auswirkungen für Wildbienen dennoch dramatisch? Die Orientierungsfähigkeit sowie Kommunikation sind überlebensnotwendige Fähigkeiten, auch für Wildbienen. Ist ihr Navigationsgedächtnis beeinträchtigt, hat das einen erheblichen Einfluss auf das Wiederauffinden von Nahrungsquellen und Nistplätzen.

Um dem Bienensterben  entgegenzuwirken, veranlasste die EU im April 2018 ein Freilandverbot für Clothianidin, Thiomethoxam und Imidacloprid. Der Einsatz dieser drei Wirkstoffe ist ausschließlich nur noch in Gewächshäusern erlaubt, bis neue Erkenntnisse zur Bienengefährlichkeit gewonnen werden.

Instektensterben durch Glyphosat

Ob auf landwirtschaftlichen Ackerflächen, öffentlichen Grünflächen oder in privaten Gärten - Glyphosat gilt als das meist eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel weltweit. Hierbei handelt es sich um ein Pestizid, das bei der Beseitigung von unerwünschten Pflanzen sehr radikal wirkt. Jede Pflanze, deren Genmaterial nicht gezielt verändert und angepasst wurde, sodass sie den Herbizideinsatz überlebt, wird abgetötet. 

Wie beeinflusst der Glyphosat-Einsatz das Leben der Bestäuber? Die Verwendung des Pestizids schwächt das Immunsystem der Nützlinge, sodass sie deutlich schneller erkranken als Tiere, die nicht mit Glyphosat in Berührung kommen.

Auch in Bezug auf den menschlichen Organismus sagt man dem Pflanzengift ein schädliche Wirkung nach. Kein Wunder, dass die Forderung für ein Verbot von Glyphosat immer lauter wird. Seit dem 1. Januar 2019 ist der Einsatz dieses Pflanzengifts für Hobbygärtner in Frankreich verboten. Das Land strebt bis 2020 den vollständigen Verzicht und Verbot von Glyphosat an.

In der Landwirtschaft kann man auch ohne den Einsatz von Pestiziden auskommen. Alternative Anbaumethoden, wie beispielsweise der biologische Landbau, lösen das Unkrautproblem ohne den Einsatz von Pestiziden: Durch das Unterpflügen vor der Aussaht, durch regelmäßiges Hacken und Jäten, wird das Wachstum von unerwünschten Pflanzen eingeschränkt oder unterdrückt. Diese Form der Unkrautbekämpfung ist jedoch meist sehr aufwändig und kostenintensiv, doch in der Regel umweltschonender als die Verwendung von Glyphosat.

Unser Tipp

Was kann ich tun?

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft ist nur eine Ursache des Bienensterbens. Auch Fressfeinde, Monokulturen, fehlende Nahrungsquellen und Nistplätze sowie die Zerstörung des Lebensraums tragen zum Artensterben bei. Doch jeder kann einen Beitrag leisten, um Bienen und anderen Nützlingen zu helfen. Zeit aktiv zu werden!