Alles fing mit einer Sommerblume aus dem Baumarkt an, die Anja Eder in ihren 200 Quadratmeter großen Stadtgarten im Norden Wuppertals einpflanzte. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Blütenbesucher einfanden – auch viele Wildbienen, die kleinen Verwandten unserer Honigbiene. Doch was war das? Nach kurzer Zeit verloren sie die Orientierung und taumelten benommen auf den Boden. Für die Tierfreundin war klar: Die mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Blüten waren eine Gefahr für die fleißigen Bestäuber. „Nach diesem Schlüsselerlebnis begann ich, mich intensiv mit Wildbienen zu beschäftigen“, erzählt die Grafikdesignerin und begeisterte Fotografin. „Ich lernte, wie sie leben, was sie brauchen und welche Arten bei uns heimisch sind. Und dass sie ernsthaft durch unsere belastete Umwelt bedroht sind.“ Dabei gehören Wildbienen zu unseren wichtigsten Pflanzenbestäubern – ohne sie würden unsere Ernten weit geringer ausfallen! „Ich säte und setzte von nun an daher ausschließlich Bio-Pflanzen, deren Pollen für Wildbienen von Nutzen sind.“

Frühjahr bis Herbst: Pflanzen für Wildbienen

Wer seinen Garten für Blütenbesucher attraktiv machen möchte, bietet ihnen von Februar bis Oktober einen gedeckten Tisch. Folgende Pflanzen haben einen hohen Nektar- und Pollengehalt und zählen zu den ertragreichsten Nahrungspflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge:

  • Februar: Gewöhnliches Hirtentäschel, Schwarze und Stinkende Nieswurz, Winterling, Huflattich, Krokus
  • März: Weide, Pestwurz, Zweiblättriger Blaustern, Küchenschelle
  • April: Zaun-Wicke, Löwenzahn, Scheinquitte, Apfel- und Birnbaum, Süßkirsche
  • Mai: Wilde Möhre, Wiesen-Rot-Klee, Inkarnat-Klee, Echter Steinklee, Weiß-Klee, Himbeere, Esparsette
  • Juni: Wiesen-Margerite, Schafgarbe, Acker-Kratzdistel, Weißer Senf, Blaue Himmelsleiter, Weißer Steinklee, Katzenminze
  • Juli: Glockenblume, Malve, Wilde Karde, Vogelwicke, Wegwarte, Ysop-Bienenkraut
  • August: Sonnenblume, Besenheide, Bartblume, Prachtkerze I September: Sonnenhut, Aster
  • Oktober: Efeu, Fetthenne

Unsere Empfehlung

Wildbienenhelfer - Wildbienen & Blühpflanzen

Anja Eder fotografiert seit 2014 Wildbienen, vor allem auch im eigenen Garten. Nun stellt sie ihre faszinierenden Fotos in einem
wunderschönen Bildband vor. In „Wildbienenhelfer – Wildbienen & Blühpflanzen“ (Verlag TiPP 4, 248 Seiten, 39,90 €) lernen wir die fleißigen Insekten von einer ganz besonderen Seite kennen und lieben. Zudem gibt es, nach Flugmonaten sortiert, wertvolle Informationen zu Lebensweise, Nisthilfen und wichtigen Wildbienen-Pflanzen.

Der Erfolg blieb nicht aus. Eine Vielzahl der insgesamt 560 bei uns vorkommenden Wildbienen-Arten, zu denen auch die Hummeln zählen, konnte die Hobbygärtnerin in ihrem Garten entdecken und mit der Kamera festhalten. Neben dem Aussehen beeindruckt sie auch deren Lebensweise. So schneiden etwa Blattschneiderbienen ovale Stücke aus Blättern, rollen sie auf, deponieren Eier sowie Proviant darin, verschließen alles und verstecken die Röhrchen in Blumentöpfen oder Mauerritzen. Diese faszinierenden Geschöpfe auch anderen Menschen näherzubringen, war der Grund für die von ihr ins Leben gerufene Aktion „Wildbienenretter“ und die Zusammenstellung eines umfassenden Bildbands. „Jeder Einzelne von uns kann mit einem naturnahen Garten und den passenden Pflanzen viel zur Erhaltung dieser wunderbaren nützlichen Insekten beitragen.“