Lebensraum

Auf der Welt gibt es neun Honigbienenarten, wovon acht in Asien ihren natürlichen Lebensraum finden. Bei den Wildbienen fällt die Artenanzahl etwas höher aus. Alleine in Europa zählt man mehr als 2.500 verschiedene Wildbienenarten, welche sich in Lebensraum und Aussehen stark unterscheiden. 

Während Honigbienen hauptsächlich in ihren Bienenstöcken leben und Teil eines bis zu 50.000 Mitglieder großen Volkes sind, bevorzugen Wildbienen eher das solitäre Einsiedlerleben. Auch bei der Wahl des Nistplatzes unterscheiden sich Wildbienen von Honigbienen. Bei den Honigbienen legt die Bienenkönigin ihre Eier in den Wabenzellen ab, die zuvor von den Arbeiterbienen vorbereitet wurden. Aufgrund der Wabenzellengröße entscheidet die Bienenkönigin dann, ob sie ein befruchtetes oder ein unbefruchtetes Ei hineinlegt. Bei kleineren Zellen öffnet die Bienenkönigin ihren Samenblasengang, um das Ei zu befruchten, woraus dann Arbeiterinnen schlüpfen. Ist die Wabenzelle größer geraten, hält die Königin ihren Samenblasengang geschlossen und legt ein unbefruchtetes Ei hinein. Hieraus entwickeln sich die männlichen Drohnen

Die Nistplätze der Wildbienen befinden sich bei vielen Arten unter der Erde. Gänge und Bruthöhlen anderer Insekten sind dabei gar nicht so unbeliebt. Weitere Nistplätze, die für Wildbienen attraktiv sind, wären beispielsweise Totholz, Pflanzenstängel, leere Schneckenhäuser aber auch speziell von Menschen gebaute Bienenhotels.

Aussehen

Eine pauschale Beschreibung des typischen Wildbienenaussehens ist nicht möglich. Wildbienen können von einer rein schwarzen über eine gelbschwarze bis hin zu einer rötlichbraunen Optik, wie bei der rostroten Mauerbiene, variieren. Auch das Pelzkleid der Wildbienen reicht von dichter bis eher spärlicher, fast kahler Behaarung. Eine der kleinsten in Deutschland vorkommenden Wildbienenart ist die Sand-Steppenbiene (Nomioides minutissimus). Mit ihren rund vier Millimetern Größe ist sie ein echter Winzling. Andere Wildbienenarten, darunter Hummelköniginnen, kommen auf eine Gesamtgröße von bis zu drei Zentimetern.

Gut zu wissen: Honigbienen sind in der Regel nicht gelbschwarz sondern braunschwarz. In unseren Breiten handelt es sich bei einem gelbschwarzen Insekt meist um eine Wespe.

Weiterführung

Die Anatomie der Honigbiene

Wir haben die Honigbiene einmal genauer unter die Lupe genommen und erklären, wozu sie drei Beinpaare, unbewegliche Punktaugen als auch zwei Flügelpaare braucht. 

Nahrungspflanzen

Der Rückgang von Futterpflanzen ist einer der Gründe für das Bienensterben. Unter den Wildbienen gibt es Arten, die sich auf einzelne Pflanzenfamilien als Nahrungsquelle spezialisiert haben. Dieses Verhalten bezeichnet man als Oligolektie. Ist die Spezialisierung noch weiter ausgeprägt, das heißt die Wildbiene sammelt den Pollen von einer einzigen Pflanzengattung oder sogar ausschließlich von einer Pflanzenart, spricht man von einer monolektischen Verhaltensweise. Aber es gibt auch Wildbienenarten, die in ihrer Futterquellenauswahl weniger eingeschränkt sind. Sie sammeln den Nektar und die Pollen verschiedener Pflanzenfamilien wie beispielsweise Korbblütlern oder Lippenblütlern. Daher sind sie in ihrem Bestand meist weniger gefährdet als oligolektische oder monolektische Wildbienenarten. Der Zusammenhang ist klar: Reduziert sich die Pflanzenvielfalt, finden Wildbienen und andere Insekten nicht genügend Nahrungsquellen. Spezialisierte Wildbienenarten können aufgrund ihrer Anpassung und Einschränkung nicht auf andere Futterpflanzen ausweichen, weshalb sie auf den Erhalt des Pflanzenangebots angewiesen sind. Schätzungen zufolge sind in etwa 30 Prozent der in Deutschland lebenden Wildbienen oligolektisch veranlagt. 

Honigbienen sind blütenstet. Das bedeutet, eine Honigbiene steuert während ihres Ausflugs ausschließlich Blütepflanzen der selben Pflanzenart an. Erst wenn diese Nahrungsquelle aufgebraucht ist, sucht sich die Honigbiene eine neue Pflanzenart aus, um Nahrung zu sammeln. So ist es möglich, sortenreinen Blütenhonig zu klassifizieren.

Bestäubungsleistung

Honigbienen besuchen auf ihrem täglichen Rundflug etwa 300 Blüten. Hummeln schaffen es auf rund 1000 Blüten am Tag. Dadurch, dass einige Wildbienen auch unter schlechteren Wetterbedingungen und kühleren Temperaturen unterwegs sind, beginnt die Bestäubungsleistung dieser frühstartenden Arten bereits im Frühjahr. Oftmals beginnen sie schon mit der Bestäubung von Obstbäumen, während die Honigbiene aufgrund der zu kühlen Außentemperaturen noch ruht. Zusammen übernehmen Honig- und Wildbienen sowie bestäubende Insekten von Nutz- und Wildpflanzen rund 80 bis 90  Prozent der Bestäubungsarbeit. Nicht allein deswegen ist die biologische Vielfalt so wichtig.

Wissenswert

10 Dinge, die es ohne Bienen so nicht geben würde

Die Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Insekten ist immens wichtig für die gesamte Umwelt. Ohne die unersetzliche Arbeit der kleinen Helfer würde es viele Dinge unseres Alltags so nicht mehr geben.