Aussaat

Worauf sollte man beim Saatgut achten?

Die Wahl des Saatguts hängt vom Standort ab und davon, welche tierischen Blütenbesucher wir unterstützen möchten. Je nachdem welche Tiere man anlocken möchte, wählen man eine Mischung für Vögel, Tag- und Nachtfalter, Honigbienen oder eben speziell für Wildbienen. 

Außerdem unterscheidet man zwischen kurzlebigen und langlebigen Blumenwiesen. Kurzlebige Blumenwiesen sind im ersten Jahr oft am schönsten, im zweiten Jahr blühen sie nur noch mäßig, im dritten dominieren bereits Gräser und Klee. Da hilft nur umgraben und neu einsäen. Langlebigere Mischungen sind im ersten Jahr noch etwas zurückhaltender und lückig, im zweiten besser und ab dem dritten Jahr richtig schön. Achten Sie beim Kauf auf eine Artenliste mit heimischen Wildpflanzen und auf einen geringen Gräseranteil ohne Klee. Mischungen für nährstoffarme Böden sind meist artenreicher und langlebiger.

Welche Pflanzen für Wildbienen sollten auf jeden Fall in einer Mischung enthalten sein?

Wildbienen mögen vor allem Pollen und Nektar von Wildblumen, die auch in freier Natur vorkommen. Unbedingt enthalten sein sollten: Natternkopf, Glockenblume, Schafgarbe, Kratzdistel, Kornblume, Flockenblume, Wegwarte, Wilde Möhre, Wilde Karde, Malve, Dost, Zaunwicke.

Wiesenblumenmischung mit Natternkopf und Ringelblume.

Gibt es einen Unterschied zwischen Wild- und Honigbienen, wenn es um Futterpflanzen geht?

Ja! Viele Mischungen, auf denen „für Bienen“ draufsteht, sind meistens vor allem für Honigbienen geeignet, nicht aber für Wildbienen. Denn: Honigbienen mögen eine Menge Blütenpflanzen und sind wenig wählerisch. Blumen, auf die Honigbienen fliegen, sind aber nicht automatisch auch für Wildbienen nutzbar. Manche Wildbienen sind sogar nur auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert, wie z. B. die Natternkopf-Mauerbiene. Fehlt Natternkopf in der Mischung, ist die Blumenwiese für diese Art nicht interessant. Darum gibt es spezielle Wildbienen-Mischungen, auf denen dann auch „für Wildbienen“ draufsteht.

Sind Blumenmischungen generell für jeden Garten und jeden Bodentypen geeignet?

Es gibt spezielle Mischungen für Sonne bis Halbschatten und nährstoffreiche Böden. Es gibt außerdem Blumenwiesen für schattige Lagen oder feuchte Standorte, Schotterrasen, Fettwiesen, Trockenrasen, Mischungen mit niedrigen Arten für Bereiche 2 „Unter Bäumen“.

Worauf sollte man beim Aussäen achten?

Das Saatgut sollte gleichmäßig verteilt werden, sodass nicht alles auf einer Stelle liegt. Mischt man es mit Sand oder Vermiculit, lassen sich die Samen leichter aussäen und man kann besser erkennen, wo bereits gesät wurde.

Je nach Witterung und Boden gehen die ersten Keimlinge bereits nach einigen Tagen oder wenigen Wochen auf.

Was brauchen Wildbienen noch, damit sie auch im Garten bleiben?

Wildbienen benötigen drei Dinge: Die richtigen Pflanzen, Nistplätze sowie Material zum Bau ihrer Brutkammern. Über die Hälfte unserer Wildbienenarten nisten im Boden. Sie benötigen möglichst bewuchsfreie Stellen mit sandiger Erde oder auch ungestörte Böschungen. Den oberirdisch nistenden Arten kann man Nisthilfen anbieten, z. B. Holzklötze mit richtig gebohrten Gängen oder hohle Bambusröhren. Auch sollte man die Pflanzen in den Beeten möglichst erst im nächten Frühjahr zurückschneiden, denn in den Stängeln überwintern zum Teil die Larven mancher Wildbienen-Arten.

Was kommt nach der Aussaat?

Nach der Aussaat geht es an die Nachbereitung und die Pflege der Blühwiese.

Unser Tipp

Samen-Mischung für Wildbienen

Diese Samen-Mischung für eine Blumenwiese mit über 25 heimischen Wildblumen und Wildpflanzen blüht von Frühjahr bis Herbst. Was macht diese Mischung so bienenfreundlich und wie kann man damit im eigenen Garten ein Bienenparadies erschaffen?