Wildbienen

Das Leben der Wildbienen

Lebensraum & Wildbienennester

Rund 560 Wildbienenarten kommen in Deutschland vor, sie unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern auch in der Wahl ihres Lebensraums, der Futterquellen und des Nistplatzes. Je nach Art bauen die Weibchen einzelne Nester im Erdboden, in Hohlräumen, z. B. Mauerritzen oder hohlen Pflanzenstängeln , in kahlen Steilwänden (Lehm, Löss oder Sand), in markhaltigen Pflanzenstängeln oder in morschem, trockenem Holz. Sogar leere Schneckenhäuser werden von manchen Mauerbienenarten genutzt. Koloniebrüter wie die Sand- und Seidenbienen bauen ihre Erdnester dicht nebeneinander. Im Garten werden außer natürlichen Nisthilfen auch von uns bereitgestellte Kinderstuben angenommen, etwa Schilfröhren, Sandflächen ohne Bewuchs oder Holzblöcke mit Bohrgängen.

Unser Tipp

Pflanzenliste mit sehr guten Wildbienenpflanzen

Im Garten, auf Terrasse oder Balkon kann jeder mit der richtigen Auswahl an Blühpflanzen seinen Beitrag zum Bienenschutz leisten. Mit diesen wichtigen Wildbienenpflanzen wird der Garten zum wertvollen Lebensraum für die unersetzlichen Insekten.

Fortpflanzung & Wildbienenlarven

Ab dem Frühjahr bauen viele Wildbienen-Arten ihre Nester in Röhren, die in mehrere Kinderstuben unterteilt werden. Sie kleiden die Röhrenwände mit einem Sekret zum Schutz vor Schimmelpilzen aus, legen das erste Ei im hinteren Teil ab, lagern Pollen und Nektar als Larvenfutter ein und verschließen die Brutzelle mit Lehm, Laubteilen oder Harz. Dann folgt die nächste Brutzelle, bis die Röhre voll ist und vorne verschlossen wird. Aus Larve und Puppe entwickelt sich innerhalb eines knappen Jahres die erwachsene Wildbiene. Sie schlüpft im Frühjahr und paart sich. Die kurze Lebenszeit der Männchen ist damit beendet, die Weibchen sterben nach der Eiablage. Manche Arten bevorzugen zum Nisten ungebrauchte Röhren, andere schieben die Reste der letztjährigen Brutzellen einfach nach hinten und ziehen davor eine Lehmwand ein.

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Unsere Empfehlung

Kinderleichte Nisthilfe

Neben einer bunten Palette an Futterpflanzen benötigen Wildbienen auch einen Platz für ihre Kinderstube. Dabei gilt es die unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Arten zu beachten. Denn es gibt sowohl oberirdisch nistende Wildbienen als auch erdnistende Arten. Für diese einfache Nisthilfe für solitäre Wildbienen wie Mauerbienen benötigt man nur wenige Materialien und ein paar Handgriffe.

Wildbienenarten

Wildbienen sind unverzichtbar für die Bestäubung unzähliger Kultur- und Wildpflanzen und damit auch für unser Obst und Gemüse im Garten. Naturnahe Gärten bieten ihnen einen Lebensraum und helfen, die zunehmend gefährdeten und ernsthaft bedrohten Nützlinge zu erhalten. Warum Wildbienen so wichtig sind für uns Menschen und wie diese besonderen Insekten leben, erfahren Sie hier.

Wildbiene des Jahres 2022

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat für 2022 eine Biene gewählt, die auf den ersten Blick eher an eine kleine schwarze Wespe oder eine Ameise erinnert, als an eine Biene. Die Rainfarn-Maskenbiene gehört zur Gattung der Maskenbienen, die in Deutschland 39 Arten umfasst. Maskenbienen zählen mit höchstens 9 mm Körpergröße zu den kleinen Vertreterinnen unserer Wildbienen-Fauna.

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Wildbiene des Jahres 2022: Männchen der Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus) im Blütenstand der Färber-Kamille

Verschiedene Wildbienenarten

Allein in Deutschland gibt es über 560 Wildbienenarten. Das Aussehen der Wildbienen ist noch unterschiedlicher als ihre Lebensformen: Neben Reiskorn großen Arten erreichen andere wie etwa Hummelköniginnen Größen von über zwei Zentimeter. Während sich manche Wildbienen mit flaumigem Pelz schmücken, sind andere auffällig gefärbt oder ahmen Wespen oder Fliegen nach. Gemeinsam ist allen die emsige Suche nach eiweißreichem Pollen, mit dem sie ihre Nachkommen versorgen und ihre wichtige Rolle im Kreislauf der Natur erfüllen.

Die Rolle der Wildbienen

Als fleißige Nektar- und Pollensammler sind Bienen nicht nur die wichtigsten Pflanzenbestäuber, die für reiche Ernten sorgen, sie tragen auch auf unersetzliche Weise zur Biodiversität bei. Die Wildbiene braucht uns und wir brauchen sie.

Nektar- und Pollenpflanzen locken Bienen an, indem sie süßen Nektar produzieren. Von Blüte zu Blüte, nimmt sie in ihrem Pelz Pollen mit und befruchtet auf der Suche nach Nahrung ganz nebenbei Blumen und Bäume. Ein Kreislauf, in dem jeder jeden braucht. Doch Bienen dienen nicht nur der Pflanzenvielfalt: Ein Drittel aller Lebensmittel, die wir essen, gäbe es nicht ohne ihre Bestäubung. Die meisten Getreidesorten wie Weizen, Reis und Mais werden zwar mithilfe des Windes befruchtet, aber knapp 80 Prozent der Nutzpflanzen gibt es nur durch die Mithilfe der Honig- und Wildbienen. Darüber hinaus wirken sie dabei mit, das ökologische System aufrechtzuerhalten. Könnten sich Wildgewächse nicht fortpflanzen, würden Nahrung und Wohnstätten für viele Tiere fehlen. Denn ohne Bienen keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Samen, ohne Samen weniger Kleinlebewesen, ohne diese weniger Vögel und so weiter. Zwar sind die pelzigen Flieger nicht die einzigen Bestäuber, auch Schmetterlinge, Käfer und Vögel helfen mit, aber vor allem in Europa kommt ihnen die wichtigste Rolle zu.

Was dem ganzen Bienenschwarm nicht zuträglich ist, das ist auch der Biene nicht zuträglich. - Marc Aurel

Unser Tipp

Bienen und Biodiversität

Was steckt hinter Begriffen wie Biodiversität und Artenvielfalt? Warum ist der Wildbienenschutz so wichtig für die Vielfalt von Flora und Fauna? Das und mehr erfahren Sie hier.