Maßnahmen für den Bienenschutz

Viele Wildbienen sind bei ihrer Futterquellenauswahl auf einzelne Pflanzenfamilien oder sogar wenige Einzelpflanzen spezialisiert, es handelt sich um spezialisierte Wildbienen, die man als oligolektisch bezeichnet. Findet die Wildbiene ihre spezielle Pflanzenart nicht vor, fehlt ihr schlichtweg die Nahrungsgrundlage. 

Viele oligolektische Arten sind gefährdet, wegen ihrer Spezialisierung kann man sie aber ganz gezielt fördern. Um das tun zu können, braucht man Kenntnisse über das lokale Vorkommen. Von all den bekannten Wildbienen in der Region wählt man dann die Spezialisten aus. Aus dieser Gruppe wiederum, sucht man die gefährdeten Arten aus. Diese bilden schließlich die Zielarten von FuturePlanter.

Zusammen mit sieben Mitstreitern hat Anrika Velychko die Webanwendung Future Planter - Pflanzen für lokale Wildbienen entwickelt. Dort kann man die gewünschte Adresse und die gegebenen Pflanzbedingungen eintippen und schon bekommt man eine Liste mit gefährdeten Wildbienen und den entsprechenden Futterpflanzen angezeigt. Das Praktische dabei: Die Liste wird per Mail versendet. So kann man immer wieder nachsehen, welche Futterquellen in der eigenen Umgebung noch fehlen.

Noch sind allerdings nicht alle Standorte in der Schweiz integriert, da es für die meisten keine genauen Vorkommensdaten gibt. Ziel des Projekts ist es in den nächsten drei Jahren die 50 größten Gemeinden der Schweiz zu kartieren und zu integrieren. In der aktuellen Version (Prototyp) sind vier Gemeinden vertreten. Ab dem nächsten Frühling sollen alle weiteren Gemeinden aufgenommen werden, zu welchen bereits Daten vorliegen.

Wie alles begann

Die Stiftung Green Advance hat Anrika Velychko zusammen mit einem Bekannten begründet, für den sie den Garten angelegt und rund 300 Quadratmeter vor dessen Alphütte insektenfreundlich umgestaltet hatte. FuturePlanter ist das erste Projekt der Stiftung Green Advance. Unterstützt wird die Geschäftsführerin und Projektleiterin von einem Team von ausgewiesenen Experten in den Bereichen der Entomologie und IT.

 

Unterstützung

Das laufende Jahr 2019 ist die Pilotphase des Projekts und die jetzige Version ein Prototyp. Daher können durch FuturePlanter noch keine flächendeckenden Auskünfte zu sämtlichen Regionen gegeben werden. Auch ist zu beachten, dass es sich hierbei um ein Projekt in der Schweiz handelt. Jedoch ist geplant, FuturePlanter auch in Deutschland nutzbar zu machen. Wer das Projekt gut findet und sich eine Anwendung für Deutschland wünscht, sollte sich also unbedingt auf dem Laufenden halten. 

Auch wer keinen Garten in der Schweiz hat, sich aber für die besonderen Nützlinge interessiert, findet unter www.futureplanter.ch umfassende Informationen über Wildbienen, über ihre Lebensweise, Lebensräume und ihre Gefährdung sowie mögliche Schutzmaßnahmen.