Fliegende Kraftpakete

Dass Hummeln fälschlichen Annahmen zum Trotz, man denke da an das Hummel-Paradoxon, gute Flieger sind, beweisen sie bereits seit über 80 Millionen Jahren. Doch erst seit der Mitte der 1990er-Jahre weiß man, wie sie es trotz der vergleichsweise kleinen Flügelflächen schaffen zu fliegen: Sowohl beim Flügelaufschlag als auch beim Abschlag entsteht Auftrieb. Zudem sorgen walzenförmige Wirbel beim Abschlag für eine rotierende Strömung, die den Auftrieb beim Aufschlag nochmals kräftig erhöht. Dadurch schwingen Hummeln nicht nur ihre pelzigen Körper durch die Lüfte, sie können auch zusätzliche Lasten von bis zu 60% ihres Eigengewichts transportieren!

Lesetipp

Ein Hoch auf die Hummel

Durch ihren dicken Pelzrock, die etwas plump anmutende Gestalt und die teilweise taumelnde Flugweise wirken Hummeln meist sehr niedlich, dabei sind die sympathischen Brummer ziemlich hart im Nehmen. Außerdem leisten sie regelrechte Höchstleistung wenn es um die Bestäubung und das Fliegen geht. 

Hoher Energiebedarf

Derartig schwere Lasten durch die Lüfte zu tragen kostet jedoch Kraft. Die Muskeln der Hummel arbeiten im Flug meist auf Hochtouren und verbrauchen daher viel Energie. Diese müssen Hummeln in Form von zuckerreichem Treibstoff auffüllen, den sie vom Honigmagen abzwacken. Energiezehrende Flüge sind daher nur möglich, wenn sich viele Nektarquellen in der Nähe des Nestes befinden. Ist das Angebot an Pollen und Nektar in der Umgebung knapp und die Wege zwischen Blüten und Nest lang, kann es passieren, dass die Hummel im Flug an Gewicht verliert und hungriger ist, als vor ihrem Sammelflug.

Konkurrenz um Futterquellen

Wenn viele andere Pollen- und Nektarsammler im selben Gebiet unterwegs sind, kann das für Hummeln fatal enden. Denn sobald sich das Blütenangebot spät im Bienenjahr lichtet, steuern sämtliche Wild- und Honigbienen der Umgebung dieselben verbliebenen Futterquellen an. Fliegt die Hummel nun vergeblich Hunderte Blüten an, ohne darin etwas zu finden, ist ihr Energievorrat bald erschöpft. Die Folge: Den Tieren fehlt die Kraft zum Fliegen, sie stürzen ab und verenden. So kann ein ganzes Hummelvolk förmlich in der Luft verhungern. 

Unser Tipp

Hummeln helfen

Findet man eine erschöpfte Hummel, die auch nach einer Weile nicht mehr von alleine losfliegt, kann man ihr mit etwas Zuckerwasser auf die Beine helfen. Dafür mischt man 1 Teil Haushaltszucker und 1 Teil lauwarmes Wasser. Das Notfall-Zuckerwasser hält man z.B. auf einem Teelöffel in Reichweite der Hummel, oder man träufelt ein paar Tropfen vor ihr auf Blatt oder Blüte, sodass sie sich nach Bedarf bedienen kann.

Hummeljahr

Wenn das Hummelvolk bis zum Herbst überlebt, entspringen ihm Königinnen, die überwintern und im nächsten Frühjahr einen neuen Staat gründet. Nach der Winterpause sind sie hungrig und auf frühblühende Pflanzen wie Zwiebelblumen angewiesen, um ihren Energiehaushalt anzukurbeln und den Kreislauf des Hummelzyklus neu zu beginnen. Umso wichtiger ist es, dass wir Hummeln und anderen Wildbienen möglichst vom Frühjahr bis zum Herbst ausreichend Futterpflanzen anbieten. 

Unser Tipp

Pflanzenliste mit sehr guten Wildbienenpflanzen

Im Garten, auf Terrasse oder Balkon kann jeder mit der richtigen Auswahl an Blühpflanzen seinen Beitrag zum Bienenschutz leisten. Mit diesen wichtigen Wildbienenpflanzen wird der Garten zum wertvollen Lebensraum für die unersetzlichen Insekten.

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