Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Um die Lebensbedingungen für Bienen zu verbessern, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) diverse Aktivitäten wie die Umwandlung von Ackerflächen in Dauergrünland und die Verwendung von Landschaftselementen, die den Bienen als Lebensraum oder Nahrungsquelle dienen sollen.  

Im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut – JKI) wurde 2016 zudem das Institut für Bienenschutz eingerichtet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen unter anderem zum Bienenschutz, untersuchen Bienenvergiftungen und bewerten die Risiken durch Pflanzenschutzmittel.

Daneben fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auch Forschungsprojekte wie das Deutsche Bienenmonitoring. Es soll langfristig die multifaktoriellen Ursachen der Bienenverluste während der Wintermonate aufklären. Bundesregierung und Länder finanzieren das Projekt.

Die 2014 gestarteten Initiative "Bienen füttern!" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft richtet sich an alle, die beim Pflanzen von Blumen, Kräutern, Sträuchern oder Bäumen gleichzeitig etwas für den Schutz von Bienen tun möchten. Auf der Website www.bienenfuettern.de finden Interessierte Hintergrundinformationen zum Thema und Tipps, wie sie ihren Garten oder Balkon bienenfreundlich gestalten können.

Herzstück ist ein filterbares Online-Lexikon, das für die neue Bienensaison in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bienenschutz des JKI aktualisiert wurde. Es enthält eine Auswahl besonders bienenfreundlicher Pflanzen und gibt auch Auskunft über Blütezeiten, Nektargehalt und Lichtansprüche. Wer möchte, kann sich eine erweiterte Version des Lexikons als PDF herunterladen oder die Publikation nach Hause schicken lassen. Wer bereits ein Bienenbuffet auf dem Balkon oder im Garten angelegt hat, kann dieses auf der Website zudem in eine interaktive Karte eintragen.

Weltbienentag

Am 20. Mai 2018 fand der erste Weltbienentag statt. Nach über drei Jahren Arbeit hat es Slovenien geschafft, dass die United Nations (UN) den 20. Mai als Weltbienentag ausrufen. Der Antrag wurde von allen EU-Ländern, Brasilien, Russland, China und den USA unterstützt. Der 20. Mai ist der Geburtstag des slowenischen Imkers Anton Janša, welcher als Pionier der modernen Bienenhaltung gilt.

An diesem Tag soll auf die verschiedenen Arten der Bienen, deren Rolle in unserem Ökosystem und die schwindenden Bestände aufmerksam gemacht werden.

Europäische Komission

Schon ab dem Jahr 2013 hat die Europäische Kommission ein Teilverbot gegen Insektizide verhängt. Seit 2018 dürfen Insektizide und andere Substanzen, die Bienen schaden, nur noch in Gewächshäusern verwendet werden.

Europaparlament

Das Europaparlament hat die EU dazu aufgefordert, nationale Kontrollsysteme und Standarts für die Datensammlung auf EU-Ebene einzurichten. So soll präziser über die aktuellen Gesundheitsprobleme von Bienen informiert werden können.

Die Länder der EU sollen alle Ressourcen bündeln und die Ergebnisse regelmäßig mit Bienenzüchtern, Labors, Landwirten und der Industrie teilen, um eine höhere Wirksamkeit zu erzielen.

Bundesumweltministerium

Auch das Bundesumweltministerium erkennt den Ernst der Lage und die Wichtigkeit, dem Bienensterben entgegenzuwirken. So erklärte die zuständige Ministerin, Svenja Schulze (SPD), das Aufhalten des Artensterbens zu einer der zentralsten politischen Aufgaben der heutigen Zeit. Sie fordert ein deutschlandweites Insektenschutz-Gesetz. Was genau möchte Svenja Schulze mit dem "Aktionsplan Insektenschutz" angehen? Konkret möchte man mit Hilfe gesetzlicher Regelungen mehr Kapital in den Insektenschutz investieren, wovon ein Teil für die Insekten-Forschung angedacht ist. Es wird darüber diskutiert, ob bis zum Jahre 2050 keine neuen Flächen für Wohnsiedlungen sowie Straßen zubetoniert werden dürfen und inwieweit der Einsatz von Pestiziden eingeschränkt werden muss. Bis 2023 soll das durchaus umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat komplett verboten werden. Auch nächtliche Lichtquellen rücken in den Fokus der Bundesumweltministerin Schulze. Die Überlegung hier: Reduktion der Lichtquellen bei Nacht, um Insekten weniger zu verwirren und fälschlich anzulocken. Denn wie ein Forschungsergebnis der Universität Bern belegt, reduziert sich der Aufenthalt bestäubender Insekten bei beleuchteten Flächen um 62% im Vergleich zu unbeleuchteten Orten.

Volksbegehren Artenvielfalt

Werfen wir einen Blick nach Bayern, wird deutlich: es passiert tatsächlich etwas! Unter dem Motto "Rettet die Bienen" haben mehr als 1,7 Million Menschen mit ihrer Unterschrift gezeigt, die Rettung der Bienen und der Erhalt der Artenvielfalt ist ein Volksbegehren. Hierdurch verstärkt sich der Druck auf die Politik zur Umsetzung der Forderungen nach mehr Artenschutz. Wofür beispielsweise der Einsatz von gefährlichen Pestiziden verringert werden muss oder deutlich mehr Blühwiesen geschaffen werden sollen.