Die Varroamilbe (Varroa destructor) vermehrt und entwickelt sich in den Brutzellen der Honigbiene, schadet den Larven beim Wachstum und befällt erwachsene Tiere, wodurch Krankheiten übertragen und die Bienen stark geschwächt werden. Der Befall eines Bienenstocks durch die Varroamilbe wird als Varroose bezeichnet, sie gilt als Hauptursache für das seuchenartige Bienensterben zur Herbst- und Winterzeit.

Beschreibung

Der weltweit größte Bienenschädling ist nur etwa 1,1 mm lang und 1,6 mm breit, wobei die weiblichen Milben größer sind als die männliche. Während die Männchen nach der Fortpflanzung noch in den Brutzellen stirbt, setzt sich die weibliche Varroamilbe an einer Biene fest und verlässt die Brutwabe. Sie besitzt vier Beinpaare, Mundwerkzeuge mit der sie ihren Wirt ansaugt sowie einen dicken, rotbraunen und borstigen Schild, der sie schützt, wenn sich die Biene putzt.

Entwicklung

Die Varroamilbe verlässt den erwachsenen Wirt, wenn dieser eine Brutzelle baut und eine verpuppungsreife Larve mit sich trägt. Bald darauf saugt die Milbe an der Larve und legt nach etwa 50 Tagen ein Ei. Daraus schlüpft ein Männchen, das alle weiteren Eier befruchtet, aus denen nach mehreren Stadien neue geschlechtsreife Weibchen werden, die sich wiederum an Bienen festsetzen.

Folgen des Befalls

Lange Zeit nahm man an, dass sich die Varroamilbe von der Hämolymphe ernährt, doch neuesten Forschungen zu Folge, saugen sie jedoch den Fettkörper der Bienen an. Dieser hat eine ähnliche Funktion wie die Leber beim Menschen. Außerdem speichert sie Nahrung und stärkt das Immunsystem der Biene. Der parasitäre Befall durch die Varroamilbe beeinträchtigt bereits die Larven, die dadurch etwa 10 % kleiner bleiben, kürzer leben und schlechter lernen. Außerdem werden beim Befall schädliche und tödliche Viren übertragen, die Bienen sind geschwächt und anfälliger für Krankheiten sowie für die Auswirkungen von Pestiziden oder mangelnder Nahrung. Innerhalb von drei bis vier Jahren kann der Milbenbefall zum Kollaps eines ganzen Bienenstocks führen.