1. Wie lief und läuft Ihr Bienenprojekt? Welche positiven oder auch negativen Erfahrungen konnten Sie machen?

Das Bienenprojekt war und ist ein großer Erfolg. Mit Hilfe von 484 Unterstützern konnten wir eine Blühfläche von 1,66 ha realisieren. Die Blühfläche hat sich trotz der Trockenheit auch sehr schön entwickelt.

2. Wie haben andere Landwirte auf das Wildbienenpaten-Projekt reagiert?

Die Reaktion der Berufskollegen war sehr gemischt. Es gab und gibt sehr viele Kritiker. Es gab auch ein paar Nachahmer, aber auch schon Vorreiter. Ich war nicht der erste mit solch einem Projekt.

3. Was müsste sich ändern, damit noch mehr Landwirte Bienen- und Insektenschutz in Angriff nehmen?

Die Politik und die Regelungen dazu müssen deutlich einfacher werden. Für eine Blühfläche gibt es so viele Auflagen und Vorschriften. Die Angst etwas falsch zu machen, ist sehr groß. Das hält viele Landwirte davon ab, solche Flächen anzulegen. Außerdem müsste der finanzielle Ausgleich größer sein als bisher.

4. Warum ist Ihnen das Thema Artenvielfalt und Biodiversität so wichtig?

Das Thema Artenvielfalt und Biodiversität beschäftigt mich als Landwirt eigentlich schon immer. Doch ich denke, dass sich in den letzten Jahren doch einiges verändert hat. Ich schaue nun gesamtheitlicher auf das Thema und betrachte nicht nur einzelne Aspekte, die gerade für eine bestimmte Kultur wichtig sind. Einen konkreten Zeitpunkt für diese Veränderung kann ich gar nicht sagen, das ist eher eine kontinuierliche Entwicklung.

5. Warum ist Artenvielfalt auch in der Landwirtschaft wichtig?

Da gibt es sicherlich ganz viele Aspekte. Ein paar besonders wichtige sind, denke ich, die Bestäubungsleistung und die Schädlingsregulation.  Wenn wir mehr Vielfalt haben, wird es für einzelne Populationen schwierig, sich stark auszubreiten - eine natürliche Regulation findet statt.

6. Warum machen Sie sich gerade für die Wildbienen stark?

Wenn in der Öffentlichkeit über Bienen gesprochen wird, geht es sehr oft um die Honigbiene. Unserer Honigbiene geht es sehr gut und viele Menschen kümmern sich darum. Doch die Wildbiene findet zurzeit noch kaum Beachtung, deswegen ist es so wichtig dies hervorzuheben.

7. Welche Aspekte waren oder sind bei der Blühwiese für Wildbienen wichtig?

Die Pflanzen müssen an den Standort angepasst sein. Wildbienen sind zum Teil sehr spezialisiert und fliegen  manchmal nur ein bis drei Pflanzenarten an. Deshalb muss eine Blühwiese mit vielen verschiedenen Pflanzen ausgestattet sein und es müssen auch viele Wildpflanzen enthalten sein. Es bringt nicht viel, wenn in der Mischung nur viele Kulturarten enthalten sind. Auch ist eine einjährige Blühfläche nicht nachhaltig. Ich habe viele Gespräche mit unterschiedlichen Experten geführt um das optimale Ergebnis erzielen zu können.

8. Was würden Sie anderen Landwirten raten, die sich frisch an das Thema Bienenschutz und Artenvielfalt heranwagen?

Informieren so gut es geht! Ich habe in der Zeit wirklich viel Neues dazu gelernt. Aber ich denke, dass es auch wichtig ist, einfach anzufangen. Wir machen oft den Fehler, dass wir erst anfangen, wenn wir meinen die perfekte Lösung zu haben. Doch das kann dann Jahre dauern. Anfangen und kleine Schritte machen! Und man darf auch ruhig mal Fehler machen. Ich denke, dass das überhaupt nicht schlimm ist.

9. Sind Sie in Ihrer Region Vorreiter in Sachen Wildbienenschutz oder konnten Sie sich von anderen Bienenschützern inspirieren und beraten lassen?

Ganz stark unterstützt und beraten hat mich der Imker, mit dem ich zusammenarbeite. Für ihn ist auch die Wildbiene ganz wichtig. Er hat mir auch erst erklärt, warum es so wichtig ist auf die Wildbienen zu achten. Ohne den Imker würden mir wahrscheinlich auch nur die Honigbienen in den Sinn kommen, wenn ich über Bienen nachdenke.

10. Werden Sie auch in den kommenden Jahren Wildbienenpaten suchen?

Das ganze Projekt läuft ja über zwei Jahre. Aber es soll danach auf jeden Fall weiter gehen. Über die Details muss ich mir noch klar werden. Aber ich würde nicht viel anders machen als bisher.
 

#beebetter-Jury

Phillip Krainbring

Warum der Betriebsleiter #beebetter unterstützt, was in Zukunft getan werden müsste, um den Wildbienen zu helfen und welche Wildbiene er wäre wenn, erfahren Sie in seiner Vorstellung als #beebetter-Jurymitglied.