"Urban Beekeeping" - ein neuer Trend in den Städten?

Das Interesse an der Imkerei hat deutlich zugenommen. Die Stadt- und Landimkerei unterscheiden sich vor allem in den Rahmenbedingungen. In der Großstadt haben wir fast das ganze Jahr über ein gutes Nahrungsangebot für die Bienen. Die Parks, Friedhöfe und Schrebergärten, aber auch die typischen Stadtbäume, wie die Linde, liefern ausreichend Pollen und Nektar. Auf dem Land sind die Bedingung inzwischen tatsächlich sehr schwierig geworden. Ich kann das selber gut beobachten, da ich Bienenstände sowohl in Köln als auch im Bergischen Land, rund 50 km von der Domstadt entfernt, versorge. Auf dem Land ist das natürliche Nahrungsangebot stark eingeschränkt, die Landwirtschaft sorgt mit Monokulturen und Einsatz von Spritzmitteln für erschwerte Bedingungen, nicht nur für die Honigbiene.

Schon gewusst?

Honigproduktion eines Bienenvolks

Wie viel Honig ein Bienenvolk produziert ist sehr unterschiedlich und hängt hauptsächlich von der Umgebung ab. Die Natur muss im unmittelbaren Umfeld ausreichend Futterquellen bieten können. Zudem ist die Stärke und Vitalität eines Bienenvolkes natürlich ebenfalls ein Faktor, genauso wie die Zielsetzung des Imkers.

Man kann an einem guten Standort bis zu 100 kg pro Bienenvolk ernten. Das ist in meinen Augen jedoch Ausbeutung. Ein Hobbyimker kann da ganz anders agieren als ein Erwerbsimker, der von den Erträgen leben muss. 

Nähere Informationen über die Imkerei von Kerstin Kopp finden Sie hier: 

Ist der „Stadthonig" genauso lecker oder gesund wie normaler Honig?

Absolut. Im Geschmack stehen sich beide nicht nach, leider auch nicht in Punkto „Belastung“. Auf dem Land haben wir die Spritzmittel, die sich im Honig wiederfinden, in der Stadt sind es die  Schwermetalle durch Industrie und Verkehr. Ganz grundsätzlich leben wir in einer grunderkrankten Natur, deren Produkte natürlich auch belastet sind, also Obst, Gemüse, Getreide, aber auch Luft und Wasser.

Wissenswert

Grundsätzlich kann jeder Bienen halten

Ob im Privatgarten in ländlichen Regionen oder auf dem Balkon in der Stadt - Grundsätzlich kann jeder ein Bienenvolk halten. Jedoch sollten Städter dies unbedingt im Vorfeld mit Vermieter und Nachbarn abklären.

Wenn es auf dem eigenen Balkon nicht klappt, so sind Schrebergärten, Schulgärten oder andere Privatgärten eine Alternative. Wo ein Wille ist, da findet sich meist auch ein Bienenstand.

Wer nicht gleich ein ganzes Volk beherbergen möchte, kann auf dem eigenen Balkon auch bienenfreundliche Blütepflanzen eintopfen. Die Blüten einiger Küchenkräuter eignen sich ebenfalls super als Bienenfutter.