Veröffentlicht am 07.10.2022 um 15:50 Uhr

Projektbeschreibung

„Uns fiel auf, dass unsere Schule noch eines fehlte: Ein Schulgarten. Also krempelten wir die Ärmel hoch und pflanzten rund um das ehemalige Hausmeisterhaus sieben Obstbäume, eine 60 m lange Hecke und 700 Frühblüher“, erzählt Kristina Moritz. Sie ist Deutsch- und Geschichtslehrerin an der Hermann-Tast-Schule Husum sowie Mitakteurin der AG Schulgarten.

Vorher: Das Schulgelände der HTS HUSUM

Im Herbst 2020 hat das Projekt Schulgarten mit der Pflanzung einer Wildfruchthecke und sieben Obstbäumen begonnen. Außerdem hat das Gartenteam Platz für eine wilde Wiese von etwa 30 Quadratmetern und bisher 40 Quadratmeter Beetfläche mit Stauden für Wildbienen geschaffen. "Wir haben uns das gesamte Gartengrundstück auf einmal vorgenommen und eine grundsätzliche Planung entworfen. Das war wahnsinnig viel Arbeit, da wir alle Erdarbeiten allein mit der Schaufel vorgenommen haben. Aber erst dann, hatten wir das Gefühl, dass sich der Einsatz wirklich lohnt", so die engagierte Lehrerin. 

„Jetzt blüht und brummt das Grundstück von Frühling bis Herbst. Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Wespen und Schwebefliegen besuchen unseren Garten in großer Zahl“, so Kristina Moritz. „Ziel des Schulgartenprojekts ist es, gemeinsam mit unseren Schülern, ihren Eltern und Kollegen einen Schulgarten zu gestalten und aktiv den Wildbienenschutz voranzutreiben. Neben der schuleigenen Imkerei und dem Wildbienengarten wird eine öffentliche Wespenberatung über unsere Homepage angeboten. Zusätzlich zu unserer Projekt- und Unterrichtsarbeit im Schulgarten bieten wir auch Vorträge für die Öffentlichkeit zu Wildbienen- und Wespenschutz an.“ 

Auf dem gesamten Schulgelände sind unzählige Nisthilfen unterschiedlichster Machart verteilt. So gibt es für Bienen und Co ein Sandarium, Totholzhaufen, Hornissenkästen und Insektenhotels in verschiedenen Ausführungen. In alte Vogelhäuser sind zudem Hummeln eingezogen und im Holzpavillon haben sich Wespen angesiedelt. Wespen werden genauso wie im Boden lebende Bienenarten geschützt, und das überall auf unserem Schulgrundstück.

Wildbienen, Wespen und Co sind an der HTS Husum willkommen

Neben dem Gärtnern sowie dem Schutz von Wildbienen und anderen Insekten stehen auch Honigbienen und das Imkern auf dem Schulplan. Die Schulimkerei bietet allen Jahrgängen die Möglichkeit, das Imkern zu erlernen. In der Arbeitsgemeinschaft werden alle notwendigen Arbeiten an den Bienenvölkern im Jahresverlauf durchgeführt, unterschiedliche Haltungsformen erprobt, die eigene Bienenhaltung unterstützt und die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend forscht/ Schüler experimentieren" gefördert. 

AG Imkerei der HTS Husum

Hintergrund

„Das Areal um das alte Hausmeisterhaus stand leer und bestand vorwiegend aus verbranntem Rasen und Koniferen. Da wir neben der Schulimkerei auch den Wildbienenschutz in unser Schulprogramm aufnehmen, und Schüler in eine naturnahe Gartengestaltung einführen wollten, kamen wir auf die Idee, das Gelände komplett umzugestalten“, erzählt die Mit-Initiatorin Kristina Moritz. „Es ist uns ein großes Anliegen, unseren Schülern zu vermitteln, wie man Gärten bienengerecht gestaltet. Wir sehen uns als Multiplikatoren und möchten, dass unser Engagement auch über die Grenzen der Schule hinauswirkt und die Kinder ihr Wissen in die Elternhäuser und in die Stadt Husum hineintragen.“

Unterstützt und finanziert wird das Schulgarten-Projekt von der Stadt Husum, dem NABU, dem BUND, dem Förderverein der Hermann-Tast-Schule, dem Ehemaligenverein der HTS und Frau Dr. Rosenwald. Der Deutsche Imkerbund hat darüber hinaus acht Schautafeln über Bienen und Wildbienen gespendet, die nun im Schulgarten auf dem Lehrpfad für jeden sichtbar aushängen und informieren. 

Wildblumenwiese der HTS Husum

Weitere Pläne & Ziele

„Wir planen weitere 30 Quadratmeter Beetflächen bienenfreundlich zu gestalten und möchten das Projekt noch mehr in den Schulalltag integrieren.“ So soll es zum Beispiel einen hauseigenen Gemüsegarten für die Mensa und mehr Unterricht im Garten geben. Auch die Anlage von Blühflächen gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen auch außerhalb des Schulgeländes sowie die Gestaltung eines kombinierten Imker-Garten-Hauses auf dem Gelände und Seminare zur naturnahen Gartengestaltung sind geplant. 

"Ich kann nur jedem raten, der so etwas auch anpacken möchte: Think big! Dann spürt man auch die Verantwortung, es richtig gut und schön zu machen. Und es zu pflegen und zu erhalten! Und das ist im Schulalltag nicht immer einfach, denn wir Lehrer machen das weitgehend ehrenamtlich in unserer Freizeit", so Kristina Moritz.

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