Standort & Zeitpunkt

Ob man nun ein ausgedehntes Areal, einen schmalen Streifen entlang des Gartenzauns oder eine kleine runde Fläche zum Blühen bringen möchte - entscheidend ist ein unkrautfreies Saatbett mit einer feinkrümeligen Oberfläche und lockerer Erde. Optimal ist ein Standort in voller Sonne und nährstoffarmer, eher trockener Boden. Die beste Zeit zur Anlage einer Blumenwiese ist zwischen Ende März und Mai oder im September.

Unser Tipp

Blumenwiese im Kleinformat

Auch auf dem Balkon kann man mit einer Mini-Blumenwieseden den Tisch für Wildbienen mit einem bunten Blütenbuffet aus nektar- und pollenreichen Wildblumen. So legt man eine Blühwiese im Kleinformat an. 

Eine Frage des Bodens

Während Wildblumen vorwiegend auf mageren Böden wachsen, ist das Erdreich in den meisten Gärten sehr nährstoffreich. Düngen braucht man die Fläche also nicht und auch das Wässern entfällt in der Regel, sobald die Pflanzen gut verwurzelt sind und munter wachsen. Arbeitet man vor der Aussaat Sand in den Boden ein, wirkt das wie eine Abmagerungskur. Außerdem lüftet und lockert Sand schweren oder lehmigen Grund. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und Saatgut bevorzugt, dass bestens zum eigenen Garten passt, findet bei einigen Anbietern Samenmischungen für verschiedenste Standorte und Bodentypen. 

Anleitung

Schritt für Schritt zur Blumenwiese

Um eine blühende Wiese für Wildbienen anzulegen genügt es zwar nicht, die Samen einfach auf den Rasen zu streuen, doch Hexenwerk ist das Ganze auch nicht. Wir zeigen euch, wie man eine Blumenwiese im Garten anlegt und was man dafür braucht.

Die Mischung macht's

Wenn sich bunte Blütenköpfe der Sonne entgegen recken und ein leuchtendes Blütenmeer im Garten wobt, ist das eine wahre Freude für den Betrachter. Damit nicht sich nicht nur der Gärtner darüber freuen kann, sondern auch die tierischen Gartenbewohner, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Weil das natürliche Nahrungsangebot für Wildbienen auf Feld und Flur zunehmend schwindet, wird es immer wichtiger, den unersetzlichen Nützlingen geeignete Futterpflanzen anzubieten. Die gefüllten Blüten vieler beliebter und klassischer Blütenpflanzen sehen zwar toll aus, sind für Wildbienen und andere bestäubende Insekten aber völlig uninteressant, da sie nur wenig bis gar keinen Pollen oder Nektar abwerfen. Doch genau auf darauf haben es die wilden Verwandten der Honigbiene abgesehen. Und genau deshalb sollte man bei Samenmischungen für Blumenwiesen auf eine vielfältige und wildbienenfreundliche Auswahl an Blütenpflanzen achten, wenn man die summenden Helfern unterstützen möchte. Ideal ist es, wenn vom zeitigen Frühling bis zum Herbst im Garten etwas blüht. 

Eine Blumenwiese mit der richtigen Pflanzenmischung unterstützt zudem gefährdete Wildbienenarten. Denn einige Wildbienenarten sind auf bestimmt Pflanzen angewiesen und haben sich darauf spezialisiert. Fehlen diese Pflanzen, fehlen auch die Bienen. So steuert eine Mauerbienen-Art zum Beispiel nur Glockenblumen zum Sammeln an, eine Langhornbienen-Art hingegen nur Malven und die Auen-Schenkelbiene, die Wildbiene des Jahres 2020, ist auf die Blüten des Gilbweiderichs angewiesen. Daher sollte man auch spezielle Pflanzenarten im Garten ansiedeln, um auch für die Spezialisten unter den Wildbienen einen Lebensraum zu schaffen.

Gut zu wissen: Blütenpflanzen, die Honigbienen nutzen, dienen nicht automatisch auch den wilden Verwandten als Futter. Beim Kauf von Saatgut sollte man daher auf eine Zusammenstellung achten, die sich wirklich für Wildbienen eignet.

Unser Tipp

Wichtige Wildbienenpflanzen

In Wildblumen-Mischungen für Wildbienen sollten einige wichtige Arten enthalten sein, dazu zählen:

  • Dost
  • Flockenblume
  • Glockenblume
  • Kornblume
  • Kratzdistel
  • Malve
  • Natternkopf
  • Schafgarbe
  • Wegwarte
  • Wilde Karde
  • Wilde Möhre
  • Zaunwicke

Manche Wildbienenarten nutzen Blüten oder Blätter, um damit ihre Nester zu tapezieren.

Wo die wilden Bienen wohnen

Damit sich Wildbienen ansiedeln, benötigen sie neben einem ganzjährigen Angebot an nektar- und pollenreichen Nahrunspflanzen auch Baumaterial und geeignete Nistplätze für den Nachwuchs. Je nach Wildbienenart können das offene Bodenstellen, Mauerritzen oder Pflanzenhalme sein. 

Schon gewusst? Einige Wildbienen nutzen nicht nur Pollen und Nektar spezieller Pflanzen, sondern auch einzelne Pflanzenteile als Baumaterial. Die Mohn-Mauerbiene beispielsweise kleidet ihre Brutkammern mit den Blütenblättern des Klatsch-Mohns aus.

Und wieder gilt: Fehlen diese Blumen, verschwinden auch die Wildbienen. Um die Biodiversität zu fördern und den Artenreichtum der Wildbienen zu erhalten, ist eine vielfältige Flora grundlegend und eine Wildblumenwiese ein guter Anfang.

10 Fragen an

Sabine Klingelhöfer zu Wildbienen im Garten

Die Insektenkunde zählt neben Ökologie und Pflanzenschutz zu den Fachgebieten der Gartenbau-Ingenieurin. Während sie sich bei Neudorff beruflich für den Schutz von Nützlingen engagiert, setzt Sabine Klingelhöfer auch in ihrem eigenen Garten auf schonende Methoden.

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