Dank Oculus-Go-Brille und "Honigbiene VR" vom Südwestrundfunk SWR kann man auf beeindruckende Weise in die Welt der Bienen eintauchen und die Lebensweise dieser Tiere auf ganz neue Art kennenlernen. Die Technologie der Virtual Reality, kurz VR genannt, erlaubt das Eintauchen in das Bienenabenteuer mit Rundumblick und 3D-Ansicht. Mit Blicken und Kopfbewegungen steuert man die Anwendung und kann damit die virtuelle Umgebung und Schauplätze erkunden sowie verschiedene Szenarien beobachten. So begleitet man die Bienen zum Beispiel bei der Nahrungssuche auf der Wiese, oder aber beim Füttern der Larven in den Waben. 

Bei der Eröffnung des Burda-Bienen-Erlebnisgartens am Weltbienentag hatten die Besucher die Gelegenheit, sich am Stand des SWR eine VR-Brille aufsetzen und in die virtuelle Welt von "Honigbiene VR" einzutauchen. Peter Bernstein (SWR Abt. Wissenschaft & Bildung) war ebenfalls vor Ort, um zu Helfen und Fragen zu beantworten. Auch uns von #beebetter hat er mehr über das erstaunliche SWR-Projekt erzählt.

Peter Bernstein im Interview

Welchen Bezug haben Sie zu diesem Projekt, wie sind Sie involviert?

Ich bin für die Projektrealisation verantwortlich, d. h. von mir stammen das Konzept und die inhaltliche Ausgestaltung der Anwendung. Die Kommunikation zwischen dem SWR und der ausführenden Agentur liegt bei mir.

Was war der Anlass dafür, eine virtuelle Bienenwelt zu entwickeln?

Wir wollten multimedial neue Wege gehen, da wir bereits „herkömmliche“ Multimedia-Anwendungen zu Bienen im Angebot haben. Inzwischen ist die Technik soweit entwickelt, dass man mit VR-Anwendungen nicht nur die technisch Versierten ansprechen kann, sondern auch die breite Masse der Zuschauer.

Die Welt von „Honigbiene VR“ ist komplett am Computer generiert worden. Nur so hat man die volle Freiheit, all das im Detail zu zeigen, was mit Realaufnahmen im Bienenstock nur schwer oder gar nicht realisiert werden kann, dazu ist es im Stock einfach “zu wuselig“.

Warum hat sich die Abteilung Wissenschaft & Bildung SWR für dieses Projekt entschieden?

Der SWR hat sich ein ganzes Jahr lang dem Thema „Insektensterben“ und der Faszination der Insekten verschrieben. Um die Bedrohung der Insekten und die Folgen des Insektensterbens für die gesamte Umwelt stärker in die Öffentlichkeit zu rücken, wollten wir neben einer Vielzahl von Fernseh-, Radio- und Internetbeiträgen auch einige Leuchtturmprojekte realisieren, um die Menschen für dieses Thema zu begeistern. Neben einigen Hochglanzprojekten im Filmbereich sollte auch im multimedialen Sektor etwas Neues und Einzigartiges entstehen. Das Ergebnis ist „Honigbiene VR“

Wie lange hat die Entwicklung gedauert? Wer ist neben dem SWR an dem Projekt beteiligt?

Von den ersten Konzepten bis zum ersten Einsatz auf der Bundesgartenschau in Heilbronn ist etwa ein Jahr vergangen. Neben dem SWR liegt das Projekt in der Hand einer Agentur, mit der wir schon lange zusammenarbeiten, Step-Ani-Motion in Köln.

Für wen ist das Abenteuer Honigbienen via VR-Brille gedacht?

Die Anwendung richtet sich an alle, die an dem Thema Honigbienen interessiert sind und bereit sind, sich auf ein virtuelles Abenteuer einlassen. Es ist sicher keine Überraschung, wenn ich berichte, dass „Honigbiene VR“ vor allem beim jungen Publikum sehr gut ankommt. Hier hatten wir von Anfang an auch einen schulischen Einsatz im Blick. Aber auf verschiedenen Veranstaltungen waren auch „ältere Semester“, für die es meistens die allererste VR-Erfahrung war, sehr neugierig zu sehen, was sich hinter diesen komischen dicken Brillen am Kopf verbirgt.

Was kann man bei der Anwendung Besonderes erleben, sehen und lernen? 

In der Anwendung gelangt man mit den Bienen in einen virtuellen Bienenstock und das in einer 360-Grad-Rundumsicht und stereoskopisch, also räumlich in 3D. Dadurch hat man das Gefühl, mitten in der Welt der Bienen zu sein.

An sechs verschiedenen Schauplätzen kann man 13 unterschiedliche Verhaltensweisen oder Szenen aus dem Leben der Bienen erleben, z. B. wie sie sich gegen den Angriff einer Hornisse wehren, ihre Larven aufziehen oder was sie machen, wenn es zu kalt im Stock wird.

Braucht man dafür eine Oculus VR-Brille, oder gibt es Alternativen für dieses besondere Bienen-Erlebnis?

Entwickelt wurde „Honigbiene VR“ primär für die Oculus Go. Daneben gibt es aber auch Versionen für’s Handy, sowohl I-Phone als auch Android-Handys, in denen sich die Anwendung in 2D oder, mit Halterung, auch in 3D erleben lässt.

Ist die Anwendung schon auf dem Markt erhältlich? 

Wir stehen kurz vor der Freigabe für den Oculus-Store, den I-Store und den Google-Play-Store. Aus allen Stores lässt sich „Honigbiene VR“ dann völlig kostenlos auf das eigene Gerät herunterladen.

Ist die Anwendung auch akustisch mit Musik oder Geräuschen untermalt?

Eine Musikuntermalung gibt es nicht. Natürlich haben wir die übliche Geräuschkulisse eines Bienenstocks eingebaut. Außerdem ist bei den einzelnen Szenarien ein Sprecher zu hören, der sich in einem textunterstützten Info-Modus auch ausschalten lässt. Letzterer eignet sich auch für Gehörlose gut.

Wo und wie kann man das Projekt „Honigbiene VR“ finden und ausprobieren? 

Momentan ist „Honigbiene VR“ auf der Bundesgartenschau in Heilbronn zu erleben bei den Imkern und beim SWR-Studio. In Kürze wird es einer breiten Öffentlichkeit kostenfrei auch über den Oculus-Store für VR-Brillen oder den I-Store und den Google-Play-Store für das Handy zur Verfügung stehen.

Ist eine Erweiterung mit neuen Szenarien geplant?

Eine Erweiterung der Anwendung ist derzeit nicht geplant. Neben „Blautopf VR“ ist „Honigbiene VR“ die einzige echte VR-Anwendung des SWR. Wir sind noch in der Anfangsphase bei dieser Technologie und wir sammeln jetzt erst einmal Erfahrungen damit. Mein Gefühl sagt mir aber, dass dies nicht die letzte VR-Anwendung des SWR sein wird…

Unser Tipp

Bundesgartenschau in Heilbronn

Der SWR ist noch bis zum 6. Oktober 2019 auf der Bundesgartenschau in Heilbronn zu finden. Interessierte Besucher können dort mehr zum Thema erfahren und die VR-Anwendung „Honigbiene VR“ natürlich auch ausprobieren.