Vom #beebetter-Award bis heute

Den tatkräftigen Einsatz und die facettenreiche Projektarbeit von "Ab ins Beet - Schule nachhaltig gestalten" würdigte die #beebetter-Jury letztes Jahr mit dem 2. Platz in der Kategorie "Jugend und Bildung". Das Schulgartenprojekt überzeugte vor allem durch den Schwerpunkt der Förderung von Wildbienen im Schulumfeld. Seit zwei Jahren gestalten Schüler und Lehrer einen naturnahen Garten, der im letzten Jahr sogar gleich mehrfach ausgezeichnet wurde. Diese schnellen Erfolge kamen ziemlich überraschend für Alexander Thiele, Projektleiter und Biologie- sowie Mathematiklehrer am Gottfried-Keller-Gymnasium, da sich das Projekt noch am Anfang befindet. Aber durch die Auszeichnung und Bekanntheit sei es nun einfacher geworden, Unterstützer zu finden, sowohl in der Schüler- und Elternschaft sowie unter den Lehrern im Kollegium, als auch bei externen Kräften.

Wildbiene baut sich einen Nistplatz im GKS-Garten.

"Natürlich ist auch der finanzielle Zuschuss durch das Preisgeld vom Award nicht zu vernachlässigen. Bisher lief die Finanzierung ausschließlich über den Förderverein des Gymnasiums. Zusätzliche Mittel sind daher von großer Bedeutung für das Voranschreiten des Projekts", sagt Alexander Thiele. Und er verrät uns auch, wofür der Gewinn verwendet wurde: "Ein Teil des Preisgeldes wurde investiert in den Kauf von Blumenzwiebeln von Frühblühern wie Narzissen, Winterlingen, Schneeglanz, Tulpen, Traubenhyazinthen und Krokusse. Außerdem konnten wir uns durch das Preisgeld Nisthilfen, sogenannte Wildbienenbox, zulegen. Für die Verbindung von Theorie und Praxis wurde zudem die entsprechende Fachliteratur wie "Zur Bestimmung der Wildbienen in unserem Garten", angeschafft".

In letzter Zeit stellt der Wahlpflichtkurs des Gymnasiums eigenhändig Nisthilfen aus Konserven her, um auch so Wildbienen ein zu Hause zu geben. Durch die mediale Aufmerksamkeit auf das GKS-Wildbienenprojekt wurden auch lokale Politiker auf den Schularten aufmerksam und besuchten diesen. Seit Kurzem wird das Siegerprojekt zudem vom Umweltamt unterstützt.

Die Ergebnisse der selbstgebaute Nisthilfen aus Konservendosen, hergestellt vom Wahlpflichtkurs des Gottfried-Keller-Gymnasiums.

Zukunft von "Ab ins Beet"

Die Agenda des Schulprojekts sieht für dieses Jahr noch eine riesige Erweiterung vor. Denn der Anbaubereich für Gemüse soll fertiggestellt werden. Dafür wird auf einer größeren Fläche der Boden ausgetauscht, den die Schule bisher als Gelände fürs Kugelstoßen genutzt hat. Eine weitere Idee ist der Bau eines Gewächshauses. Alexander Thiele verrät außerdem: "Zusätzlich ist der Bau eines Grünen Klassenzimmers geplant, das ähnlich wie ein Amphitheater aussehen soll. Wir könnten uns auch vorstellen, einen Teich anzulegen."
Die Schulschließung aufgrund der Corona-Situation beeinflusste natürlich auch das Projekt. Während der Schließung betreuten einige Lehrkräfte mit ihren Kindern den Garten – natürlich unter Wahrung der Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wahlpflichtkurses des 10. Jahrgangs sind seit wenigen Wochen wieder in Grüppchen vor Ort. Hier können sie beobachten wie auf der angelegten Wildwiese und auf dem Wildpflanzenhügel zahlreiche Arten wachsen, darunter Gänseblümchen, Löwenzahn, Schöllkraut, Purpurrote Taubnessel, Wiesen-Schaumkraut, Greiskraut, Weicher Storchschnabel, Wildes Stiefmütterchen und Acker-Vergissmeinnicht. "Das Summen und Brummen der verschiedenen Insekten zeigen, dass diese Mischung sehr gut ankommt. Und auch einige Nisthilfen freuen sich über die ersten Bewohner", so Alexander Thiele.

Der blühende Schulgarten des Gottfried-Keller-Gymnasium in Berlin.

Präsenz im Internet

Das Gartenprojekt hat einen eigenen Bereich auf der Homepage des Gottfried-Keller-Gymnasiums, der regelmäßig aktualisiert wird. Außerdem gibt es einen Instagramkanal, auf diesem werden Impressionen aus dem Garten und dem bunten Leben darin geteilt. Auf diese Weise konnten die Mitglieder alle Entwicklungen im Frühling und Frühsommer verfolgen, trotz der Corona bedingten Schulschließung.

Im Schulgarten werden fast jeden Tag neue Insektenarten entdeckt.

Tipp für Bewerber des #beebetter-Awards

Im Bereich „Jugend und Bildung“ sollte man sich wahrscheinlich auch von Experten außerhalb der Schule unterstützen lassen. Wir arbeiten eng mit einem Landschaftsarchitekten zusammen, der uns berät oder Projekttage mit uns gestaltet. Generell sollte man sich kleine Zwischenziele setzen, da immer wieder etwas Unvorhersehbares passiert. Schlussendlich sollte man die Arbeit auch auf viele Schultern verteilen, da die Arbeit im Garten ja in der Gruppe am meisten Spaß macht.

- Alexander Thiele (Gottfried-Keller-Gymnasium,Berlin)

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#beebetter-Award 2020

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