Ein Obstbaum sollte in keinem Garten fehlen

Apfelbäume bieten zahlreichen Tieren Lebensraum. Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer dezimieren Blattläuse, viele Singvögel ernähren sich von Klein-Insekten unter der Rinde. Zur Blütezeit summt und brummt es in der Baumkrone: Bienen, Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen sind unverzichtbare Bestäuber. Dabei wird Pollen auf den Blüten verteilt und diese so befruchtet. Beim Apfel wird aus dem Fruchtknoten das Kerngehäuse, aus dem Blütenboden das Fruchtfleisch. Bei der Kirsche werden die verschiedenen Schichten des Fruchtknotens zu Fruchtfleisch und zur harten Schale des Kern.

Ungewöhnliche Blütengäste

Auch weniger bekannte Nektarsammler lassen sich im Garten beobachten. Im Schwirrflug mit ausgestrecktem Rüssel fällt zum Beispiel der flauschige Wollschweber auf. Im rot gepunkteten Kleid zeigt sich das hübsche Sechsfleck- Widderchen. Diese kleine Schmetterlingsart freut sich über eine Blumenwiese. Beide Arten stechen nicht.

Unterstützen Sie unsere Wildbienen

Monokulturen und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft machen es Honigbienen schwer. Im Garten können wir sie gezielt unterstützen: Pflanzen Sie Sonnenhut, Kugeldistel, Duftnessel, Malve, Sonnenblume, Dahlie, Fetthenne und Aster. Dazu Kräuter wie Thymian und Lavendel sowie Beerensträucher, Weidenkätzchen und Obstbäume. Von Wildbienen-Pflanzen profitieren auch immer unsere Honigbienen – umgekehrt sind jedoch nicht alle Honigbienen-Pflanzen auch für Wildbienen geeignet.

Da kann keiner widerstehen

Zu den unangefochtenen Schmetterlings- und Bienenmagneten gehören Duftnessel und Kugeldistel! Die Duftnessel ‘Black Adder’ präsentiert ihre intensiv duftenden Blüten von Juli bis September (Höhe bis 70 cm). Sie wächst auf normalem Gartenboden in der Sonne und fühlt sich auch im Pflanzgefäß auf der Terrasse wohl. Die Kugeldistel wird bis 1 m hoch und blüht ab August auf durchlässigem Boden.

Wertvolle Blüher im Nutzgarten

Eine Vielzahl von Insekten „fliegt“ auf die Blüten von Kräutern wie Thymian, Rosmarin, Lavendel, Schnittlauch, Salbei, Oregano, Borretsch und Pfefferminze. Wichtig ist, dass Sie einen Teil Ihrer Kräuter stets zur Blüte kommen lassen und nicht alles zuvor abernten. Im Gemüsegarten nicht fehlen sollten Zucchini, Kürbis, Tomaten, Paprika und Aubergine sowie Ackerbohne und Feuerbohne. Über ihre Blüten freuen sich Wildbienen und Hummeln. Zuckermais liefert reichlich Pollen. Wertvoll sind Gründünger wie Bienenfreund, Senf und Inkarnat-Klee.

Achten Sie auf die richtigen Blüten

Nicht alle Blüten halten für Insekten Nektar und Pollen bereit. Gefüllte Varianten mit rüschiger Mitte verwehren den Besuchern häufig den Zugang zum Nektar; die Staubgefäße und damit der Pollen sind oft nicht mehr vorhanden. Diese Blüten haben für die fleißigen Nektar- und Pollensammler keinerlei Nutzen. Einfache Sorten mit offener Blütenmitte wie beim Schmuckkörbchen sind dagegen beliebt. Bei Rosen gibt es besonders bienenfreundliche Sorten, die sogenannten „Bienenweide-Rosen“.

Gärtnern ohne Chemie

Wer die fleißigen Nektar- und Pollensammler in den Garten locken möchte, sollte auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Dies lässt sich bestens mit robusten, widerstandsfähigen Sorten realisieren. Erkundigen Sie sich gleich beim Kauf nach Pflanzen, die wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind. Biologische Pflanzenstärkungsmittel und Jauchen unterstützen die natürliche Abwehrkraft. Achten Sie beim Rosenkauf auf sogenannte ADR-Rosen (siehe ADR-Siegel auf dem Pflanzetikett), die auch ohne Spritzmittel zuverlässig blühen. Am richtigen Standort sind Rosen und Stauden außerdem viel widerstandsfähiger.